Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Technik-Oscar für ARRI und Fraunhofer IPM

13.01.2012
Der Münchner Kinotechnik-Hersteller ARRI und das Freiburger Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM erhalten für den gemeinsam entwickelten Filmbelichter ARRILASER den »Academy Award of Merit« der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Die Oscar-Statuen werden am 11. Februar in Beverly Hills überreicht.

Mit dem »Academy Award of Merit« werden jährlich Persönlichkeiten geehrt, die hinter einer technischen Leistung stehen mit der »nachweislich erhebliche Beiträge zur Verbesserung des Filmherstellungsprozesses« erzielt wurden.

Für das Design und die Entwicklung des ARRILASERs geht jeweils ein Oscar an Franz Kraus und Johannes Steurer von ARRI sowie an Wolfgang Riedel vom Fraunhofer IPM. Der Laser-Filmbelichter »beweist ein hohes Maß an Ingenieurskunst, die zu einem kompakten, nutzerfreundlichen und wartungsarmen Gerät geführt hat, das gleichzeitig eine herausragende Geschwindigkeit und Bildqualität besitzt«, so die Juroren der Academy. Einige Ausschnitte der wissenschaftlich-technischen Preisübergabe sollen auch in der TV-Übertragung der Oscar-Verleihung am 26. Februar gezeigt werden.

Das Grundkonzept des ARRILASERs wurde von einem Forschungsteam um Wolfgang Riedel entwickelt, der als Projektleiter beim Fraunhofer IPM bereits einen am Markt erfolgreichen Großformatbelichter für die Fotoindustrie entwickelt hatte. Riedels Idee, das so gewonnene Know-how für die Kinofilm-Industrie zu nutzen, führte zu einer überaus erfolgreichen Zusammenarbeit mit ARRI. Die Erfahrungen in der Belichtungstechnik kombiniert mit dem speziellen Wissen um die Bedürfnisse der Kinofilmindustrie erlaubte dem Team um Kraus, Steurer und Riedel, die Anforderungen an einen laser-basierten, hochwertigen und hochauflösenden Filmbelichters zu definieren. Nach nur zwei Jahren Entwicklungszeit wurden 1998 die ersten Prototypen eines solchen Laser-Filmbelichters zu Testzwecken an die »Digital Domain und Computer Film Company« geliefert. Heute ist der ARRILASER Industriestandard. Mehr als 280 Geräte sind weltweit im Einsatz, um digitale Filmdaten auf Film zu belichten.

»Die Idee war, ein Stück Technik zu haben, das in puncto Qualität jedem Hollywood-Anspruch genügt, gleichzeitig aber effizient genug ist, um auch bei knappen Filmbudgets wettbewerbsfähig zu sein«, erklärt ARRI-Geschäftsführer Franz Kraus. Johannes Steurer, Entwicklungsleiter bei ARRI, ergänzt: »Der ARRILASER machte es möglich, alle Features zu einem moderaten Preis anzubieten – und das bei sehr kurzen Aufnahmezeiten. Die Film-Branche konnte dadurch von Aufnahme-basierten Effekten auf die komplette digitale Produktion umsteigen. Der ARRILASER ermöglichte somit erstmals eine digitale Filmbearbeitung im großen Maßstab«. »Auch wissenschaftlich war die Entwicklung des ARRILASERs ein voller Erfolg«, sagt Wolfgang Riedel vom Fraunhofer IPM. »Es gab viele technologische Herausforderungen, die nur gelöst werden konnten, weil Wissenschaftler unterschiedlichster Organisationen beteiligt wurden. Einige signifikante Fortschritte in den Spezialgebieten sind auf dieses gemeinsame Projekt zurückzuführen.«

Das Fraunhofer IPM nutzte die Erkenntnisse aus der Entwicklung des ARRILASERS für eine weitere Innovation: Der ARCHE Laserbelichter ist erstmals in der Lage, digitale Bilddaten – z. B. historische Dokumente – präzise und farbecht auf einen langzeitstabilen Film ausbelichtet. Der Farbmikrofilmbelichter wird seit Jahren vom Institut für Erhaltung von Archiv- und Bibliotheksgut des Landesarchivs Baden-Württemberg in Ludwigsburg eingesetzt.

Holger Kock | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2012/januar/technik-oscar-fuer-arri-und-fraunhofer-ipm.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Sechs innovative Projekte sind im Rennen um den begehrten European Health Award 2017
17.08.2017 | European Health Forum Gastein

nachricht ERC-Grants: Fünf neue Projekte an der LMU
11.08.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie