Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vaccinia-Virus gegen Tumoren

07.05.2013
Dr. Stephanie Weibel, mehrfach ausgezeichnete Biologin vom Biozentrum der Uni Würzburg, bekam den Preis des Zonta-Clubs Würzburg verliehen. Sie erforscht den Einsatz des Vaccinia-Virus bei Krebserkrankungen.

Stephanie Weibel (35) stammt aus Ravensburg. Als Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes studierte sie Chemie und Biologie an der Universität Würzburg. 2008 beendete sie ihre mit „ausgezeichnet“ bewertete Doktorarbeit in der Mikrobiologie; seitdem forscht sie am Biozentrum als Postdoktorandin in der Arbeitsgruppe von Professor Aladar Szalay. Dort geht es um den Einsatz lebender Mikroben in der Krebstherapie.

Neben ihrer Forschung betreut Weibel Bachelor- und Masterstudierende sowie Doktoranden. 2007 wurde sie in San Diego (USA) für ihre Forschung mit dem „Genelux Corporation Science Award“ geehrt. 2008 folgte aus Würzburg der Biocenter Science Award. 2009 und 2012 unterbrach sie ihre Arbeit für jeweils rund ein Jahr, um ihre Kinder Moritz und Elisa zu betreuen.

Zerstörung von Tumorzellen mit Viren
In der Forschung verfolgt die Biologin eine viel versprechende Strategie: Das Vaccinia-Virus, das viele Jahre als Impfstoff gegen Pocken im Einsatz war, soll nun gegen Tumoren verwendet werden. Das Virus wird dabei so präpariert, dass es im Körper gezielt in die Tumoren wandert, sich dort stark vermehrt, die Krebszellen tötet und zusätzlich das Immunsystem aktiviert. Dieser Therapieansatz hat nur äußerst geringe Nebenwirkungen und wird bereits in ersten klinischen Studien geprüft.

Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Aktivierung des Immunsystems? Um diese Frage zu klären, hat Weibels Forschungsteam in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Experimentelle Physik V erstmals eine spezielle Form der Magnetresonanztomographie eingesetzt und als neue Bildgebungs-Plattform etabliert, mit der sich die Immunreaktion an den Tumoren nicht-invasiv aufzeichnen lässt. Gleichzeitig kann man damit erkennen, in welchem Ausmaß die Viren den Tumor besiedeln.

Zonta-Preis vom Frauennetzwerk

Für ihre Forschung wurde Weibel jetzt bei einem Festakt im Kulturzentrum „Shalom Europa“ in Würzburg mit dem Zonta-Preis 2013 geehrt. Die Auszeichnung ist mit 1.500 Euro dotiert. Der Zonta-Club Würzburg, ein Frauennetzwerk, verleiht sie seit 1995 in Kooperation mit dem Frauenbüro der Universität jährlich für besondere Leistungen von Frauen in den Naturwissenschaften.

„Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, eines starken internationalen Standortwettbewerbs und eines drohenden Mangels an Top-Fachkräften in Wissenschaft und Wirtschaft wollten wir dazu beitragen, Frauen wie Stephanie Weibel genügend Anreize und Möglichkeiten zu geben, ihr wissenschaftliches Potenzial für Deutschland zu Verfügung zu stellen“, so Zonta-Präsidentin Jutta Schuster.

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin
12.12.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Jenaer Wissenschaftler für Prostatakrebs-Forschung ausgezeichnet
11.12.2017 | Universitätsklinikum Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften