Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Thüringer Forschungspreis für Prof. Dr. Jörg Rüpke von der Universität Erfurt

28.01.2013
Mit dem Thüringer Forschungspreis wird das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur am 8. Februar Prof. Dr. Jörg Rüpke, Religionswissenschaftler am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt, auszeichnen.

Der Preis wird für herausragende Forschungsleistungen in den Kategorien „Grundlagenforschung“ und „Angewandte Forschung“ sowie für wissenschaftliche Leistungen mit besonderer wirtschaftlicher Relevanz als „Transferpreis“ sowohl an einzelne Wissenschaftler als auch an Forschergruppen vergeben, die an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen des Landes Thüringen oder im Verbund dieser Einrichtungen mit weiteren Partnern aus Thüringen entstanden sind.

Mit seiner Vergabe sollen nicht nur exzellente Forschungsergebnisse gewürdigt, sondern gleichzeitig die Potenziale des Wissenschaftslandes Thüringen der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Professor Rüpke erhält den Forschungspreis in der Kategorie „Grundlagenforschung“, der mit 17.500 Euro dotiert ist.

Der Erfurter Religionswissenschaftler hat sich vor allem mit seiner Forschung über den religiösen Wandel in der römischen Antike verdient gemacht. Rüpke zeigt, dass diese Epoche nicht durch die Konkurrenz verschiedener Religionen geprägt, sondern durch die Ausweitung religiösen Denkens und Handelns in die verschiedensten Bereiche des individuellen und sozialen Lebens. Es ist der Stellenwert von Religion, der sich verändert, so Rüpkes zentrale These, nicht die Konkurrenz von Religionen oder ihr Widerstreit. Diese Neubewertung ist möglich, wenn man nach den Spielräumen individuellen religiösen Handelns fragt, also nicht mehr die kollektive Religionsausübung ins Zentrum der Betrachtung rückt. Für das römische Altertum ist dieser Zugang neu, war die Forschung doch gewohnt, in dieser Epoche von eindeutigen politischen oder religiösen Identitäten auszugehen. Prof. Dr. Jörg Rüpke ist es jedoch gelungen, ein Modell religiöser Individualität zu entwickeln, das für diese Epoche einschlägig ist. Ihren sichtbaren Ausdruck findet seine multidisziplinäre Zugangsweise im Programm der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Kolleg-Forschergruppe „Religiöse Individualisierung in historischer Perspektive“, die 2008 von Prof. Dr. Jörg Rüpke und Prof. Dr. Hans Joas am Max-Weber-Kolleg aufgebaut wurde.

Das Individuum weiter im Blick, widmet sich Rüpke in jüngster Zeit auch der Erforschung religiöser Praktiken in der römischen Antike. Hier beschreitet er ebenfalls neue Wege: Hat sich die Forschung bislang vornehmlich auf die öffentlichen Aspekte von Ritual und Religion konzentriert, widmet sich der Erfurter Religionswissenschaftler der alltäglichen, gelebten Religion. Das Konzept der „religiösen Individualität“ wird damit einer eingehenden Prüfung unterzogen, und über die kanonischen Texte hinaus werden materielle Zeugen antiker Religionspraxis wie Inschriften, Bildnisse, Kleidung, Architektur und Schmuck für die Forschung relevant. Diese bezieht damit erstmals die Erfahrungen und Emotionen, also das individuelle Erleben von Religion, mit ein und ist so neben der religionsgeschichtlichen auf archäologische, ägyptologische und kunsthistorische Expertise angewiesen. Unter dem Titel „Lived Ancient Religion“ betreibt Jörg Rüpke Altertumswissenschaft in umfassendem Sinne, wofür ihn der Europäische Forschungsrat 2011 mit einem Advanced Investigators Grant ausgezeichnet hat.

„Es sind aber nicht nur die erfolgreiche Einwerbung koordinierter Projekte und die große Zahl an Publikationen, die Rüpkes Forschung zu weiter Ausstrahlung verhelfen“, erklärt Prof. Dr. Kai Brodersen, Präsident der Universität Erfurt. „Er hat sich zudem große Verdienste in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses erworben. Mehr als zwei Dutzend junge Wissenschaftler wurden mit ihren Promotionen und Habilitationen von Jörg Rüpke betreut und sind jetzt vielfach in eigenständigen wissenschaftlichen Positionen tätig. In diesem umfassenden Engagement für die Weiterentwicklung seines Fachs – sei es in personeller, methodischer oder forschungspraktischer Hinsicht – liegt die besondere wissenschaftliche Leistung von Professor Rüpke, die nun mit dem Thüringer Forschungspreis eine sichtbare Anerkennung erfährt.“

Carmen Voigt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erfurt.de/uni/who-is-who/ruepke/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

nachricht 1,5 Mio. Euro für das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW)
05.12.2016 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was nach der Befruchtung im Zellkern passiert

06.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Tempo-Daten für das „Navi“ im Kopf

06.12.2016 | Medizin Gesundheit

Patienten-Monitoring in der eigenen Wohnung − Sensorenanzug für Schlaganfallpatienten

06.12.2016 | Medizintechnik