Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verbundprojekt will Logistik in der Agrobranche grüner gestalten

25.06.2013
Um die Entwicklung grüner Logistikkonzepte im Agrobusiness geht es bei einem aktuellen Forschungsprojekt der Hochschule Niederrhein.

Über das Institut GEMIT (Geschäftsprozessmanagement und IT) und das SWK Energiezentrum E² ist die Hochschule Niederrhein Leadpartner des mit einem Finanzvolumen von 1,6 Millionen Euro ausgestatteten INTERREG-IV- A-Projekts „Green²: Green Logistics im Agrobusiness“.

An dem Projekt sind 21 Partner beteiligt, darunter 18 Unternehmen und drei Hochschulen aus Deutschland und den Niederlanden. Dabei wird die Hochschule Niederrhein mit 725.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

„Ziel des Projekts ist es, Unternehmen speziell aus der Agrobranche in die Lage zu versetzen, in deren Logistik ökologisch nachhaltig und ohne zusätzliche Kosten zu agieren“, sagte Prof. Dr. Holger Beckmann, der als Projektleiter am gestrigen Montag den offiziellen Startschuss gab.

Dazu trafen sich Vertreter der Unternehmen sowie der beteiligten Hochschul-Institute an der Hochschule Niederrhein in Krefeld. Koordiniert wird das bis zum 31. Dezember 2014 laufende Projekt von GEMIT-Mitarbeiter Frederic Krehl, begleitet wird es durch das Programmmanagement bei der euregio rhein-maas-nord.

Inhaltlich geht es um die grenzüberschreitende Betrachtung der Lieferkette (Supply Chain) im Agrobusiness, eines der wichtigsten Wirtschaftszweige der Region zwischen Rhein und Maas. Ziel ist es, den CO2-Ausstoß sowie die Energiekosten für die Unternehmen substantiell zu vermindern. „Wer sich heute mit diesen Themen ernsthaft beschäftigt, hat schon morgen entscheidende Wettbewerbsvorteile gegenüber den Mitbewerbern“, erklärt Prof. Beckmann die Relevanz der grünen Logistik.

Konkret möchten die Wissenschaftler mit den beteiligten Unternehmen vier Themenfelder angehen:

- Der Warentransport zwischen den Unternehmen soll unter die Lupe genommen werden; wo gibt es Einsparpotenzial, wo kann der Transport von der Straße auf die Schiene oder aufs Wasser verlegt werden? Verlader in der Region können im Rahmen des Projektes prüfen lassen, ob sich für Sie Vorteile durch eine Verlagerung von Transportvolumia ergeben. Zusätzlich sollen durch den Aufbau eines Partnernetzes Synergien erschlosssen werden.

- Die Verbesserung von Lager- und Transportprozessen innnerhalb der Unternehmen, um somit die hierfür aufgewendete Energie zu reduzieren. Insbesondere im Kühlbereich besteht erhebliches Einsparpotential.

- Im technischen Bereich des Projekts geht es um die Systemanalyse und Potentialuntersuchung für den Einsatz einer Absorptionskältemaschine. Mit ihrer Hilfe können Waren mit Abwärme gekühlt werden. „Ein wichtiges Thema im Agrobusiness mit dem eine signifikante Steigerung der Energieeffizienz verbunden ist“, sagt Prof. Dr. Shichang Wang vom SWK Energiezentrum E².

außerdem soll unternehmensübergreifend eine Pinch-Analyse erstellt werden, um darzustellen, zu welchen Zeitpunkten wo Wärme entsteht und wo Wärme benötigt wird. Über die Nutzung von Synergieeffekten versprechen sich die Wissenschaftler des Energiezentrums unter Leitung von Prof. Dr. Frank Alsmeyer enormes Einsparpotenzial

- Schließlich soll eine Kapazitätsbörse für Kühlkapazitäten entwickelt werden. Denn auch Kühlhallen unterliegen Schwankungen, sind mal mehr mal weniger ausgelastet; über eine Online-Börse sollen, so die Vision, kurzfristige Vermietungen von Kühlkapazitäten angeboten werden

„Zunächst geht es darum, gemeinsam mit den Unternehmen die Ist-Situation zu analysieren und mögliche Verbesserungspotenziale zu erkennen. Wir müssen die Unternehmen sensibilisieren, welche Chancen die grüne Logistik zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit bietet“, sagt Frederic Krehl.

Green² verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz, will also die gesamt Supply Chain nachhaltiger gestalten. Wie groß die Einsparpotenziale sind, lässt sich derzeit noch nicht einschätzen. Laut Prof. Beckmann sollen diese aber erheblich sein. Allein durch die zu entwickelnde Kühlkapazitätsbörse verspricht er sich konservativ gerechnet Einsparungen von zehn Prozent. „Uns schwebt am Ende des Projekts auch eine Art Leitfaden vor, mit dem die Unternehmen die grüne Logistik selbst eigenständig weiterführen können“, sagt er.

Weitere Fakten:
- Die Partnerhochschulen: Hochschule Niederrhein, Fontys Venlo, Fontys Eindhoven mit den Instituten „Institut für Geschäftsprozessmanagement und IT“ (GEMIT) der Hochschule Niederrhein, dem SWK-Energiezentrum E² der Hochschule Niederrhein, dem Instituut Engineering der Fontys Hogeschool Eindhoven und dem Techniek en Logistiek der Fontys Hogeschool Venlo.

- Die Partnerunternehmen: Bakeplus Holding B.V., Bofrost Dienstleistungs GmbH & Co. KG, Crefelder Lagerhaus-Gesellschaft Schou GmbH & Co.KG, Cythemadim B.V., Greenport Venlo, INTHER Logistics Engineering B.V., Johannes Stelten GmbH & Co. KG, KCT Krefelder Container Terminal GmbH, Kühlhaus Düsseldorf, Lagerhaus Pegels GmbH & Co.KG, M. Zietschmann GmbH & Co. KG, Neuss Intermodal GmbH, Oerlemans Food Nederland B.V., Rail Cargo Information Netherlands, Roters + Buddenberg GmbH, SeaCon Logistics Group B.V., Sioux Electronics B.V., TimoCom Soft- und Hardware GmbH

- Das Projekt Green2: Green Logistics im Agrobusiness wird im Rahmen des INTERREG IV A-Programms Deutschland-Nederland mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE), des Landes Nordrhein-Westfalen, der Provinz Limburg sowie der Mitglieder der euregio rhein-maas-nord kofinanziert

- Das Projektvolumen beträgt 1,67 Millionen Euro, die Förderung liegt bei 1,14 Millionen Euro. Die Differenz wird durch Eigenanteile der Projektpartner beglichen. Die Hochschule Niederrhein als Leadpartner erhält eine Fördersumme von 725.000 Euro; der Eigenanteil der Hochschule beträgt 238.000 Euro.

Projektinformationen: Frederic Krehl, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts GEMIT der Hochschule Niederrhein, E-Mail: gemit(at)hs-niederrhein.de

Pressekontakt: Dr. Christian Sonntag, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule Niederrhein, Tel.: 02151 822-3610, E-Mail: christian.sonntag@hs-niederrhein.de

Dr. Christian Sonntag | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Illegal geschlagenes Holz in Alltagsprodukten aufspüren
21.11.2017 | Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

nachricht DFG-Förderung für weltweit größte Studie zu Einzel-Implantaten im zahnlosen Unterkiefer
21.11.2017 | Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie