Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Universität Wien: Spitzenforschung nachhaltig sichern

06.09.2013
Kristin Tessmar-Raible, Jannik Meyer und Monika Henzinger, SpitzenforscherInnen der Universität Wien, betreiben Grundlagenforschung auf höchstem Niveau.

Sie alle erhielten 2013 renommierte ERC Grants, die höchstdotierten Forschungspreise der Europäischen Union. Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz präsentierten sie ihre Projekte sowie notwendige Rahmenbedingungen für nachhaltige Forschungsleistungen.

Damit Österreich als Forschungsland weiterhin international mithalten kann, sind eine bessere Ausstattung der Universitäten im Forschungsbereich und eine Erhöhung der kompetitiven Förderung von Grundlagenforschung erforderlich.

ERC Starting Grant: Neurobiologin Kristin Tessmar-Raible

Kristin Tessmar-Raible leitet die Forschungsplattform "Marine Rhythms of Life" an der Universität Wien und erhielt 2013 für ihre Forschungsarbeiten einen ERC Starting Grant in der Höhe von 1,5 Mio EUR. Im Zentrum ihrer Forschungsarbeit steht das molekulare und zelluläre Uhrwerk im "Rhythmus des Lebens". Sie erforscht den Meeresringelwurm Platynereis dumerilii, der sich nach dem Mondzyklus als "innere Uhr" in seinem Fortpflanzungsrhythmus richtet. Die START-Preisträgerin sucht nach jenen lichtempfindlichen Sinneszellen, die auf Mondlicht "geeicht" sind: die sogenannten Mondlichtrezeptoren. Vier potenzielle Kandidaten hat Tessmar-Raible schon identifiziert – auch die Auswirkungen auf den Menschen werden in Betracht gezogen.

ERC Starting Grant: Materialphysiker Jannik Meyer

Jannik Meyer forscht in der Gruppe "Physik Nanostrukturierter Materialien" an der Fakultät für Physik der Universität Wien. Seine Arbeiten zu Graphen wurden heuer mit einem ERC Starting Grant (1,5 Mio EUR) ausgezeichnet. Meyer erforscht neuartige Materialien mittels höchstauflösender Elektronenmikroskopie, so z.B. Graphen. Graphen ist das dünnste und zugleich stabilste denkbare Material mit der höchsten elektrischen und thermischen Leitfähigkeit. Daraus ergeben sich vielversprechende Anwendungsmöglichkeiten – etwa neue Touchscreen- und LCD-Displays. Das Team um Jannik Meyer will dazu neue innovative Ansätze testen und entwickeln. Grundlage für das Projekt ist ein einzigartiges Elektronenmikroskopie-Labor, welches derzeit an der Universität Wien eingerichtet wird.

ERC Advanced Grant: Informatikerin Monika Henzinger

Monika Henzinger von der Fakultät für Informatik der Universität Wien betreibt Grundlagenforschung mit Blick auf konkrete Anwendungen. Für ihr Forschungsprojekt erhielt die Informatikerin 2013 einen ERC Advanced Grant mit einer Fördersumme von 2,4 Mio EUR. Das Ziel der Algorithmenforschung ist es, möglichst effiziente, d. h. je nach Anwendung entweder möglichst schnelle oder möglichst speicherplatzsparende Algorithmen zu entwickeln. Computational Science als ein interdisziplinäres Forschungsgebiet der Biologie, Chemie, Physik, angewandten Mathematik und Informatik bietet dabei ein reiches Anwendungsgebiet. Beim aktuellen Forschungsprojekt geht es um effizientere Algorithmen für Aufgaben, die auf graphalgorithmischen Problemen beruhen. Anwendung finden diese in der Computerverifikation, d.h. der automatischen Überprüfung der Korrektheit von Programmen.

Drittmittel-geförderte Spitzenforschung an der Universität Wien

Die drei WissenschafterInnen haben mit ihren ERC Grants insgesamt 5,4 Mio EUR für Forschungsprojekte an der Universität Wien lukriert. Seit 2007 gingen insgesamt 21 hoch dotierte ERC Grants an die Alma Mater. Von 2011 auf 2012 konnten die eingeworbenen nationalen und internationalen Forschungsgelder um 7,6 Prozent auf 76,7 Mio EUR gesteigert werden. Vor allem in der kompetitiven Drittmitteleinwerbung war die Universität Wien in den vergangenen Jahren erfolgreich (65 Prozent Steigerung seit 2007).

Forschungsförderung in Österreich

Österreichs F&E-Quote liegt derzeit bei 2,81 Prozent des Bruttoinlandprodukts, das entspricht einem Budget von 8,96 Mrd EUR. Die Forschung an den Universitäten wird daraus mit 1,48 Mrd EUR finanziert. "Um die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs zu erhalten, müssen sowohl die Forschungsinvestitionen in die Universitäten als auch die kompetitive Förderung der Grundlagenforschung über den FWF deutlich erhöht werden", so Heinz W. Engl, Rektor der Universität Wien. Engl hofft auf eine raschere Umsetzung des Stufenplanes zur Erreichung der von der Bundesregierung bis 2020 angepeilten F&E-Quote von 3,76 Prozent des BIP.

Vergleich Österreich – Schweiz

Im Vergleich: In der Schweiz ist Grundlagenforschung dreimal höher dotiert als in Österreich. Die Zahlen: In Österreich wird die Grundlagenforschung durch den FWF mit jährlich 196 Mio EUR gefördert, die anwendungsorientierte Forschung durch den FFG mit 427 Mio Euro. Die Situation in der Schweiz ist genau umgekehrt: Der Schweizer Nationalfonds (SNF) schüttet 612 Mio EUR für Grundlagenforschung aus, die Kommission für Technologie und Innovation (KTI) 126 Mio EUR für konkrete Anwendungsforschung. Investitionen in die Grundlagenforschung rechnen sich jedoch: Laut dem aktuellen "Global Competitiveness Report 2013-2014" des Weltwirtschaftsforums bleibt die Schweiz weiterhin die wettbewerbsfähigste Volkswirtschaft weltweit. Deutschland verbessert sich von Rang 6 auf Rang 4, Österreich bleibt auf Platz 16.

Eine aktuelle Studie des WIFO (Juli 2013) ergibt, dass in Österreich jährlich an die 19.000 Jobs durch Innovationen geschaffen werden, das ist ein Drittel des gesamten Beschäftigungswachstums. "Eine wesentliche Voraussetzung für Innovationen ist Grundlagenforschung, die zu einem Gutteil von den Universitäten des Landes geleistet wird", so Rektor Engl.

Rückfragehinweis
Mag. Elisabeth Mattes
Leiterin Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Universität Wien
1010 Wien, Universitätsring 1
T +43-1-4277-175 00
M +43-664-602 77-175 00
elisabeth.mattes@univie.ac.at
Weitere Informationen:
http://medienportal.univie.ac.at/presse
- Medienportal der Universität Wien mit Foto-Download

Michaela Wein | Universität Wien
Weitere Informationen:
http://www.univie.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit