Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TU Ilmenau erhält von Carl-Zeiss-Stiftung 1 Million Euro für automatisierte Zellforschung

24.07.2013
Selbst im 21. Jahrhundert erfolgt der Umgang mit Zellkulturen meistens noch in Handarbeit, im Wirtschafts- und Forschungsbereich der Zellkultivierung dominieren noch die Manufakturen.

Ein neues Forschungsprojekt der Technischen Universität Ilmenau wird für die Zellbiologie vollkommen neue Automatisierungstechnologien entwickeln. ie Carl-Zeiss-Stiftung ermöglicht das Projekt mit einer Million Euro.

Wissenschaftler der TU Ilmenau und des Instituts für Bioprozess- und Analysenmesstechnik iba® e.V. Heiligenstadt werden eine automatisierte Labormaschine für die Zellkultivierung entwickeln und herstellen. Im Forschungsprojekt „System for Automated Cell Cultivation and Analysis“ (SACCA) werden vier Fachgebiete des Instituts für Mikro- und Nanotechnologien, IMN MacroNano®, der TU Ilmenau unter Federführung des Fachgebiets Biomechatronik mit modernsten Methoden der Mechatronik und der Mikrosystemtechnik vier Jahre lang daran arbeiten, effektive Automatisierungstechnologien für die Kultivierung und die Analyse von Zellkulturen zu entwickeln.

So wie beim Tissue Engineering durch die Kultivierung von Zellen biologisches Gewebe für die Medizin künstlich hergestellt wird, streben die Thüringer Wissenschaftler an, Zellen in Zukunft nicht nur automatisiert zu analysieren, sondern auch zu bearbeiten. Projektleiter Prof. Hartmut Witte, Leiter des Fachgebiets Biomechatronik an der TU Ilmenau, sieht für die Zellkultivierung eine neue Ära anbrechen. Zur Zeit befände sich die Zellkultivierung noch in jenem Zustand wie die Industrie vor zwei Jahrhunderten: „Heute werden die Zellen noch von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz getragen und mit Geräten, die jedes Mal neu zusammengestellt werden, analysiert – jeder Analysegang gleicht der Neuerfindung des Rades.“ Künftig „wohnen“ die Zellen in Mikrosystemen in einer Maschine und je nach Aufgabe, die zu lösen ist, kommt eine Auswahl der bereitstehenden Werkzeuge zu ihnen. Das SACCA-Verfahren ist also biozentriert, nicht prozesszentriert. Prof. Witte: „In Zukunft stehen nicht die Geräte, sondern wortwörtlich die Zellen im Mittelpunkt. Die Vorteile der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts, Standardisierung und Durchsatzerhöhung, kombinieren wir mit jenen der Fabrik 4.0 des 21. Jahrhunderts: individuelle Einzelstückfertigung.“

Das SACCA-Projekt führt frühere und derzeit laufende Landes- und Bundesprojekte der TU Ilmenau zur Zellforschung mit klassischen Methoden nahtlos weiter und bündelt viele Einzelaktivitäten der Wissenschaftler, Zellen auf Mikro- und Nanoniveau zu nutzen. Die Fördersumme von einer Million Euro, die von der Carl-Zeiss-Stiftung für das neue Forschungsprojekt zur Verfügung gestellt wird, bietet nicht nur die Chance, die internationalen Sichtbarkeit der Ilmenauer Zellforschung zu erhöhen, sie soll dem IMN MacroNano® auch dazu verhelfen, einen neuen Sonderforschungsbereich der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) einzuwerben.

Hintergrund:

Die Carl-Zeiss-Stiftung wurde 1889 von dem Wissenschaftler, Unternehmer und Sozialreformer Ernst Abbe mit dem Zweck gegründet, Wissenschaft und Forschung im Bereich der Natur- und Ingenieurwissenschaften zu fördern.

DFG-Sonderforschungsbereiche sind Forschungseinrichtungen in Hochschulen, die für bis zu zwölf Jahre mit Bundemitteln gefördert werden. In einem übergreifenden und wissenschaftlich exzellenten Forschungsprogramm arbeiten Wissenschaftler über die Grenzen ihrer jeweiligen Fächer, Institute, Fachbereiche und Fakultäten hinweg zusammen. Durch die Konzentration und Koordination der Kräfte einer Hochschule ermöglichen sie die Bearbeitung innovativer, anspruchsvoller, aufwändiger und langfristig konzipierter Forschungsvorhaben.

Kontakt:
Prof. Hartmut Witte
TU Ilmenau, Leiter Fachgebiet Biomechatronik
und Projektleiter SACCA
Tel.: 03677 / 69-2456
Email: hartmut.witte@tu-ilmenau.de

Bettina Wegner | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-ilmenau.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht EU-Förderung in Millionenhöhe für Regensburger Wissenschaftler
21.04.2017 | Universität Regensburg

nachricht Förderung Technologietransfer im technologischen Ressourcenschutz mit über 500.000 Euro
20.04.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten