Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verleihung der Wissenschaftspreise der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie

13.09.2011
Auf der 3. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie in Berlin wurden die folgenden Wissenschaftspreise der DGfN verliehen.

Franz-Volhard-Medaille

Die höchste Auszeichnung der DGfN, die Franz Volhard-Medaille, die langjährige, herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Nieren- und Hochdruckerkrankungen würdigt, wurde 2011 an Prof. Dr. Dr. Matthias Brandis (Freiburg) verliehen.

Prof. Brandis hat sich im besonderen Maße um die Förderung der Pädiatrischen Nephrologie verdient gemacht. Als einer der Pioniere dieses Fachs war er unter den ersten, die früh die Möglichkeiten und Perspektiven der sich entwickelnden Molekularbiologie und Molekulargenetik für die wissenschaftliche Entwicklung des Fachs erkannten und sie erforschten. Hervorzuheben sind die molekularbiologischen Studien zur Nephronophthise durch seinen Mitarbeiter F. Hildebrandt und, zur Störung der renalen Tubulusfunktion sowie zum hämolytisch-urämischen Syndrom, zusammen mit B. Zimmerhackl. Desweiteren legte er wegweisende Studien zur klinischen Pharmakologie vor. Weitere Forschungsfelder waren die pränatale Diagnose von Nierenfehlbildungen oder die Erforschung der medikamentösen Nephrotoxizität, insbesondere von Zytostatika wie Isfosfamid.

Franz-Volhard-Preis
Der Franz-Volhard-Preis dient zur Förderung und Auszeichnung herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Nieren- und Hochdruckkrankheiten. 2011 wird der Franz-Volhard-Preis an zwei Wissenschaftler vergeben, an Prof. Dr. Thomas Willnow (Berlin), und PD Dr. Marcus Möller (Aachen).

Prof. Willnow befasst sich in seinen Forschungsarbeiten seit Jahren international erfolgreich mit der funktionellen Charakterisierung von Endozytoserezeptoren, Proteinen zur zellulären Aufnahme von Metaboliten und Botenstoffen. Insbesondere gelang Herrn Willnow die Aufklärung von Endozytoseprozessen im proximalen Tubulus und ihrer Bedeutung für die Physiologie und Pathophysiologie der Niere.

Dr. Möller untersucht mit seiner Arbeitsgruppe (patho-)physiologische Mechanismen im Glomerulus. Grundstein war die Entwicklung transgener Modelle, mit denen Podozyten und neuerdings auch Parietalzellen spezifisch in vivo manipuliert werden können. Durch genetische Markierung und Zelllinienabstammungsexperimente hat Dr. Möller die bislang unterschätzte Bedeutung von Podozyten und PECs in glomerulären Erkrankungen aufgeklärt.

Nils-Alwall-Preis
Der Nils-Alwall-Preis dient der Auszeichnung und Förderung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die auf dem Gebiet der Klinischen Nephrologie arbeiten. In diesem Jahr wurden Frau PD Dr. Anna Köttgen (Freiburg) und PD Dr. Carsten A. Böger (Regensburg) mit dieser Auszeichnung geehrt.

Beide Forscher arbeiten im Rahmen des internationalen CKDGen Konsortiums, das sich mit der Identifikation von Risikogenen für die nachlassende glomeruläre Filtrationsleistung oder erhöhte Albuminurie beschäftigt. Frau Köttgen gelang die Identifizierung von 20 bisher noch nicht mit der CKD in Verbindung gebrachten genomischen Regionen, Herr Böger identifizierte eine Genvarianteim Cubilin-Gen, die auch das Risiko für inzidente Mikroalbuminurie bei Typ-1-Diabetikern erhöht.

Hans-U.-Zollinger Forschungspreis
Der Hans-U.-Zollinger Forschungspreis dient der Förderung und Auszeichnung hervorragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Immunologie der Nierenerkrankungen und Nierentransplantation. 2011 wurde der Preis an PD Dr. Bernd Krüger (Mannheim) und Dr. Wanja M. Bernhardt (Erlangen) vergeben.

Dr. Krüger befasst sich in seiner wissenschaftlichen Arbeit u.a. mit der Betrachtung des Ischämie-Reperfusionsschaden. Aktuelle Untersuchungen beschäftigen sich mit der Identifizierung von Expressionsprofilen, die spezifische Aussagen bezüglich des weiteren Verlaufs der Transplantation, zum Beispiel nach Ischämie-Reperfusion, ermöglichen.

Dr. Wanja M. Berhardt beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Untersuchung der Expression, funktionellen Bedeutung und therapeutischer Beeinflussung des hypoxie-induzierbaren Transkriptionsfaktor HIF in der Niere.

Carl-Ludwig-Nachwuchspreis
Mit dem Carl-Ludwig Nachwuchspreis ehrt die DGfN herausragende wissenschaftliche Arbeiten junger Forscher auf dem Gebiet der Nieren- und Hochdruckkrankheiten. 2011 wurden Dr. Fruzsina Kani Kotis (Freiburg) und Dr. Christopher Bölke (Freiburg) für eine Gemeinschaftsarbeit mit dieser Auszeichnung geehrt. Beide Forscher beschäftigten sich mit der Primärzilie. In der prämierten Arbeit wurde gezeigt, dass die mTOR Signalkaskade durch die Zilie in ihrer Funktion als Flusssensor reguliert wird.

Zudem erhielt auch Dr. Björn Hartleben (Freiburg) den Carl-Ludwig-Nachwuchspreis für seine Forschungsarbeit, in der er die Autophagozytose als einen Schlüsselmechanismus für die podozytäre Regeneration und als einen Schrittmacher für die Aufrechterhaltung von alternden Podozyten identifizierte.

Rainer-Greger-Promotionspreis
Die DGfN verlieh den Preis für die beste Promotionsarbeit auf dem Gebiet der Nieren- und Hochdruckkrankheiten an Dr. Markus Rinschen (Münster/Perth/AUS). In dieser beschäftigte sich Dr. Rinschen mit der Charakterisierung von Signalprozessen im Sammelrohr der Niere, die zur Regulation des renalen Wasserhaushalts führen.
Interviewanfragen richten Sie bitte an die Pressestelle der DGfN:
Dr. Bettina Albers
Tel. 03643/ 776423
presse@dgfn.eu

Dr. Bettina Albers | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgfn.eu/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mikrophotonik – Optische Technologien auf dem Weg in die Hochintegration
21.07.2017 | VDI Technologiezentrum GmbH

nachricht 1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext
20.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu Sprachdialogsystemen und Mensch-Maschine-Kommunikation in Saarbrücken

24.07.2017 | Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Power-to-Liquid: 200 Liter Sprit aus Solarstrom und dem Kohlenstoffdioxid der Umgebungsluft

24.07.2017 | Energie und Elektrotechnik

Innovationsindikator 2017: Deutschland auf Platz vier von 35, bei der Digitalisierung nur Rang 17

24.07.2017 | Studien Analysen

Netzwerke statt Selbstversorgung: Wiesenorchideen überraschen Bayreuther Forscher

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie