Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tissue Engineering der Tränendrüse – Förderpreis für internationale Augenforschung

04.07.2016

Katja Schenke-Layland wurde im Juni 2016 mit dem Harold F. Spalter International Research Scholar Award der amerikanischen Organisation »Research to Prevent Blindness (RPB)« ausgezeichnet. Der Award ermöglicht es der Wissenschaftlerin und IGB-Institutsleiterin, eine strategische Kooperation des Fraunhofer IGB mit dem Eye Institute der Keck School of Medicine an der University of Southern California (USC) auf dem Gebiet des stammzellbasierten okulären Tissue Engineerings aufzubauen.

Prof. Dr. Katja Schenke-Layland vom Fraunhofer IGB in Stuttgart hat im Juni 2016 den Harold F. Spalter International Research Scholar Award der amerikanischen Organisation »Research to Prevent Blindness (RPB)« erhalten, um am Eye Institut der Keck School of Medicine an der University of Southern California (USC) Ursachen und Möglichkeiten der Behandlung und Prävention von Augenerkrankungen zu erforschen.

Der in der amerikanischen Augenheilkunde renommierte, jährlich ausgeschriebene Preis ermöglicht einem nicht in den USA forschenden Wissenschaftler, Kooperationen mit amerikanischen Kollegen auf- und auszubauen, um sich anschließend gemeinsam um Förderung von Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Augenheilkunde zu bewerben.

Schenke-Layland, Institutsleiterin des Fraunhofer IGB und Leiterin der Abteilung Zell- und Tissue Engineering, will mit der Auszeichnung die Zusammenarbeit mit der Wissenschaftlerin Prof. Dr. Sarah Hamm-Alvarez vom Eye Institute der Keck School of Medicine an der University of Southern California (USC) weiter ausbauen, mit der sie bereits seit ihrer Zeit als Post-Doc von 2005 bis 2008 an der University of California Los Angeles (UCLA) kooperiert.

»Unser Ziel ist es, ein In-vitro-Modell der Tränendrüse des Auges aufzubauen, um neue, stammzellbasierte Therapien für beispielsweise das durch Sjögren-Syndrom beeinträchtigte Gewebe zu entwickeln«, erläutert Schenke-Layland das Forschungsvorhaben.

Das Sjögren-Syndrom ist eine entzündlich-rheumatische Autoimmunerkrankung, bei der die Speichel- und Tränendrüsen angegriffen werden. Allein in den USA sind vier Millionen Menschen betroffen.

Das In-vitro-Modell soll einerseits als Testsystem eingesetzt werden, auf lange Sicht aber auch für die regenerative Therapie geschädigter Tränendrüsen weiterentwickelt werden. Momentan wird die Trockene-Augen-Erkrankung hauptsächlich in Kleintiermodellen untersucht, welche die Verhältnisse im erkrankten Menschen nicht wirklich abbilden.

Schenke-Layland setzt daher auf induziert-pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen), die sie bereits für andere Fragestellungen erfolgreich eingesetzt hat. »Darüber hinaus wollen wir für die Therapie der Augenerkrankung geeignete Biomaterialien entwickeln«, so Schenke-Layland.

Auch die Verbesserung der Diagnostik des Sjögren-Syndroms steht auf der Agenda der Forschungskooperation. Hierzu wollen die Forscher markerfreie Technologien wie beispielsweise die Raman-Mikrospektroskopie und Fluoreszenzabklingzeiten (FLIM) heranziehen. Diese nicht-invasiven Methoden sollen zur Früherkennung der durch das Sjögren-Syndrom beeinträchtigten Organe eingesetzt werden.

RPB ist die weltweit führende ehrenamtliche Organisation zur Förderung der Erforschung von Augenerkrankungen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1960 hat RPB medizinische Institutionen in den USA mit mehreren hundert Millionen Dollar zur Erforschung der Ursachen von Erblindungen unterstützt.

Weitere Informationen:

http://www.rpbusa.org/rpb/? Informationen zur RPB
http://www.igb.fraunhofer.de/de/presse-medien/nachrichten/2015-2016/tissue-engin... Presseinformation beim Fraunhofer IGB

Dr. Claudia Vorbeck | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie