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Verleihung des Württembergischen Krebspreises 2012 an der Universität Tübingen

27.06.2013
Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer-Stiftung zeichnet zwei Onkologen aus Heidelberg aus

Der Vorsitzende der Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer-Stiftung, Prof. Dr. Claus Claussen, Abteilung für Radiologische Diagnostik der Universität Tübingen übergibt am 11. Juli 2013 an der Universität Tübingen zum vierten Mal den Württembergischen Krebspreis.

In diesem Jahr geht ein Projektpreis in Höhe von 50.000 Euro an den Heidelberger Onkologen Professor Stefan Pfister für seine Arbeiten auf dem Gebiet der molekularen Eigenschaften von bösartigen Hirntumoren bei Kindern. Dr. David Capper, ebenfalls aus Heidelberg, wird mit dem Nachwuchspreis in Höhe von 10.000 Euro für seine Arbeiten zum Thema “Entwicklung eines neuen Markers für sekretorische Meningiome“ ausgezeichnet werden. Der Preis gehört zu den am höchsten dotierten in der deutschen Krebsforschung.

Zur Preisverleihung am Mittwoch, 11. Juli 2013, ab 14 Uhr im Konferenzzentrum des CRONA-Klinikums (Hoppe-Seyler-Straße) sind die Vertreter der Medien herzlich eingeladen. Den Festvortrag hält Professor Falko Fend, Ärztlicher Direktor des Institutes für Allgemeine Pathologie, Tübingen, zum Thema „Molekulare Diagnostik in der Onkologie“.

Stefan Pfister, geboren 1974 in Tübingen, ging nach seinem Medizinstudium in Tübingen für ein Jahr als Postdoktorand an die Harvard Medical School. Die anschließende Ausbildung zum Facharzt für Kinderheilkunde erfolgte an den Universitätskliniken in Mannheim und Heidelberg, unterbrochen durch eine zweijährige Forschungsphase, diesmal am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ). Seit 2012 ist Professor Pfister dort kommissarischer Leiter der Abteilung für Pädiatrische Neuroonkologie. Hirntumoren haben bei Kindern die wesentlich häufigeren Blutkrebserkrankungen von der Spitze der krebsbedingten Sterblichkeit verdrängt. Da kindliche Hirntumoren in sehr unterschiedlicher Ausprägungsart auftreten, können nur maßgeschneiderte Therapiemaßnahmen, die gezielt gegen tumortypische Zellveränderungen gerichtet sind, die Behandlung einer solchen Erkrankung entscheidend verbessern.
Das ausgezeichnete Projekt hat die Etablierung eines Mausmodels für das diffus intrinsische Ponsgliom zum Ziel. Diese Tumorart im Gehirn von Kindern ist sehr aggressiv, nicht operabel und führt innerhalb von nur einem Jahr zum Tod. Inzwischen konnten Proteinveränderungen (Proteinmutationen), die die Tumorgenese fördern, identifiziert werden. Sowohl an künstlich mutierten Zellpräparaten als auch an entsprechenden mutierten Zellen im Tiermodel sollen vielversprechenden Substanzen auf ihre anti-tumorale Wirkung hin untersucht werden. Professor Pfister wurde für seine Arbeiten zu verschiedenen kindlichen Hirntumoren bereits mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt im März 2013 mit dem Translationalen Teil des Deutschen Krebspreises.

David Capper, geboren 1979 in Stuttgart, studierte ebenfalls Medizin in Tübingen. Nach einem anschließenden Forschungsaufenthalt in Zürich wechselte er danach an das Institut für Pathologie in Heidelberg. Der Mediziner beschäftigt sich mit punktuellen Veränderungen (Mutationen) des Erbgutes, die in Tumoren der Hirnhäute zu finden sind. Ein Subtyp der Tumore der Hirnhäute, die sogenannten sekretorischen Meningiome, zeichnen sich durch einen bestimmten Aminosäureaustausch aus und lassen sich dadurch gegen andere Tumortypen klar abgrenzen. Durch die bisherigen Arbeiten des Preisträgers konnte gezeigt werden, dass tumorrelevante Mutationen prinzipiell nicht nur durch eine DNA-Analyse, sondern auch durch spezifische Antikörper, die nur an das mutierte/veränderte Tumorprotein binden, nachgewiesen werden können. In dem ausgezeichneten Projekt soll ein gegen die spezielle Mutation des sekretorischen Meningioms gerichteter Antikörper hergestellt werden. Dieser soll dann für die mögliche Einsetzbarkeit in der Hirntumordiagnostik untersucht werden bzw. für die Erforschung der Funktion dieser Mutation genutzt werden.

Die Stiftung des Württembergischen Krebspreises trägt den Namen des an Krebs verstorbenen Stifters Dr. Carl Manfred Bayer und seines Vaters Dr. Carl Maximilian Bayer. Beide waren nacheinander mehr als sechzig Jahre in der Nähe von Ravensburg als niedergelassene Landärzte tätig. Sie zeichneten sich durch fachliche Kompetenz und hohe Sensibilität für die Probleme ihrer Patienten und deren Angehörigen aus. Dr. Carl Manfred Bayer studierte Medizin an der Universität Tübingen. Die Preise wurden ausgeschrieben für Wissenschaftler unter 40 Jahren, die auf dem Gebiet der Krebsforschung tätig sein und ihre Forschung in Württemberg durchführen oder gebürtige Württemberger sein sollen. Die nächste Ausschreibung des Württembergischen Krebspreises ist noch für Sommer 2013 geplant.

Kontakt:
Prof. Dr. Claus D. Claussen
Vorsitzender der Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer – Stiftung
Universität Tübingen
Radiologische Klinik, Abteilung für Radiologische Diagnostik
Hoppe-Seyler-Str. 3 ∙ 72076 Tübingen
Telefon +49 7071 29-82087
kontakt[at]dres-bayer-stiftung.de

Myriam Hönig | idw
Weitere Informationen:
http://www.dres-bayer-stiftung.de

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