Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Universität Witten/Herdecke setzt Forschung unter Weltraumbedingungen fort

19.12.2012
Bundeswirtschaftsministerium fördert weitere Projekte
Das Bundeswirtschaftsministerium wird weitere Parabelflüge zur Forschung unter Weltraumbedingungen fördern, die von Wissenschaftlern der Universität Witten/Herdecke (UW/H) durchgeführt wird. Auf Parabelflügen können durch spezielle Flugmanöver kurze Phasen von Schwerelosigkeit erreicht werden, es ist aber auch möglich, die Schwerkraftverhältnisse von Mond und Mars zu erzeugen.

Bereits im vergangenen Jahr waren Wissenschaftler der UW/H mit einem Experiment vertreten, als im französischen Bordeaux zum ersten Mal eine europäische Parabelflugkampagne mit den Schwerkräften von Mond und Mars durchgeführt wurde. Bei diesen so genannten partial-g-Flügen, die letztmals Anfang Dezember im französischen Bordeaux durch mehrere europäische Raumfahrtorganisationen durchgeführt wurden, lag das Augenmerk der Wittener Forscher besonders auf der komplexen Interaktion von Herz und arteriellen Gefäßen.
Dabei konnte zum Beispiel erstmalig die Reaktion der Halsschlagader auf verschiedene Beschleunigungsbelastungen mittels Ultraschall dargestellt werden. „Die Ergebnisse sind wichtig für zukünftige Missionen zu Mond und Mars. Aber auch auf der Erde können unsere Erkenntnisse helfen, die Kreislaufreaktionen von Patienten, zum Beispiel auf der Intensivstation, besser zu verstehen“, erläutert die Ärztin und Projektbetreuerin Paula Beck.

Weiterforschen wird das Wittener Wissenschaftlerteam bereits im April. Bei der neuen Parabelflugkampagne wird das Augenmerk der Forscher auf der Herzkraft in der Schwerelosigkeit liegen. Bei diesem Experiment arbeitet die UW/H mit Partnern aus Deutschland, Belgien und den USA zusammen. Ziel ist es auch, die Grundlage für ein geplantes Experiment auf der Internationalen Raumstation (ISS) zu schaffen.

Ein drittes Projekt wird durch die Europäische Weltraumorganisation ESA gefördert. Mediziner der UW/H untersuchen dabei zusammen mit Kollegen der Universität Köln und des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) den Einfluss von erhöhter Schwerkraft auf die Blutgerinnung beim Menschen. Dies hat eine ganz praktische Bedeutung: Viele Menschen mit vorbestehenden Gerinnungserkrankungen setzen sich zum Beispiel auf Achterbahnen hohen Beschleunigungskräften aus. Auch werden in Zukunft möglicherweise ältere Menschen mit vorbestehenden kardiovaskulären Erkrankungen an so genannten touristischen suborbitalen Weltraumflügen teilnehmen.
Die beteiligten Wissenschaftler der UW/H werden eine Langarmzentrifuge des DLR für die Experimente nutzen und zunächst gesunde Probanden bis zum Fünffachen der Erdbeschleunigung aussetzen.

Weitere Fotos der Experimente unter Weltraumbedingungen zum Herunterladen finden Sie auf der Seite

www.uni-wh.de/universitaet/presse/presse-details/artikel/universitaet-wittenherdecke-setzt-forschung-unter-weltraumbedingungen-fort

Weitere Informationen: Die Kontaktdaten von Paula Beck erhalten Sie in der Pressestelle der UW/H unter 02302 / 926 - 946 oder -805.

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 1.500 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

Jan Vestweber | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wh.de

Weitere Berichte zu: DLR Mars Mond Parabelflug Parabelflugkampagne Schwerelosigkeit Weltraumbedingung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rudolf-Virchow-Preis 2017 – wegweisende Forschung zu einer seltenen Form des Hodgkin-Lymphoms
23.06.2017 | Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

nachricht Repairon erhält Finanzierung für die Entwicklung künstlicher Herzmuskelgewebe
23.06.2017 | Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften