Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ubiquitäre Umwelt-Informationssysteme: Auf den Energieverbrauch kommt es an

31.03.2014

Neues Forschungsprojekt „Ubiquitäre Umwelt-Informationssysteme“ der Universität Siegen ist angelaufen, Unternehmen dienen als Living Lab, NRW-Umweltministerium rund steuert 1,8 Mill. Euro bei.

Energie ist teuer. Vor allem dann, wenn sie in großer Menge benötigt wird. Das ist häufig in Unternehmen der Fall, besonders im produzierenden Gewerbe. Der Energiebereich bietet Einsparpotenziale, allerdings nur dann, wenn der Verbrauch in den unterschiedlichen Herstellungs- und -ablaufphasen genau quantifiziert werden kann.

Das gelingt bisher eher selten. Deshalb werden einige Unternehmen in Südwestfalen künftig in das sogenannte Living Lab Energy & Environment einbezogen. „Ubiquitäre Umwelt-Informationssysteme“ heißt das Forschungsprojekt, an dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Siegen gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft arbeiten.

Der Auftakt für das Vorhaben fand nun in den Räumen der Sparkasse Siegen an der Morleystraße statt. Zu Gast war Johannes Remmel, NRW-Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz. Sein Ministerium fördert das Projekt mit insgesamt 1,8 Mill. Euro.

Entwickelt werden sollen prototypische Anwendungen, die den Verbrauchern in Echtzeit im betrieblichen wie auch im privaten Bereich über den Stromverbrauch informieren und ihm gleichzeitig Hinweise über mögliche Energieeinsparmaßnehmen geben. Kostenzuweisungen und -prognosen unter Berücksichtigung äußerer Preisprozesse (z.B. Einkauf von Strom über die Börse anstatt über langfristig abgeschlossene Verträge) versetzen Unternehmen zusätzlich in die Lage, die Ressource Energie noch wirtschaftlicher einzusetzen.

Darüber hinaus soll der Nutzer Informationen erhalten, die ihm künftige Planungen und Anschaffungen erleichtern. Basis des Forschungsprojektes sind neue Informations- und Kommunikationstechnologien.

Am Projekt beteiligt sind der Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik und neue Medien der Universität Siegen, der Lehrstuhl Human Computer Interaction sowie die Fachgruppe Stochastik. Als Partner gewonnen werden konnten die statmath GmbH aus Siegen, die devolo AG aus Aachen, die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserversorgung im VKU (ASEW), die Sparkasse Siegen sowie die QOSIT Softwaretechnik GmbH.

„Unser Gebäude ist energieoptimiert gebaut“, so Sparkassen-Vorstand Harald Peter bei der Begrüßung. Und dennoch gehe das Energiesparen weiter. Harald Peter: „Uns gefällt besonders, dass eine Forschergruppe der Universität Siegen sich mit der heimischen Wirtschaft zusammengetan hat.“ Minister Remmel bezeichnete die Energiefrage als eine der größten Herausforderungen für die Menschheit. Es gehe dabei zuvorderst auch um die Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes: „Der Klimawandel ist vielerorts bereits spürbar. Wir müssen dringlich handeln.“ Zwar könnten die Menschen im Kreis Siegen-Wittgenstein das Problem nicht allein lösen, „Wir müssen aber die Kräfte bündeln, uns vernetzen und uns hinter einer Idee versammeln.“

Hon.-Prof. Dr. Martin Hill: “Wir wissen zu wenig über den Energieaufwand pro Produkt.” Die vierte industrielle Revolution, die bevorstehe, bringe ein völlig anderes Level an Automatisierung und biete große Chancen fürs Energiemanagement. Es gehe um den kostengünstigen Einkauf von Energie, eine energieoptimierte Produktionsplanung, die Planung von Investitionsprojekten und den Umweltfußabdruck. Ziel der Entwicklung seien demnach Smart-Energy-Technologien (Messen, Zusammenführen, Veredeln) , nachhaltige Geschäftsprozesse und Wertschöpfungsketten, eine handlungszentrierte Energie-Visualisierung vom Meister über die Werksleitung bis hin zur Geschäftsführung sowie Analyse und mathematische Modelle (Prognose, Preise, Risiken).

„Wir wollen das Verhalten der Menschen zur Energie verändern“, so Prof. Dr. Volker Wulf. High-tech müsse genutzt werden, um beispielsweise in Unternehmen Energie als Einzelkosten zu rechnen. „Wir gehen erst einmal empirisch in die Unternehmen.“ Dabei liege der Fokus eben auf dem Energieverhalten.

Weitere Informationen:

http://www.uni-siegen.de/start/news/oeffentlichkeit/573752.html

André Zeppenfeld | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope
20.10.2017 | Freie Universität Berlin

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise