Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auf der Suche nach einem Impfstoff gegen Krebs - Hohe Auszeichnung für Kölner Forscher

06.09.2010
Die Arbeit des Labors von PD Dr. med. Dr. rer. nat. Michael von Bergwelt, Geschäftsführender Oberarzt der Klinik I für Innere Medizin, Uniklinik Köln, ist mit dem Basic Science Award der EBMT (European Group for Blood and Marrow Transplantation) ausgezeichnet worden. Der Titel der prämierten Arbeit lautet “CD40-activated B cells home to secondary lymphoid organs and interact dynamically with T cells“.

Der mit 2.000 Euro dotierte Preis wurde für in-vivo-Untersuchungen zur Präsentation von Antigen durch B-Zellen gegenüber T-Zellen vergeben. Langfristiges Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung von auf B-Zellen basierenden Tumorimpfstoffen. B-Zellen des Patienten sollen – nach Aktivierung außerhalb des Körpers über das CD40-Signal – mit tumortypischen Eiweißen beladen und dann dem Patienten reinjiziert werden.

Ziel ist es, so tumorspezifische Immunantworten auszulösen, die dann Tumorzellen im gesamten Körper aufspüren und zerstören können. So genannte Gedächtniszellen könnten danach für eine lebenslange Tumorüberwachung sorgen. Der Patient wäre somit gegen den spezifischen Krebs immun – ähnlich wie bei anderen Impfungen.

Die ausgezeichnete Arbeit zeigte erstmals, dass in der Maus aktivierte B-Zellen in Lymphknoten wandern können, um dort Immunantworten auszulösen. In Zukunft wird es darum gehen, zu überprüfen, ob dies so auch auf den Menschen übertragbar ist. Daher laufen die Vorbereitungen für die erste klinische Studie zur Impfung gegen Tumorerkrankungen mit aktivierten B-Zellen in Köln auf Hochtouren.

Aufgrund der Unterstützung des Max-Eder-Programms der Deutschen Krebshilfe konnten hier wesentliche Grundlagen geschaffen werden. Die Impfstoffentwicklung der Kölner Arbeitsgruppe richtet sich gegen universelle Tumormerkmale und sollte somit langfristig nicht auf eine Tumorart beschränkt sein.

Hintergrund:

B-Lymphozyten oder kurz B-Zellen gehören zu den Leukozyten (weiße Blutkörperchen). Sie sind als einzige Zellen in der Lage, Antikörper zu bilden und machen zusammen mit den T-Lymphozyten den entscheidenden Bestandteil des adaptiven Immunsystems (lernfähiges, nicht-angeborenes Immunsystem) aus. Während T-Zellen an der zellvermittelten Immunantwort beteiligt sind, sind die B-Zellen für die Bildung von Antikörpern zuständig. Werden sie durch körperfremde Antigene aktiviert, können sie sich zu Antikörper-produzierenden Plasmazellen oder zu Gedächtniszellen ausdifferenzieren. Neuere Arbeiten zeigen, dass sie auch T-Zellantworten anstoßen und steuern können. Hierauf basiert der oben genannte Ansatz.

Für Rückfragen:

PD Dr. Dr. Michael von Bergwelt-Baildon
Klinik I für Innere Medizin
Uniklinik Köln
Telefon: 0221 478-88234
E-Mail: michael.von-bergwelt-baildon@uk-koeln.de
Christoph Wanko
Pressesprecher Uniklinik Köln
Stabsabteilung Kommunikation
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: pressestelle@uk-koeln.de

Christoph Wanko | idw
Weitere Informationen:
http://www.uk-koeln.de

Weitere Berichte zu: Antigen Antikörper B-Zelle Gedächtniszelle Immunantwort Immunsystem Impfstoff Impfung T-Zelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht EU-Förderung in Millionenhöhe für Regensburger Wissenschaftler
21.04.2017 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen

26.04.2017 | HANNOVER MESSE

Plastik – nicht nur Müll

26.04.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Seminar zu Einblicken in die unterschiedlichen Ebenen des 3D-Druckens und wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten - 2017

26.04.2017 | Seminare Workshops