Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TU Dresden zeichnet beste Arbeiten auf dem Gebiet der Photonik mit Emanuel-Goldberg-Preis und Harry-Dember-Preis aus

25.05.2010
Helle Köpfe werden für leuchtende Ergebnisse geehrt

Am 7. Juni 2010 werden um 17 Uhr (Hörsaal 98, Beyer-Bau) die besten Arbeiten des Vorjahres auf dem Gebiet der Optoelektronik und Photonik in Rahmen des 17. Dresdner Photonik-Kolloquiums ausgezeichnet.

Der von der Robert-Luther-Stiftung erstmals ausgelobte Emanuel-Goldberg-Preis für die beste Dissertation wird an Dr. rer. nat. Roman Forker und Dipl.-Phys. Sebastian Reineke gehen.

Die Dissertation von Dr. Roman Forker befasst sich mit der optischen Spektroskopie ultradünner organischer Schichten, wie sie u.a. in organischen Bauelementen Anwendung finden. Er fand u.a. eine Möglichkeit der Entkopplung zwischen Metallsubstrat und organischer Schicht, wies die Aufladung von organischen Molekülen nach und zeigte, wie die Energetik an der Grenzfläche den Ladungstransfer bestimmt. Die Motivation solcher Untersuchungen liegt darin, dass diese organischen Materialien interessante physikalische Effekte bieten und zudem breite Anwendungsmöglichkeiten haben.

Die Dissertation von Sebastian Reineke befasst sich mit organischen Leuchtdioden, insbesondere im Betrieb bei hoher Leuchtdichte. Er greift damit ein sehr interessantes physikalisches und technisches Problem auf, da die Effizienz von organischen Leuchtdioden bei höherer Stromdichte normalerweise deutlich nachlässt.

Sebastian Reineke beschreibt ein neues OLED-Design mit der bisher weltweit besten realisierten Effizienz, auch bei hohen Stromdichten und noch über der von Energiesparlampen. Das gelingt ihm durch Kombination einer neuen Schichtanordnung auf einem Substrat mit hohem Brechungsindex und Verwendung einer Noppenfolie für eine bessere Lichtauskopplung.

Der vom Zentrum für Angewandte Photonik e.V. ausgelobte Harry-Dember-Preis für die beste Diplomarbeit wird an Dipl.-Phys. Julia Wünsche gehen. Sie hat mit ihrer Arbeit zum besseren Verständnis der Diffusion von Exzitonen in organischen Bauelementen – einem elementaren Prozess – beigetragen. Die Diffusion spielt eine sehr wichtige praktische Rolle in vielen Bauelementen wie organischen Leuchtdioden und Solarzellen. Der Effekt ist in solchen Dünnschichtbauelementen relativ wenig verstanden, und in der Literatur gibt es viele z.T. widersprüchliche Werte.

Die Preisverleihung wird von Prof. Hermann Kokenge, Rektor der TU Dresden, Dr. Ronald Werner, Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, und Gildas Sorin, COE der Novaled AG, einem der bedeutendsten Zustifter der Robert-Luther-Stiftung, vorgenommen.

Mit den Preisen ehrt das Institut für Angewandte Photophysik (IAPP) gleichzeitig das Andenken bedeutender Professoren der früheren Technischen Hochschule Dresden, die auf dem Gebiet der Fotografie Großes geleistet haben.

Energieeinsparung ist eine Forderung unserer Tage und gehört zu den Schwerpunktthemen der TU Dresden. Zu den vielfältigen Aktivitäten der TUD auf diesem Gebiet gehören die Arbeiten zu effizienten Leuchtdioden und ihrer Umkehrung, den Solarzellen. Führend auf diesem Gebiet sind die Forschungen des IAPP der TUD zu organischen Bauelementen und ihren Grundlagen. Organische LEDs und Solarzellen, hergestellt aus organischen Molekülen wie sie u. a. auch in Autolacken zu finden sind, verheißen neue Anwendungsmöglichkeiten und effizienten Betrieb bei geringem Energieaufwand in der Herstellung. Schon heute finden OLEDs erste Anwendungen in Displays von Handys, wo sie mit brillanten Farben und Blendungsfreiheit überzeugen. OLEDs sollen einmal effizienter als alle derzeit üblichen Leuchtmittel werden und organische Solarzellen werden den Strommarkt revolutionieren. Doch noch sind viele der zugrunde liegenden Prozesse nicht ausreichend verstanden und auch die fertigen Bauelemente bedürfen weiterer Optimierung. An diesen hochinteressanten und aktuellen Fragestellungen arbeiten die Mitarbeiter des IAPP, einem der europäischen Hauptakteure der Forschung in Europas größtem Standort für organische Halbleiter.

Das IAPP der TUD ist ein führendes Forschungsinstitut auf dem Gebiet der Grundlagen- und angewandten Forschung zu organischen Halbleitern. In den vergangenen Jahren hat das Institut eine Reihe von innovativen Ideen zu organischen Bauelementen realisiert. Außerdem hat das IAPP mehrere Firmen ausgegründet, darunter die Novaled AG, Heliatek GmbH, Creaphys GmbH und sim4tec GmbH. Das IAPP ist fester Bestandteil und Forschungs-Motor von Europas größtem Standort für organische Halbleiter.

Nähere Informationen für Journalisten:
Dr. Annette Polte
Institut für Angewandte Photophysik
Tel. 0351 463-37500, Fax -37501
E-Mail: annette.polte@iapp.de

Karsten Eckold | idw
Weitere Informationen:
http://www.iapp.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mikrophotonik – Optische Technologien auf dem Weg in die Hochintegration
21.07.2017 | VDI Technologiezentrum GmbH

nachricht 1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext
20.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten