Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Teenager und E-Zigaretten – Chancen und Gefahren

27.07.2015

Bundesgesundheitsministerium fördert Forschungsprojekt zum Konsum von elektronischen Dampferzeugnissen bei Jugendlichen

Dämmen E-Zigarette und Co. den konventionellen Tabakkonsum bei Jugendlichen ein oder verführen sie sie dazu?

Das erforscht Suchtexperte Prof. Dr. Heino Stöver von der Frankfurt University of Applied Sciences (FRA-UAS). Zurzeit leitet er das Forschungsprojekt „Der Konsum von elektronischen Dampferzeugnissen (eDe) unter Jugendlichen“, das neben der Analyse des Konsums auch praktische Vorschläge für einen verbraucherschutzorientierten Umgang mit elektronischen Dampferzeugnissen entwickelt.

Rund zwei Millionen Deutsche greifen laut Studien zur E-Zigarette. Die Bundesregierung plant auf Initiative von Familienministerin Manuela Schwesig und Ernährungsminister Christian Schmidt den Verkauf von (nikotin- wie nicht nikotinhaltigen) E-Zigaretten und E-Shishas an Jugendliche unter 18 Jahren durch eine entsprechende Ergänzung des Jugendschutzgesetzes zu verbieten.

Hintergrund ist, dass diese Produkte aus Sicht der Bundesregierung mit erheblichen Gesundheitsgefahren insbesondere für Jugendliche verbunden seien und ihr Gebrauch Jugendliche zu konventionellem Tabakkonsum verführe. Ob elektronische Dampferzeugnisse potenzieller Pfeiler einer effektiven Tabakpräventionsstrategie sind oder neue Gesundheits- und Suchtgefahren bergen, wird derzeit in Forschung, Medien und Politik kontrovers diskutiert.

Um hier eine Aussage treffen zu können und entsprechende Präventionsstrategien zu erarbeiten, braucht es eine valide Datengrundlage. „Aufgrund der Neuartigkeit des Phänomens sind Aussagen darüber, wie viele Jugendliche wie häufig elektronische Dampferzeugnisse konsumieren, schwierig“, so Stöver. „Mit dem Forschungsvorhaben wollen wir dazu beitragen, Grundlagenwissen zu einem bislang kaum erforschten Feld zu generieren.“

Der Wissenschaftler erforscht neben dem Konsum Jugendlicher vor allem, ob elektronische Dampferzeugnisse eine signifikante Rolle als „Einstiegsdroge“ in den Tabakkonsum spielen oder inwiefern bzw. in welchem Ausmaß sie von rauchenden Jugendlichen als Ausstiegshilfe verwendet werden. Gemeinsam mit Dr. Bernd Werse vom Centre for Drug Research der Goethe-Universität Frankfurt untersucht Stöver, aus welchen Gründen und in welchem Ausmaß E-Zigaretten, E-Shishas und E-Pfeifenköpfe von Jugendlichen konsumiert werden und in welchem Zusammenhang ihr Konsum mit konventionellen Tabakprodukten steht.

Analysiert werden darüber hinaus Konsummuster und Versorgungswege. Erhoben werden die Daten mittels einer qualitativen Befragung von etwa 40 Jugendlichen sowie einer daran anschließenden quantitativen Online-Erhebung. Da sich die Forschung bereits darauf geeinigt hat, dass elektronische Dampferzeugnisse sowohl für aktiv als auch passiv Konsumierende im Vergleich zu konventionellen Tabakprodukten weitaus weniger schädlich sind, fordert Stöver:

„Es ist notwendig, die Produktqualität im Sinne des Verbraucherschutzes zu regulieren und nicht nur mit Totalverboten zu operieren. Auch weil sie die Risiken des konventionellen Tabakkonsums mindestens abmildern könnten, muss man E-Zigaretten – auch für Jugendliche – im Blick behalten“ Hier sieht der Forscher die Politik in der Pflicht: „Die Gesundheitsförderung sollte künftig dafür sorgen, Verbraucherinnen und Verbraucher von E-Zigaretten sowie Interessierte besser zu informieren und aufzuklären. Die E-Zigarette könnte so auch verstärkt für die Rauchprävention nutzbar gemacht werden.“

Das Projekt reiht sich in Stövers breit gefächertes Forschungsportfolio zu den Themen Drogen und Sucht ein. Themen, mit denen sich der Professor und Leiter des Instituts für Suchtforschung (ISFF) an der Frankfurt UAS seit den 80er Jahren wissenschaftlich auseinandersetzt und einen Namen gemacht hat. Aktuell hat er den Master-Studiengang „Suchttherapie und Sozialmanagement in der Suchthilfe“ mitinitiiert, der zum Wintersemester 2015/16 startet.

Kontakt: Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich 4: Soziale Arbeit und Gesundheit, Institut für Suchtforschung, Prof. Dr. Heino Stöver, Telefon: 069/1533-2823, E-Mail: hstoever@fb4.fra-uas.de

Weitere Informationen zum Projekt unter: http://www.frankfurt-university.de/isff; mehr zum Master-Studiengang http://www.frankfurt-university.de/suma

Weitere Informationen:

http://www.frankfurt-university.de/isff

Sarah Blaß | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE