Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umweltpreis für „Leitfuchs des Öko-Instituts“ und Lasertechnik-Pioniere

13.09.2010
Deutscher Umweltpreis der DBU an Rainer Grießhammer und Gründer der Firma Clean-Lasersysteme, Herzogenrath – Ehrenpreis für Michail Gorbatschow

Zwei Preisträger des Deutschen Umweltpreises der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) 2010: Die Gründer der Firma Clean-Lasersysteme (Herzogenrath), Dr. Winfried Barkhausen (51) und Edwin Büchter (41), einerseits und der Mitgeschäftsführer des Öko-Instituts (Freiburg), Dr. Rainer Grießhammer (57), andererseits erhalten den mit jeweils 245.000 Euro dotierten Preis.

Barkhausen/Büchter werden für ihre mobil einsetzbare Lasertechnik geehrt. Sie reinigt technische Oberflächen umweltschonend mit Licht, bietet aber auch ökonomische Vorteile und optimiert Arbeitsschutzbelange. Grießhammer erhält den Preis, weil er umweltpolitische Problemlösungen vorangebracht und das Thema Nachhaltigkeit im Alltag der Menschen verankert hat. Mit einem mit 10.000 Euro dotierten Ehrenpreis wird der ehemalige Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow (79), für sein internationales Umweltschutzengagement geehrt. Die Preise übergibt am 31. Oktober in Bremen Bundespräsident Christian Wulff.

DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde wies mit Blick auf das Unternehmerduo darauf hin, dass Staub, Lärm und Geruchsbelästigung beim Reinigen technischer Oberflächen etwa in der Metallindustrie heute noch an der Tagesordnung seien. Die von Barkhausen und Büchter entwickelte Lasertechnik ermögliche mithilfe des Reinigungsmediums Licht Anwendungen, für die es bisher keine befriedigenden technischen Lösungen gebe. Keine Reinigungsmittel als Abfall wie bei herkömmlichen Verfahren, die Möglichkeit, abgesprengte Bestandteile alter Beschichtungen sortenrein zu recyceln, das Absenken des Energieverbrauchs um bis zu 87 Prozent – gerade mit Blick auf den Umweltschutz sei die Laserreinigungstechnik der Preisträger 2010 „ein technischer Quantensprung“. Auch wirtschaftlich sei die Technik klar im Vorteil, wenn etwa Kostenersparnisse von bis zu 70 Prozent erzielt würden. Und dass auf umwelt- und gesundheitsschädliche Lösemittel verzichtet werden könne, komme letztlich vor allem den Arbeitern in den Betrieben zugute. Brickwedde: „Ein Paradebeispiel dafür, dass innovative Umwelttechnik die Umwelt entlastet und Arbeitsplätze schafft.“

Brickwedde würdigte Dr. Rainer Grießhammer „als vielseitigen Vordenker, Forscher und Vermittler des Umweltschutzes“. Er personifiziere die erfolgreiche Arbeit des Öko-Instituts, das er als dessen „Leitfuchs“ zu einer der führenden Umweltforschungs- und Beratungseinrichtungen im Land entwickelt habe. Als promovierter Chemiker habe sich Grießhammer frühzeitig für eine neue Chemiepolitik eingesetzt und die Veränderungen im Umgang mit Chemikalien in der Gesellschaft unterstützt. Ein weiteres Anliegen Grießhammers sei der produktbezogene Umwelt- und Klimaschutz. So sei sein Name eng verknüpft mit der Einführung von Ökobilanzen. Ob Haushaltsgeräte, Kunststoffe oder Textilien – Grießhammer habe Methoden mitentwickelt, damit Konsumenten Produkte hinsichtlich ihrer umweltrelevanten und wirtschaftlichen Aspekte besser bewerten können. Auch über die Arbeit am Öko-Institut hinaus zeichne Grießhammer ein breites Engagement aus – etwa im Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen, der Stiftung Warentest oder dem Kuratorium von Utopia, dem Internetportal für strategischen Konsum. Und in verschiedenen Veröffentlichungen gebe Grießhammer praxistaugliche Vorschläge, wie jeder seine eigene Klima-Bilanz verbessern könne.

Mit Blick auf den Ehrenpreisträger Gorbatschow führte Brickwedde aus, dessen Verdienste um die deutsche Einheit und das Ende des Kalten Krieges seien „legendär“: Er sei der Wegbereiter für eine friedlichere Welt gewesen. Doch Gorbatschow habe sich auch stets für den Umweltschutz eingesetzt. Hätte es Gorbatschow nicht gegeben, wären die sowjetischen Truppen nicht aus Deutschland abgezogen und hätten riesige ehemals als Militärflächen genutzte Naturareale nicht freigegeben. Dann gäbe es heute nicht die einzigartigen Naturflächen, um deren weiteren Erhalt sich auch die DBU-„Tochter“ DBU Naturerbe GmbH kümmere. Von den deutschlandweit 33 Flächen mit ihren rund 45.000 Hektar, die die DBU-„Tochter“ übernehme, lägen nämlich 23 mit über 40.000 Hektar in Ostdeutschland. Ob seine Schirmherrschaft für das „Grüne Band“, sein Vorsitz bei der Umweltschutzorganisation „Green Cross International“ oder die Nachhaltigkeitsprojekte seiner Stiftung: Er habe für den internationalen Umweltschutz viel geleistet. Nach seinem Ausscheiden aus der Politik habe er sich stets für eine globale Ethik der Verantwortung, für eine Einheit von Natur und Mensch eingesetzt.

Der Ehrenpreis des Deutschen Umweltpreises wird nicht regelmäßig vergeben. In den 18 Jahren seit der ersten Verleihung des Deutschen Umweltpreises 1993 ist das erst zweimal geschehen: 2004 an Hannelore „Loki“ Schmidt und 2005 an Heinz Sielmann. Mit 500.000 Euro ist der Deutsche Umweltpreis der höchstdotierte Umweltpreis Europas.

Hinweis an die Redaktionen: ausführliche Preisträger-Einzelwürdigungen, ihre Vitae, O-Töne als MP3-Dateien und Fotos zur kostenlosen Veröffentlichung unter www.dbu.de.

Franz-Georg Elpers | DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de/123artikel30651_106.html
http://www.dbu.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rudolf-Virchow-Preis 2017 – wegweisende Forschung zu einer seltenen Form des Hodgkin-Lymphoms
23.06.2017 | Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

nachricht Repairon erhält Finanzierung für die Entwicklung künstlicher Herzmuskelgewebe
23.06.2017 | Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften