Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verlängerung Karl-Steinbuch-Stipendium bis 2013 beschlossen

06.05.2009
Medienminister Professor Dr. Wolfgang Reinhart: Förderung junger IT-Forscher und Medientalente ist Investition in Zukunft

„Das Karl-Steinbuch-Stipendium ermöglicht es kreativen Spitzentalenten und jungen Softwareforschern anspruchsvolle Projekte mit IT- und Medienbezug umzusetzen. Ganz im Sinne des Namensgebers wollen wir mit dem Förderprogramm Ansporn und Anreiz für interdisziplinäres Arbeiten über Fachgrenzen hinweg anbieten. Daher freue ich mich, dass der Ministerrat nun beschlossen hat, dieses erfolgreiche Stipendienprogramm für die Jahre 2009 bis 2013 zu verlängern“, erklärte Medienminister Professor Dr. Wolfgang Reinhart am Mittwoch (6. Mai 2009) in Stuttgart.

Ingesamt würden für die Weiterführung des Programms 885.000 Euro aus der Zukunftsoffensive des Landes bereitgestellt. Für die Förderung junger Talente aus dem Land habe die MFG Stiftung Baden-Württemberg in den zurückliegenden vier Jahren bereits insgesamt 764.325 Euro vergeben. In 9 Ausschreibungsrunden seien bisher 99 Projekte von 143 Studierenden gefördert worden. „Mit dem Stipendium fördert die MFG Stiftung Baden-Württemberg bereits seit 2004 erfolgreich Studierende, die sich mit wissenschaftlichen Zukunftsthemen an einer der Hochschulen im Land beschäftigen. Damit unterstützen wir talentierte Nachwuchskräfte und setzen wichtige Impulse für die Forschung in Baden-Württemberg“, sagte Reinhart. Im Mittelpunkt stünden dabei Vorhaben, die die Querschnittsbereiche Informationstechnik und Medien mit an-deren Fachwissenschaften verbinden würden. Das Stipendium diene aber nicht nur der reinen Nachwuchsförderung. „Daneben haben sich die Bewerbungen für das Stipendium als eine Art ‚Trendbarometer’ erwiesen, durch das bereits frühzeitig neue interdisziplinäre Forschungsfelder aufgezeigt werden. Im vergangenen Jahr waren dies beispielsweise so genannte ‚Serious Games’, also digitale Lernspiele, und Anwendungen im Bereich des Social Web“, sagte der Minister.

Zum Bereich „Serious Games“ zähle beispielsweise die Softwarelösung „Nitro“. Es handle sich um eine Art „digitaler Coach“ für Kinder mit explosivem Aufmerksamkeitsdefizit/ Hyperaktivitätssyndrom (ADHS). Für die Umsetzung dieser Idee habe Liesa Maier, Studentin an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung in Konstanz, im vergangenen Jahr das Karl-Steinbuch-Stipendium erhalten. „Dadurch konnte sie nicht nur Ihre Idee umsetzen, das Stipendium eröffnete ihr auch neue fruchtbare Verbindungen zu anderen Institutionen“, unterstrich Reinhart. So habe der Kontakt zu einer kinder- und jugendpsychiatrischen Praxis am Bodensee hergestellt werden können, an der „Nitro“ nun in der Praxis getestet werde.

"Ohne das Karl-Steinbuch-Stipendium hätte ich meine Software nicht entwickeln können. Stattdessen wäre meine Studienarbeit wahrscheinlich in irgendeiner Lehrstuhlschublade gelandet. Es freut mich, dass meine Idee die Juroren über-zeugt hat. Außerdem hat mir die Auszeichnung viel versprechende Kontakte er-öffnet“, erklärt die Stipendiatin Liesa Maier.

„Wir unterstützen mit dem Stipendium auch künstlerische Projekte, wie den auf der diesjährigen Berlinale präsentierten Kurzfilm ‚Höllenritt’ von Matthias Schmidt und Csaba Letay“, erklärte Reinhart. Bei der Entwicklung des Drehbuchs seien die beiden Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg bereits im Jahr 2007 durch das Karl-Steinbuch-Stipendium unterstützt worden. Der daraus ent-standene Kurzfilm habe nun das Programm-Komitee der Berlinale, das den Film für die Sektion „Perspektive deutsches Kino“ eingeladen habe, überzeugt. „Die Uraufführung auf der international ausgerichteten Berlinale ist damit eine ganz besondere Auszeichnung für das Projektteam. Und für uns ist es eine Bestäti-gung, dass die Karl-Steinbuch-Jury viel versprechende Spitzentalente erkennt und unterstützt“, unterstrich der Minister.

MFG Stiftung Baden-Württemberg:
Die MFG Stiftung wurde 2003 ins Leben gerufen. Ziel ist Aus- und Weiterbildung sowie Förderung von Kunst, Kreativität und Kultur. Schwerpunkte sind Forschung und Entwicklung in den Bereichen Medien, IT und Film im Rahmen eigener Projekte. Die MFG Stiftung fördert innovative Projekte und Forschungsaktivitäten durch Studien, Stipendienprogramme sowie Wettbe-werbe. Darüber hinaus bietet sie neue Fort- und Weiterbildungsangebote an und vernetzt Akteure im Bildungs- und Forschungsbereich.
Karl-Steinbuch-Stipendium:
Prof. Karl Steinbuch, geb. 1917 in Stuttgart, war ein Informatiker der ersten Stunde. Er studierte Physik an der Technischen Hochschule Stuttgart, an der er 1944 auch promovierte. Nach Kriegsende arbeitete er als Labor- und Entwicklungsleiter. Im Jahr 1958 wurde er als ordentlicher Professor an die Universität Karlsruhe berufen. Dort baute er das Institut für Nachrichten-verarbeitung (heute: Institut für Technik der Informationsverarbeitung - ITIV) auf, das er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1980 leitete. Der Begriff „Informatik“ wurde von Karl Steinbuch geprägt und geht auf seine erste Publikation im Jahr 1957 zurück. Karl Steinbuch hat nicht weniger als 80 Patente angemeldet. Prof. Steinbuch verstarb 2005 im Alter von 87 Jahren. Das Karl-Steinbuch-Stipendium wird von der MFG Stiftung vergeben. Das Stipendium fördert kreative und inno-vative Projekte mit IT- oder Medienbezug aus allen Fachrichtungen, die Studierende neben ihrem Studium durchführen. Die Projekte müssen entweder ein Forschungsziel haben oder einen künstlerischen Wert aufweisen. Neben Projekten aus Informatik und Medienwissenschaften sind insbesondere interdisziplinäre Ideen gefragt, die die beiden Querschnittsbereiche mit anderen Fachwissenschaften verbinden.

Hannah Fesseler | MFG
Weitere Informationen:
http://www.karl-steinbuch-stipendium.de
http://www.mfg-innovation.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro
21.02.2018 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Eva Luise Köhler Forschungspreis für Seltene Erkrankungen 2018 für Tübinger Neurowissenschaftler
21.02.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics