Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auf der Suche nach neuen Medikamenten gegen tropische Erkrankungen

25.03.2010
EU fördert Projekt "SEtTReND" mit 3,3 Millionen Euro

Mit 3,3 Millionen Euro fördert die Europäische Union im Rahmen des Programms "FP7-Health-2009" das Forschungsprojekt "Schistosoma Epigenetics - Targets, Regulation, New Drugs" (SEtTReND). Parasitologen, Strukturbiologen und Wirkstoffforscher aus drei europäischen Staaten und aus Brasilien entwickeln gemeinsam neue Arzneistoffe für die Therapie der Tropenkrankheit Bilharziose, die durch den Pärchenegel (Schistosoma) hervorgerufen wird.

Die Larven entwickeln sich in Schnecken als Zwischenwirten. In warmen Gewässern werden die Schistosomalarven freigesetzt. Bei Kontakt mit dem Menschen dringen die Larven in die Haut ein und wandern über Lymph- und Blutgefäße in die Leber, wo sie sich weiterentwickeln und verbreiten. Weltweit sind mehr als 200 Millionen Menschen mit dem Parasiten infiziert, was zu 280.000 Todesfällen jährlich führt. Sieben universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie Industrieunternehmen sind neben dem koordinierenden Institut Louis Pasteur in Lille (Frankreich) an dem Vorhaben beteiligt, darunter auch die Gruppe von Prof. Dr. Manfred Jung vom Institut für Pharmazeutische Wissenschaften der Universität Freiburg.

Epigenetik beschäftigt sich mit den Vorgängen, die regulieren, wie aus dem genetischen Code nur bestimmte Informationen abgelesen werden. Jede Zelle eines Organismus enthält zwar die komplette genetische Information in Form der DNA, jedoch werden, je nach Funktion einer bestimmten Zelle, nur bestimmte Informationen abgerufen. Die Epigenetik sorgt dafür, dass bei der Zellteilung diese Beschränkung erhalten bleibt. So entstehen zum Beispiel aus einer Muskelzelle wieder neue Muskelzellen und keine Nervenzellen. Durch eine selektive Hemmung der epigenetischen Vorgänge im Krankheitserreger selbst könnte man nur diesen bekämpfen, ohne den menschlichen Wirt zu schädigen. Das Projekt SEtTReND möchte die epigenetischen Vorgänge im Pärchenegel aufklären und selektive Wirkstoffe finden, die als neue Medikamente gegen die Bilharziose geeignet wären.

Über die nächsten drei Jahre wird die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Manfred Jung aus den EU-Mitteln mit 350.000 Euro unterstützt. Sie beschäftigt sich insbesondere mit der Synthese neuer Wirkstoffe und der Entwicklung von neuen Testmethoden für die Aktivität von epigenetisch relevanten Enzymen der Schistosomen.

Kontakt:
Prof. Dr. Manfred Jung
Institut für Pharmazeutische Wissenschaften
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203- 4896 (-6335)
Fax: 0761/203- 6321
E-Mail: manfred.jung@pharmazie.uni-freiburg.de

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.settrend.cebio.org.

Weitere Berichte zu: Bilharziose Muskelzelle Schistosoma Wirkstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro
21.02.2018 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Eva Luise Köhler Forschungspreis für Seltene Erkrankungen 2018 für Tübinger Neurowissenschaftler
21.02.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics