Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Telemedizin: Land fördert Leitprojekte anwendungsorientierter Transferforschung mit 2,8 Millionen €

02.07.2014

Das Wissenschaftsministerium fördert in Zusammenarbeit mit dem Sozialministerium seit Juni 2014 mit insgesamt rund 550.000 Euro zwei erste Transferforschungsprojekte, die Innovationen in der Telemedizin dazu nutzen wollen, stationäre und ambulante Angebote auf regionaler Ebene zum Wohle des Patienten zu verzahnen.

„Als Antwort auf den demographischen Wandel müssen wir neue Wege beschreiten und vorhandenes Potential bestmöglich nutzen. Wir wollen helfen, innovative telemedizinische Lösungen zu entwickeln bzw. weiterzuentwickeln und sie standardisiert in die Patientenversorgung zu integrieren. Hier ist die Kooperation von Medizin, Informatik und Ingenieurwissenschaften gefragt. Mithilfe der Telemedizin sollen stationäre und ambulante Angebote auf regionaler Ebene verzahnt und die Qualität der Versorgung auch im ländlichen Raum sichergestellt werden“, sagten Wissenschaftsministerin Theresia Bauer und Sozialministerin Katrin Altpeter zur Förderentscheidung.

Insgesamt stehen für das Programm „Anwendungsorientierte Transferforschung Telemedizin“ 2,8 Mio. Euro aus Mitteln der Zukunftsoffensive III zur Verfügung.

Entscheidend für die Auswahl der zwei Leittransferprojekte war u. a., dass sie sich mit ihrem jeweiligen Konzept den hohen Anforderungen der evidenzbasierten Medizin stellen wollen; eine Voraussetzung dafür, dass diese Versorgungskonzepte später in die Regelversorgung durch die Gesetzliche Krankenversicherung aufgenommen werden können.

Das Transferprojekt „Nutzenbewertung der Telemedizin als Unterstützung für die ambulante geriatrische Betreuung“ soll in einer zehnmonatigen ersten Projektphase die Bedürfnisse und Anforderungen eines telemedizinischen Ansatzes sowie die technische Machbarkeit im ambulanten Bereich pflegebedürftiger multimorbider geriatrischer Patienten analysieren.

Das Projekt wird vom Robert-Bosch-Krankenhaus und Dr. Margarete Fisch-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie, Stuttgart, geleitet und gemeinsam mit der nubedian GmbH, Karlsruhe, einem aus dem FZI Forschungszentrum Informatik, Karlsruhe, ausgegründeten Start-Up-Unternehmen, das im Rahmen des Programms „Junge Innovatoren“ vom Wissenschaftsministerium gefördert wurde, bearbeitet. Als weiterer Projektpartner bringt die Robert Bosch HealthCare GmbH ihre langjährige Expertise im Bereich der Telemedizin beratend ein.

Das Projekt solle zeigen, ob telemedizinische Innovationen die Betreuung von älteren Menschen mit chronischen Erkrankungen sinnvoll unterstützen kann, so die Ministerinnen. Durch die enge Einbeziehung aller am Versorgungsgeschehen beteiligten Akteure - d.h. Patienten, Angehörigen, Pflegenden und Pflegeorganisationen, Ärzten, der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, Krankenkassen sowie Experten im Bereich telemedizinischer Technologien - sollen berufsübergreifende Abläufe festgelegt werden. Ziel ist es, ein tragfähiges Konzept zu entwickeln, um dieses in einer Nachfolgestudie in der realen ambulanten Versorgungssituation zu testen.

Das Transferprojekt „SMARTY“ hat die Einführung einer ‚Social Medical Application Platform‘ für eine sichere Kommunikation zwischen Ärzten, Patienten und Angehörigen am Beispiel der Betreuung von Kindern mit Mukoviszidose, Luftröhrenschnitt mit Dauerbeatmung und Kindern mit chronischen Leber- und Darmerkrankungen und nach Organtransplantationen zum Ziel.

Chronisch kranke Kinder und deren Eltern bedürfen einer erheblichen Aufmerksamkeit seitens des behandelnden Teams, sowohl in den Spezialkliniken, als auch im niedergelassenen Bereich. Deshalb soll am Beispiel dieser drei seltenen Erkrankungen im Kindesalter an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Tübingen eine neue Form der interdisziplinären Kommunikation via Internet zum Austausch von medizinischen Befunden, aktuellen Problemstellungen und klinischen Fragen eingeführt, getestet und der Nutzen und Erfolg der Plattform gemessen werden.

„Bisher konnten sich Patienten, Angehörige und Behandlungsteam nur mit erheblichem Aufwand für alle Beteiligten persönlich, postalisch, telefonisch oder per Fax über aktuell notwendige therapeutische Maßnahmen austauschen. Hier kann Telemedizin eine Entlastung für alle Beteiligten bringen“, so Altpeter und Bauer.

Im Rahmen dieses Projektes soll Ärzten, Patienten und Angehörigen in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen careon eine sogenannte Social Medical Application Platform (SMAP) zur zeitnahen und datenschutzrechtlich sicheren Kommunikation zur Verfügung gestellt werden.

Die SMAP ist eine gesicherte Online-Plattform, auf der sich die zugelassenen Teilnehmer direkt kontaktieren, um vor allem datenschutzrelevante Untersuchungsergebnisse, Behandlungsdaten und Informationen zeitversetzt auszutauschen. Nicht alle Teilnehmer müssen hierfür gleichzeitig online sein, sondern können die Nachrichten, die in den virtuellen Behandlungsraum gestellt werden, beim nächsten Besuch abrufen.

Biljana Bojic | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.mwk.bwl.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht »Die Oberfläche 2018« – Fünf Nominierungen gehen in die Endrunde
18.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht DFG fördert Entwicklung innovativer Forschungssoftware an der Universität Bremen
17.05.2018 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was einen guten Katalysator ausmacht

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Superkondensatoren aus Holzbestandteilen

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Schaltschrank-Plattform für die Energiewelt

24.05.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics