Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Suche nach dem Ursprung des Lebens: Lisa Kaltenegger erhält Auszeichnung der Simons-Stiftung

01.08.2013
Lisa Kaltenegger vom Max-Planck-Institut für Astronomie und dem Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics ist als eine der ForscherInnen der Simons Collaboration on the Origins of Life benannt worden.

Dr. Kaltenegger ist Expertin für die Charakterisierung extrasolarer Planeten (die einen anderen Stern umkreisen als die Sonne) mit dem Schwerpunkt Nachweisbarkeit potenziell lebensfreundlicher Bedingungen auf solchen Planeten. Die Auszeichnung der Simons-Stiftung ist mit einer Million Dollar dotiert. Damit wird Kaltenegger die »chemischen Fingerabdrücke« insbesondere von potenziell lebensfreundlichen Planeten erforschen.

Die Frage nach dem Ursprung des Lebens ist eine der großen ungelösten Fragen unserer Zeit. Jetzt hat die Simons-Stiftung mit Sitz in New York City ein Netzwerk von Wissenschaftlern geschaffen, das der Erforschung dieser Frage gewidmet ist: Die Simons Collaboration on the Origins of Life wird ForscherInnen aus Forschungsfeldern von Astrophysik bis Molekularbiologie zusammenbringen um Fragestellungen rund um den Ursprung des Lebens anzugehen – von den astronomischen Voraussetzungen für das irdische Leben bis zu den chemischen Prozessen, in denen die ersten Protozellen entstanden.

Die Leitung des Simons-Netzwerks teilen sich der Nobelpreisträger Jack Szostak, ein Spezialist für selbstreproduzierende chemische Strukturen, die primitiven Zellen ähneln, und der Astronom Dimitar Sasselov, Direktor der Harvard University's Origins of Life Initiative. Zu dem Netzwerk zählen der britische Hofastronom Martin Rees ebenso wie der bedeutende Harvard-Chemiker George Whitesides.

Nun wurde auch Lisa Kaltenegger als Mitglied der Simons Collaboration benannt. Kaltenegger forscht sowohl als Leiterin der Emmy-Noether-Forschungsgruppe »Supererden und Leben« der DFG am Max-Planck-Institut für Astronomie als auch am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics. Sie ist Spezialistin für die Charakterisierung derjenigen Sorte Exoplaneten, die am interessantesten für die Suche nach Leben auf fremden Planeten ist: der Erde ähnliche Felsplaneten, auf denen flüssiges Wasser existieren könnte – eine Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen.

Kaltenegger erhält von der Simons-Stiftung ab 1. September 2014 über 5 Jahre jährlich 200,000 Dollar an Forschungsmitteln; insgesamt eine Million Dollar. Sie wird das Geld einsetzen, um Modelle für »spektrale Fingerabdrücke« der Atmosphären von Exoplaneten zu untersuchen, also diejenigen Spuren, die verschiedene chemischen Elementen in diesen Atmosphären in dem Licht hinterlassen, welches wir von diesen weit entfernten Planetensystemen empfangen. Kaltenegger modelliert dabei insbesondere spektrale Fingerabdrücke für erdähnliche Planeten, die bislang jenseits der astronomischen Beobachtungsmöglichkeiten liegen. Auf diese Weise schafft sie Voraussetzungen für zukünftige Beobachtungen, die eines Tages Leben auf diesen bislang unerforschten Welten nachweisen könnten.

»Dieser Preis ist eine wunderbare Chance, die Vielfalt der verschiedenen neuen Welten um uns herum zu erforschen,« sagt Kaltenegger, »Mit seiner großen Bandbreite von Biologie bis zu Astronomie bietet das neue Netzwerk eine einzigartige Gelegenheit, mehr über andere Welten und den Ursprung des Lebens zu lernen – und es ist aufregend, ein Teil davon zu sein!«

Kontakt

Markus Pössel (Öffentlichkeitsarbeit)
Max-Planck-Institut für Astronomie
Telefon: (+49|0) 6221 – 528 261
E-Mail: pr@mpia.de

Dr. Markus Pössel | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.mpia.de
http://www.mpia.de/Public/menu_q2.php?Aktuelles/News/News2013/130801/130801_de.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rudolf-Virchow-Preis 2017 – wegweisende Forschung zu einer seltenen Form des Hodgkin-Lymphoms
23.06.2017 | Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

nachricht Repairon erhält Finanzierung für die Entwicklung künstlicher Herzmuskelgewebe
23.06.2017 | Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften