Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Universität Marburg zeichnet Friedensprojekt mit Peter-Becker-Preis aus

02.06.2009
Eine der höchstdotierten sozialwissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland erhielt am 29. Mai das Projekt "Peace Counts on Tour", das vom Institut für Friedenspädagogik Tübingen und dem Journalistennetzwerk "Peace Counts Project" getragen wird.

Mit dem Peter-Becker-Preis für Friedens- und Konfliktforschung zeichnete die Philipps-Universität Marburg am 29. Mai das Projekt "Peace Counts on Tour" aus.

Das Projekt, das seit sieben Jahren vom Institut für Friedenspädagogik Tübingen und dem Journalistennetzwerk "Peace Counts Project" getragen wird, zielt darauf ab, in Konflikt- und Kriegsregionen die Wahrnehmung für Ursachen und Eskalationsverläufe von gewaltsamen Auseinandersetzungen zu erweitern. Friedens- und Konfliktfähigkeit sollen gefördert und der Blick für neue Handlungs- und Lösungsansätze geschärft werden.

Das Projekt verknüpfe Erkenntnisse aus der Friedens- und Konfliktforschung mit moderner Friedenspädagogik und konstruktivem Journalismus, lobte der Laudator Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Senghaas, der die die kritische Friedens- und Entwicklungsforschung in Deutschland und weit darüber hinaus entscheidend geprägt hat.

Uli Jäger vom Tübinger Institut für Friedenspädagogik bedankte sich im Namen des Projektteams: "Wir verstehen den Preis als Ermutigung für die geleistete Arbeit, als Ausrufezeichen (Aufmerksamkeit für Friedensprozesse) sowie als Herausforderung!" Die Herausforderung sei, in Zukunft noch einen weiteren Schritt in Richtung Friedensforschung zu gehen und in diesem Bereich stärker mit dem Zentrum für Konfliktforschung der Universität Marburg zusammenzuarbeiten.

Kern der weltweiten "Peace Counts on Tour" ist bislang die multimediale Ausstellung "Die Erfolge der Friedensmacher". Die Ausstellung zeigt die Peace Counts Project recherchierten, veröffentlichten und vom Institut für Friedenspädagogik didaktisch aufbereiteten Best Practice-Beispiele für Friedensstiftung. Das gesammelte Wissen über erfolgreiche Methoden dient als Quelle der Inspiration für die jeweiligen Konflikte vor Ort. Zur Eröffnung der Ausstellung sprechen lokale Friedensmacher. Während der Laufzeit werden vom Institut für Friedenspädagogik Workshops mit ausgewählten Zielgruppen (Multiplikatoren, Mitarbeitern von Nichtregierungsorganisationen, Jugendorganisationen) veranstaltet, in denen ein zunächst in Deutschland, zwischenzeitlich weltweit erprobtes "Peace Education Package" eingesetzt wird. Peace Counts Project veranstaltet außerdem Workshops für lokale Journalisten und Fotografen. Gefördert wird das Projekt vom Auswärtigen Amt bzw. vom Institut für Auslandsbeziehungen mit seinem Förderprogramm "zivik".

Der Peter-Becker-Preis der Philipps-Universität Marburg wird für Arbeiten oder Projekte vergeben, die wissenschaftliche Erkenntnisse über die Entstehung, den Verlauf und die Bearbeitung von Konflikten vorantreiben und eine praktische Umsetzung im Sinne der Konfliktregelung ermöglichen beziehungsweise durchführen. Der zum dritten Mal verliehene Preis ist mit 10.000 Euro honoriert und damit eine der höchstdotierten sozialwissenschaftlichen Auszeichnungen in Deutschland.

"Nachdem die ersten beiden Preisträger stärker wissenschaftlich ausgerichtet waren, haben wir nun ein hervorragendes, auf die Praxis ausgerichtetes Projekt auszeichnen können", freute sich Dr. Peter Becker. Der Marburger Rechtsanwalt hat den nach ihm benannten Preis 2004 gestiftet. Ziel des Preises ist die Förderung der aktiven Mitarbeit an zivilen Friedensprozessen und die Ehrung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die ihre Theorien in die Tat umsetzen. Entsprechend praxisorientiert wurde die Preisverleihung abgeschlossen: Journalisten des SWR und des HR diskutierten zusammen mit Friedensforschern zum Thema "Kriegsjournalismus oder Friedensjournalismus? Agieren zwischen vielen Fronten".

Dr. Viola Düwert | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-marburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student
24.11.2017 | Universität des Saarlandes

nachricht Signal-Shaping macht Bits und Bytes Beine
23.11.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie