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Über die Risiken von Clouds: VDE Rhein Main e.V. zeichnet Informatik-Absolvent aus

07.08.2014

Herausragende Abschlussarbeit im Elektrotechnik-Bereich: Johannes Bouché (Studiengang Informatik), Absolvent der Frankfurt University of Applied Sciences, hat den Friedrich-Dessauer-Preis des VDE Rhein Main e.V. erhalten.

Er untersuchte in seiner Bachelor-Arbeit „Angriffsszenarien bei der Verwendung von IaaS (Infrastructure as a Service) Cloud Services". Der VDE Rhein-Main verleiht den mit 500 Euro dotierten Preis zweimal pro Jahr für die besten Abschlussarbeiten der Hochschule in den Bereichen Elektrotechnik und Informationstechnik, um hervorragende Leistungen auf technisch-wissenschaftlichem Gebiet anzuerkennen, den Nachwuchs zu motivieren und ein Zeichen für die gesellschaftliche Bedeutung von Ingenieur(inn)en und ihrer Arbeit zu setzen.

Der Preisträger Johannes Bouché arbeitete während seines Studiums in der Forschungsgruppe für Netzwerksicherheit, Informationssicherheit und Datenschutz der Hochschule. Die Forscher haben ein Analysetool entwickelt, das Schwachstellen des Cloud Computing demonstriert.

Das Tool führt Skripte automatisiert aus und veranschaulicht so, welche Möglichkeiten Mitarbeiter eines Anbieters von Cloud-Dienstleistungen (Provider) mit negativen Absichten hätten, auf Daten in der Cloud zuzugreifen. Das Ergebnis: Für den Nutzer sind alle klassischen Sicherheitsmechanismen ausgehebelt, sobald die Nutzerdaten unverschlüsselt den eigenen Rechner verlassen haben.

Bisher besteht keine technische Möglichkeit, die Datensicherheit gegenüber dem Provider zu gewährleisten. Anwender, welche die Cloud nur zur Datenspeicherung verwenden, können sich durch die Verschlüsselung der Daten auf ihrem lokalen Gerät schützen. Das geht jedoch nur, wenn die Daten nicht auch in der Cloud bearbeitet werden sollen.

Eine Video-Demonstration des Analysetools findet sich unter http://www.frankfurt-university.de/sicherheit_cloud_computing. Hintergrund der Forschung ist, dass immer mehr IT-Dienste, darunter der Datenspeicher, nicht mehr auf dem lokalen Rechner des Nutzers ausgeführt werden, sondern in der „Cloud“ (= Wolke). Die Bachelor-Arbeit wurde von Prof. Dr. Martin Kappes, Leiter der Forschungsgruppe, betreut.

Der Namensgeber des Preises, der Biophysiker Friedrich Dessauer (1881-1963), befasste sich den größten Teil seines Lebens mit der Erforschung radioaktiver Strahlen mit besonderem Fokus auf der Anwendbarkeit in der Medizintechnik. Um sich Mittel für die Fortsetzung seines Studiums zu schaffen, gründete er in Aschaffenburg, später auch in Frankfurt, ein „Elektrotechnisches Laboratorium“, das sich unter anderem der Erforschung der Röntgenstrahlen sowie dem Bau von Röntgenapparaten widmete.

Dessauer bereiste das Land, nicht nur für den Verkauf seiner Apparate, sondern auch mit dem Ziel, das Wissen über deren zweckmäßige Anwendung zu verbreiten. Seine Pionierarbeit auf dem medizintechnischen Gebiet erlangte internationale Anerkennung. Preise und Ehrungen sind ein wichtiger Bestandteil der Innovations- und Nachwuchsförderung des VDE Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik, einem der großen technisch-wissenschaftlichen Verbände Europas mit rund 36.000 Mitgliedern.

Der VDE Rhein-Main ist mit rund 2.500 Mitgliedern einer der größten VDE-Bezirksvereine. Dazu zählen Techniker(innen) und Studierende sowie rund 120 Unternehmen aus der Elektro- und Informationstechnik und verwandten Branchen.

Die Forschungsgruppe für Netzwerksicherheit, Informationssicherheit und Datenschutz unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Kappes erforscht und entwickelt Sicherheitstechnologien im IT-Bereich. Sie beschäftigt sich mit Fragestellungen zu Netzwerk- und Systemsicherheit, Sicherheitsorganisation, -bewertung und -management, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit komplexer Systeme, Netzwerkmanagement und technischem Datenschutz. Kooperationspartner sind Unternehmen und öffentliche Einrichtungen. Weitere Informationen unter: https://netzwerksicherheit.fb2.fh-frankfurt.de.

Kontakt: Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich 2: Informatik und Ingenieurwissenschaften, Forschungsgruppe für Netzwerksicherheit, Informationssicherheit und Datenschutz, Prof. Dr. Martin Kappes, Telefon: 069/1533-2791, E-Mail: kappes@fb2.fh-frankfurt.de

Weitere Informationen:

https://netzwerksicherheit.fb2.fh-frankfurt.de

Nicola Veith | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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