Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vier Nachwuchswissenschaftler erhalten den Sofja Kovalevskaja-Preis

24.08.2012
Unter den insgesamt 14 Preisträgern befinden sich vier Nachwuchswissenschaftler, die an Max-Planck-Instituten arbeiten

Mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gestifteten Sofia Kovalevskaja-Preis zeichnet die Alexander von Humboldt-Stiftung Spitzenleistungen von jungen, ausländischen Forschern aus. Mit bis zu 1,65 Millionen Euro können sie damit eigenständige Nachwuchsgruppen an deutschen Forschungsinstitutionen aufbauen.

Eine der Preisträgerinnen ist Patricia Schady. Am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching erforscht sie Gamma-Blitze, die energiereichsten bekannten Explosionen im Universum. Für wenige Sekunden strahlen die Objekte hell am Himmel auf und signalisieren so den Tod eines massereichen Sternes und damit die Entstehung eines Schwarzen Loches. Der meisten Gammablitze glühen oft tage- oder sogar wochenlang nach. Bei über einem Drittel fehlt jedoch dieses Nachglühen. Patricia Schady geht davon aus, dass diese Dunklen Blitze durch interstellaren Staub verdeckt werden. Deshalb bestimmt sie die Staubeigenschaften in der Umgebung der Gammablitze. So kann sie die Eigenschaften der Galaxien erklären, in denen diese Explosionen auftreten. Dies erlaubt Rückschlüsse auf die Entstehung der ersten Sterne und Galaxien im frühen Universum.

Mit Nanooptik tief in die Zelle schauen

Die noch junge Disziplin der Nanoplasmonik beschäftigt sich mit kleinsten elektromagnetischen Wellen, die von Metallpartikeln ausgehen, wenn diese auf Licht reagieren. Na Liu vom Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Stuttgart will diese Technik nutzen, um biologische und chemische Vorgänge auf der Ebene der einzelnen Partikel zu beobachten. Hierzu nutzt sie Goldnanopartikel, die sich etwa mit Zellmembranen oder DNA verbinden und mithilfe moderner Lasertechnik und hochauflösenden Mikroskopen beobachten lassen. Sie zeigen, was unmittelbar in der Zelle oder während einer chemischen Reaktion passiert. Mit ihrer Methode will Na Liu neue und präzise Einblicke in die Biologie der Zellen und in die katalytische Chemie gewinnen.

Wie RNAs die Proteinproduktion steuern

Ribonukleinsäure (RNA) spielt eine wichtige Rolle bei einem Zwischenschritt der Genexpression, bei dem genetische Informationen in Proteine umgesetzt werden. Darüber hinaus beeinflusst sie auch die direkte Steuerung der Genexpression. Der Däne Ulf Andersson Ørom, der am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin forscht, untersucht lange nicht-kodierende RNAs (ncRNAs), die nicht direkt in die Proteinsynthese involviert sind, aber als Verstärker bei der Gentranskription wirken. Seine Erkenntnisse könnten ein Schlüssel dafür sein, die Genexpression in vivo – also in lebenden Organismen - zu steuern und hieraus möglicherweise therapeutischen Nutzen zu ziehen.

Neue Technik für die Batterien der nächsten Generation

Sie sollen leicht und klein sein, sicher, hohe Energiemengen speichern und eine lange Lebensdauer haben. Verbesserte Hochleistungsbatterien sind die Voraussetzung für Elektroautos und sollen Strom auch in anderen Industriezweigen besser speicherbar machen. Yan Yus Forschung zu neuen Speichermaterialien für Lithium-basierte Batterien könnte einen Durchbruch bringen. Die Wissenschaftlerin, die am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart forscht, arbeitet mit Anoden aus Zinn-Nanopartikeln, die in leitfähigen Kohlenstofffasern eingebettet sind. Diese bieten den Vorteil, dass sie in elektrochemischem Kontakt stehen, aber mechanisch entkoppelt sind, während übliche Zinnanoden mit der Zeit zerstört werden. Die Stabilität und das Speicherverhalten der nächsten Batteriegeneration könnten damit deutlich verbessert werden.

Hintergund

Der Sofja Kovalevskaja-Preis ist einer der höchst dotierten deutschen Wissenschaftspreise und ermöglicht den ausgezeichneten Forschern fünf Jahre lang zu forschen – unabhängig und ohne administrative Zwänge. Ziel ist es, international umworbene Forschertalente bereits zu Beginn einer vielversprechenden Karriere in Kooperationen mit Wissenschaftlern in Deutschland einzubinden. Benannt wurde der Preis nach der 1850 geborenen russischen Mathematikerin Sofja Kovalevskaja. Sie wurde 1874 an der Universität Göttingen mit einer Dissertation „Zur Theorie der Partiellen Differentialgleichungen“ promoviert und erhielt 1889 eine ordentliche Professur für Mathematik an der Universität in Stockholm.

Ansprechpartner

Dr. Hannelore Hämmerle

Pressesprecherin MPI für Astrophysik und MPI für extraterrestrische Physik
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, Garching
Telefon: +49 89 30000-3980
Email: hannelore.haemmerle@­mpe.mpg.de

Sigrid Berner
Leiterin der Geschäftsstelle
Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Standort Stuttgart, Stuttgart
Telefon: +49 711 689-3100
Email: berner@­is.mpg.de

Dr. Patricia Marquardt
Max-Planck-Institut für molekulare Genetik, Berlin
Telefon: +49 30 8413-1716
Fax: +49 30 8413-1671
Email: patricia.marquardt@­molgen.mpg.de

Dr. Michaela Asen-Palmer
Max-Planck-Institut für Festkörperforschung, Stuttgart
Telefon: +49 711 689-1435
Fax: +49 711 689-1472
Email: m.asen-Palmer@­fkf.mpg.de

Dr. Hannelore Hämmerle | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de/6311798/sofja_kovalevskaja-preis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Gesundes Altern: Neues EU-Projekt zur menschlichen Leber
23.08.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich
23.08.2017 | PFH Private Hochschule Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie