Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verstärkung aus Australien für die Gießener Pflanzenzüchtung

10.10.2014

DFG fördert Emmy-Noether-Forschergruppe mit 1,3 Millionen Euro – Dr. Annaliese Mason erforscht ab Januar an der Justus-Liebig-Universität die Züchtung widerstandsfähigerer Pflanzen

Die Professur für Pflanzenzüchtung der Justus-Liebig-Universität Gießen bekommt Verstärkung: Ab 2015 erhält die australische Biologin Dr. Annaliese Mason eine fünfjährige Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Höhe von 1,3 Millionen Euro, um eine Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe zur Erforschung der Entstehung von so genannten Arthybriden (Kreuzungen zwischen verschiedenen Arten) zu gründen. Zusammen mit Prof. Dr. Rod Snowdon und dessen Team werden Dr. Mason und ihre Arbeitsgruppe die genetische Kontrolle des Artbildungsprozesses mit Hilfe modernster Genom-Analysetechniken eingehend untersuchen.

Alle Blühpflanzen gehen in ihrer Evolution auf Arthybriden zurück. In besonderen Fällen – wie beim Raps – fanden die entscheidenden zufälligen Artkreuzungen erst vor wenigen tausend Jahren statt. In vielen Kulturpflanzen war dieser Artbildungsprozess mit einem erheblichen Verlust an genetischer Vielfalt verbunden.

Die ursprünglichen „Eltern“ dieser Pflanzen dienen Züchtern daher als mögliche Quelle, um beispielsweise verloren gegangene Resistenzen gegenüber Krankheiten zurück zu holen. Allerdings gelingt diese Zuchtmethode nur mit viel Mühe und erheblichem Zeitaufwand.

Durch genauere Kenntnisse, wieso manche Kreuzungen zwischen nahe verwandten Arten die sonst übliche Infertilität überwinden können, will Dr. Mason die Nutzung von genetischen Ressourcen für die Züchtung nachhaltiger Pflanzensorten vereinfachen.

Als Objekt für ihre Forschung dienen natürliche Kreuzungen zwischen Brassica-Arten, zu denen neben Kohl und Raps auch verschiedene Senfarten gehören. Zusammen tragen diese Arten viele für den Rapsanbau interessante Merkmale, wie zum Beispiel Trocken- bzw. Hitzetoleranz sowie diverse Krankheitsresistenzen. Daher haben die Forschungsergebnisse auch eine direkte Bedeutung für die konventionelle Züchtung.

Obwohl ihre Promotion an der University of Western Australia (Perth) erst vier Jahre zurückliegt, kann Dr. Mason bereits auf eine beachtliche internationale Karriere zurückblicken. Seit der Promotion leitet sie eine Arbeitsgruppe an der University of Queensland in Brisbane. Zwischendurch absolvierte sie auch Forschungsaufenthalte bei führenden Arbeitsgruppen in Frankreich, China und Indien sowie an der JLU. Derzeit bereitet sie sich mit einem Deutschkurs auf ihre Zeit in Gießen vor.

JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee gratulierte der künftigen JLU-Wissenschaftlerin herzlich: „Wir freuen uns auf eine so profilierte Nachwuchswissenschaftlerin, die unseren lebenswissenschaftlichen Schwerpunktbereich mit ihren Forschungen sehr bereichern wird. Die DFG-Bewilligung – es handelt sich um unsere fünfte Emmy-Noether-Gruppe – ist zugleich ein Vertrauensbeweis in die Forschungsstärke der Universität Gießen.“

Kontakt:

Prof. Dr. Rod Snowdon, Professur für Pflanzenzüchtung
Interdisziplinäres Forschungszentrum für Biosystems und Umweltsicherung (IFZ)
Heinrich-Buff-Ring 26-32, 35392 Giessen
Telefon: 0641 99-37420

Lisa Dittrich | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-giessen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)
26.05.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften