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Umweltveränderungen auf der Spur: DFG bewilligt neues Graduiertenkolleg für Greifswald

11.11.2014

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Fördermittel für den Aufbau eines neuen Graduiertenkollegs an der Universität Greifswald bewilligt.

Das Graduiertenkolleg 2010 trägt den Titel Biologische Reaktionen auf neue und sich ändernde Umweltbedingungen. Die interdisziplinäre Gruppe besteht aus Arbeitsgruppen des Zoologischen Instituts und Museums sowie des Instituts für Botanik und Landschaftsökologie. Sprecher und Koordinator des neuen Kollegs ist Professor Dr. Klaus Fischer vom Zoologischen Institut. Es stehen für viereinhalb Jahre ca. drei Millionen Euro zur Verfügung.


Projektkoordinator Prof. Dr. Klaus Fischer

Foto: Jan Meßerschmidt

Wie reagieren Organismen, wenn sich die Umwelt verändert und bis zu welchem Grad können Veränderungen toleriert werden? Mit diesen und verwandten Fragen beschäftigt sich das neue Graduiertenkolleg an der Universität Greifswald. „In Zeiten fortschreitenden Verlusts der Biodiversität, bedingt zum Beispiel durch Klima- und Landnutzungswandel, ist die Bearbeitung dieser Fragen aktueller denn je“, so der Sprecher des Kollegs, Prof. Klaus Fischer.

An dem Graduiertenkolleg sind neun Arbeitsgruppen der Greifswalder Biologie sowie zwanzig Kooperationspartner aus zehn verschiedenen Ländern beteiligt. Das Graduiertenprogramm wird im Frühjahr 2015 starten; gefördert werden zwölf Doktoranden/innen-Stellen, eine Koordinierungsstelle sowie Verbrauchsmittel. Das interdisziplinäre Forschungsprogramm bietet naturwissenschaftlichen Nachwuchs-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern ein strukturiertes Studienprogramm mit Laborkursen, gemeinsamen Seminaren und Workshops, Treffen mit internationalen Experten sowie internationalen Symposien.

„Wir sind hoch erfreut, dass die DFG unserem Antrag auf Einrichtung dieses Graduiertenkollegs entsprochen hat und unsere Forschung zu den Auswirkungen von Umweltveränderungen in den nächsten Jahren fördert. Die Bewilligung ist eine Anerkennung der hohen Qualität der beteiligten Arbeitsgruppen und deren nationalen und internationalen Sichtbarkeit. Hiermit werden auch die Anstrengungen der Universität zur Etablierung eines neuen Forschungsschwerpunktes im Umweltbereich honoriert.

Thematisch greifen wir zukunftsweisende Fragen auf, welche auch für menschliche Gesellschaften von großer Bedeutung sind“, erläutert Prof. Fischer. „Das Graduiertenkolleg wird ein wichtiger Pfeiler des neuen universitären Forschungsschwerpunkts Environmental Change: Responses and Adaptation sein“, berichtet der Sprecher des Forschungsschwerpunktes Prof. Martin Wilmking.

Um ihr Überleben langfristig abzusichern, müssen sich alle Arten auf Umweltveränderungen einstellen können. Dies kann durch sogenannte phänotypische Plastizität (direkte Reaktionen), genetische Anpassung oder die Verlagerung von Verbreitungsgebieten erfolgen. Vor dem Hintergrund menschlich verursachter Umweltveränderungen mit zum Teil dramatischen Auswirkungen untersucht das Graduiertenkolleg, welche Kapazitäten Organismen haben, auf solche Veränderungen zu reagieren.

Hierbei sollen die Grenzen für das Überleben von Populationen aufgezeigt werden, um deren Überlebenswahrscheinlichkeit bei sich ändernden Bedingungen besser vorhersagen zu können. Hierzu werden unterschiedliche Reaktionen auf Umweltveränderungen sowie unterschiedliche biologische Systeme und Disziplinen berücksichtigt. Das Graduiertenkolleg soll den Doktoranden/innen ausgezeichnete Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen bieten und exzellente Forschung auf dem Gebiet von Umweltänderungen gewährleisten. Das strukturierte Ausbildungsprogramm besteht aus Forschungsprojekten sowie formalen Unterrichtseinheiten, welche auch Querschnitts-Qualifikationen zur Verbesserung der Karriereaussichten berücksichtigen.

Weitere Informationen
Zoologisches Institut und Museum
http://www.mnf.uni-greifswald.de/institute/fr-biologie/institute-und-forschung/zool-institut-museum.html
Institut für Botanik und Landschaftsökologie
http://www.botanik.uni-greifswald.de/

Projektkoordinator Prof. Dr. Klaus Fischer
Foto: Jan Meßerschmidt
Das Foto darf für redaktionelle Zwecke im Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung kostenfrei verwendet werden. Dabei ist der Name des Bildautors zu nennen. Download:
http://www.uni-greifswald.de/informieren/pressestelle/pressefotos/pressefotos-2014/pressefotos-november-2014.html

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Klaus Fischer
Zoologisches Institut und Museum
Johann-Sebastian-Bach-Straße 11/12, 17489 Greifswald
Telefon 03834 86-4266
Telefax 03834 86-4252
klaus.fischer@uni-greifswald.de

Jan Meßerschmidt | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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