Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Translationale Forschung zum Thema Lungenkrebs - Kölner Forscher erhält Deutschen Krebspreis

21.03.2013
Prof. Dr. Roman Thomas ist heute (21.03.2013) von der Deutschen Krebsgesellschaft mit dem Deutschen Krebspreis 2013 für seine Verdienste im Bereich der translationalen Krebsforschung zum Thema Lungenkrebs ausgezeichnet worden. Bei translationaler Forschung geht es in der Medizin um die frühzeitige Übertragung von grundlegenden Forschungserkenntnissen in die therapeutische Anwendung.

Prof. Thomas wurde für die Entdeckung von bislang unbekannten genetischen Veränderungen geehrt, die für das Wachstum von Krebszellen in der Lunge verantwortlich sind, unter anderem die FGFR1-Amplifikation beim kleinzelligen Bronchialkarzinom beziehungsweise Plattenepithelkarzinom.

An der Uniklinik Köln wird bereits eine klinische Studie durchgeführt mit Patienten, die speziell diese genetische Veränderung aufweisen. Dabei wird untersucht, ob neue spezifische Medikamente die entsprechenden Wachstumssignale in den mutierten Krebszellen unterdrücken.

„Wir hoffen, dass durch unsere Erkenntnisse nun auch Patienten besser therapiert werden können. Bei uns hier am Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) ist die personalisierte Behandlung von Patienten mit Lungenkrebs bereits Realität geworden“, freut sich Prof. Thomas am Rande der Preisverleihung.

Alleine in Deutschland leben heute knapp 1,4 Millionen Patienten mit der Diagnose Krebs, wobei der Lungenkrebs die dritthäufigste Erkrankungsform darstellt. Erschreckend ist dabei die hohe Sterblichkeit, da die Erkrankung meist erst spät entdeckt wird und der Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium bisher nur eingeschränkt therapierbar ist.

Durch die enge Zusammenarbeit mit Pathologen und Onkologen innerhalb des Netzwerks Genomische Medizin (NGM) am Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) an der Uniklinik Köln konnten in den letzten Jahren die Herausforderungen der Übertragung von Erkenntnissen zwischen der präklinischen Forschung und der klinischen Entwicklung erfolgreich gemeistert werden.

Prof. Dr. Roman Thomas ist Leiter der Abteilung Translationale Genomik an der Universität zu Köln. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der Entwicklung genomischer Diagnoseverfahren und der genetischen Analyse von Krebserkrankungen.

Der Deutsche Krebspreis wird von der Deutschen Krebsgesellschaft seit 1986 jährlich für herausragende wissenschaftliche Leistungen und aktuelle zukunftsweisende Arbeiten in der Onkologie vergeben. Die Preisverleihung 2013 erfolgte im Rahmen des AEK-Kongresses – dem wichtigsten Forum der grundlagenorientierten Krebsforschung im deutschsprachigen Raum. Die „Abteilung Experimentelle Krebsforschung“ (AEK) wurde von Mitgliedern der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. gegründet.

Hintergrund: CIO Köln Bonn
Das Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) Köln Bonn ist das gemeinsame Krebszentrum der Unikliniken Köln und Bonn. Unter dem Dach des CIO sind alle klinischen Einheiten und Institute beider Häuser zusammengefasst, die sich mit der Erforschung, Diagnose und Behandlung von Tumorerkrankungen beschäftigen. Das CIO Köln Bonn ist eines von elf „onkologischen Spitzenzentren“ in Deutschland, die von der Deutschen Krebshilfe gefördert werden. Neben einer herausragenden Versorgung der Krebspatienten zeichnet sich ein Spitzenzentrum auch durch intensive Forschungs- und Lehraktivitäten im Bereich Onkologie aus.
Hintergrund: Abteilung Translationale Genomik
Die Abteilung Translationale Genomik der Universität zu Köln unter Leitung von Prof. Roman Thomas sequenziert im Rahmen ihres Forschungsprogramms die Genome humaner Tumore mit einem Schwerpunkt auf der Identifizierung genetischer Veränderungen in Lungenkrebstumorzellen. Das Ziel der tiefen genetischen Charakterisierung besteht darin, Mutationen zu identifizieren und anschließend auf ihre funktionelle zellbiologische Relevanz hin zu untersuchen. Komplementär werden die Auswirkungen der Mutationen auch auf die Empfindlichkeit gegenüber neuartigen Krebsmedikamenten analysiert.

Mitarbeiter aus den Bereichen Medizin, Physik und Biologie arbeiten in der Abteilung Translationale Genomik gemeinsam an stark multidisziplinär ausgerichteten Projekten. Die Projekte beinhalten dabei vielfältige nationale und internationale Kooperationen und eine enge Zusammenarbeit mit Gruppen der Uniklinik Köln, um die wissenschaftlichen Entdeckungen direkt in die Klinik zu übertragen und personalisierte Therapieansätze für Krebspatienten zu etablieren.

Für Rückfragen:

Christoph Wanko
Pressesprecher Uniklinik Köln
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: presse@uk-koeln.de

Christoph Wanko | idw
Weitere Informationen:
http://www.uk-koeln.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht CAU-Wissenschaftlerin erhält EU-Förderung zur Entwicklung neuer Implantate
22.11.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Illegal geschlagenes Holz in Alltagsprodukten aufspüren
21.11.2017 | Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften