Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vier neue BMBF-Forschungsprojekte

09.11.2009
Sozialwissenschaftler schärfen ihr Profil

Die Sozialwissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) schärfen ihr Profil: Das Bundesforschungsministerium fördert vier neue Forschungsprojekte zum Thema "Flexibilität und Sicherheit" im UDE-Profilschwerpunkt "Gegenwartsgesellschaften im Wandel" mit insgesamt mehr als zwei Millionen Euro.

Finanziert aus dem BMBF-Förderschwerpunkt "Flexibilität und Sicherheit in einer sich wandelnden Arbeitswelt" werden in den kommenden drei Jahren neue Aspekte der Beschäftigungsflexibilität und deren Auswirkungen auf die soziale Sicherheit von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen in Dienstleistungsbranchen, im produzierenden Gewerbe sowie der Druck- und Medienindustrie untersucht.

Zwei der großen Verbundprojekte werden von der UDE unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Bosch, Institut für Arbeit und Qualifikation (IAQ), und Prof. Karen Shire, Institut für Soziologie, koordiniert. Die Beteiligung an zwei weiteren Verbundprojekten ermöglicht Einblicke und Erkenntnisse zu Flexibilisierungspraktiken in Unternehmen vor dem Hintergrund des demographischen Wandels.

Arbeitssicherheit im Austausch gegen mehr Flexibilität

Deutsche Unternehmen setzen im Vergleich zu anderen Ländern weniger auf Heuern und Feuern, sondern weitgehend auf beruflich gut qualifizierte Stammbelegschaften. Allerdings, so IAQ-Direktor Bosch, wird heute Beschäftigungssicherheit nur noch im Austausch gegen zunehmende Flexibilität geboten. Der Leistungsdruck hat durch Termindruck, flexible Arbeitszeiten und steigende Qualifikationsanforderungen stark zugenommen und überfordert viele Beschäftigte.

In ihrem Forschungsprojekt "Beruflichkeit, Organisations- und Personalentwicklung im Spannungsfeld von Restrukturierung und Kompetenzsicherung" gehen die IAQ Forscher der Frage nach, wie sich Flexibilisierungsanforderungen durch innovative Ansätze in der Personalentwicklung sozialverträglicher bewältigen lassen. Berufliche Bildung -- so die These -- bildet noch immer eine wichtige Grundlage für Unternehmen und Beschäftigte, um trotz rapider Innovationen und neuer Kompetenzanforderungen eine Erhöhung sozialer und ökonomischer Risiken zu vermeiden.

Innovationen in der Verlags- und Medienwirtschaft

Das Vorhaben "Integrierte Steuerungsinstrumente zur Steigerung der Innovationsfähigkeit von Unternehmen der Verlags- und Medienwirtschaft"

der Soziologieprofessorin Shire setzt den Fokus auf den expandierenden Bereich von ,externer' Flexibilisierung -- zum Beispiel den Einsatz von freien Mitarbeitern, Solo-Selbständigen und anderen atypischen Beschäftigungsformen. Deren Einsatz "wird von Unternehmen sowohl mit dem Ziel der Einsparung von Arbeitskosten, als auch dem Erwerb neuer Kompetenzen in Bezug auf markt- und technologiebezogene Innovationen vorangetrieben, führt jedoch gleichzeitig zu einer Unterminierung der Beschäftigungssicherheit." Dies stellt, so Shire, "neue Herausforderungen an die Sozialpolitik."

Die Beteiligung des forschungsstarken IAQ an zwei weiteren externen Verbundprojekten im gleichen BMBF Förderprogramm verspricht neue Erkenntnisse über die Flexibilitätspraktiken in klein- und mittelständigen Betriebe und die Auswirkungen der Alterung der Erwerbsbevölkerung auf die Beschäftigungsflexibilität. Alle Vorhaben werden in enger Kooperation mit Unternehmen durchgeführt.

Profilschwerpunkt "Gegenwartsgesellschaften im Wandel"

Die Ideen zu diesen vier Projekten sind im Profilschwerpunkt "Gegenwartsgesellschaften im Wandel" entstanden. Die Universität Duisburg-Essen fördert diesen Profilschwerpunkt seit 2008, um das Forschungsprofil in den Sozialwissenschaften zu schärfen. Dass diese Entscheidung richtig war, zeigt sich u.a. darin, dass in diesem Jahr bereits erfolgreich ein DFG-gefördertes Graduierten-Kolleg eingeworben werden konnte (GK 1613 Risk and East Asia) und zwei weitere Verbundanträge zum Wandel der Arbeitsgesellschaft und zu Steuerungsformen im Umgang mit Krisenstaaten entwickelt wurden.

Weitere Informationen:
Institut Arbeit und Qualifikation, Prof. Dr. Gerhard Bosch, Tel.:
0203-379-1827, E-Mail: gerhard.bosch@uni-due.de; Institut für Soziologie, Prof. Dr. Karen Shire, Tel.: 0203-379-4048 ,

E-Mail: karen.shire@uni-due.de

Profilschwerpunkt "Gegenwartsgesellschaften im Wandel", Prof. Dr. Thomas Heberer, Tel.: 0203-379-3727, E-Mail:

thomas.heberer@uni-due.de

Redaktion: Beate H. Kostka, Tel. 0203/379-2430

Beate H. Kostka | Universität Duisburg-Essen
Weitere Informationen:
http://www.uni-due.de/de/presse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie