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Studierende der Hochschule Karlsruhe mit selbst entwickeltem Rennwagen erfolgreich

09.08.2013
Mit ihrem selbst entwickeltem Rennwagen waren Studierende der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft beim internationalen Konstruktionswettbewerb „Formula Student Germany“ auf dem Hockenheimring erfolgreich.

Anfang Juni hatten 30 Studierende der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft aus den Fachrichtungen Fahrzeugtechnologie, Mechatronik, Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik das Resultat ihrer monatelangen Anstrengungen erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt: den selbst konstruierten Rennwagen „F-107“.


Überzeugte mit seiner Straßenlage auch auf regennaßer Fahrbahn: der von Studierenden der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft selbst konstruierte Rennwagen.
Foto: High Speed Karlsruhe

Vom 31. Juli bis 4. August 2013 stand nun für das Team der erste internationale Vergleich auf dem Hockenheimring an, beim Konstruktionswettbewerb „Formula Student Germany“, der vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) durchgeführt wird. Er gibt Nachwuchsingenieuren die Chance, das im Studium angeeignete Fachwissen unter realen Bedingungen umzusetzen und somit Praxiserfahrung auch in der Teamarbeit zu sammeln. Die Hauptaufgabe des Wettbewerbs besteht darin, einen Rennwagen herzustellen, der für eine Produktion in Kleinserie geeignet ist.

Sieger des Wettbewerbs wird also nicht der Schnellste, sondern das überzeugendste Fahrzeugkonzept, was ebenso Beschleunigungs- und Bremsleistung einschließt wie auch Design, Handling, Gewicht und kalkulierte Produktionskosten. Um also einen schnellen, wendigen, sicheren, zuverlässigen und innovativen sowie kostengünstigen Rennwagen zu entwickeln, war für die Studierenden eine genaue Projektplanung und Koordination samt Marketing- und Finanzplan notwendig. Gefragt waren dabei viele ingenieurspezifische Fähigkeiten, um auch die Konzepte der Vorgängermodelle technisch weiterzuentwickeln.

Nach der gelungenen technischen Abnahme zu Beginn des Wettbewerbs galt es für das Team einen „Adrenalinstoß“ zu verdauen: Beim „Noisetest“ hatte der F-107 etwas zu viel Dezibel; den anschließenden Tag verbrachten die Ingenieure in spe damit, die Auspuffanlage komplett umzubauen. Aber ab dann lief für das Team der Hochschule Karlsruhe alles wie am Schnürchen. Unter den 75 Teams des internationalen Teilnehmerfelds (u. a. aus Ägypten, Indien, Kanada und den USA) wurde der 18. Platz erreicht und damit eine gute Platzierung im oberen Viertel. Besonders stolz ist das Team auf die Resultate in bestimmten Teilwettbewerben: So gehörte man nicht nur zu einem der 36 Teams, die den Ausdauerwettbewerb überstanden hatten, sondern belegte in der Konstruktionswertung den 8. Rang. Noch besser die Platzierung beim Test der Straßenlage, bei dem auf nasser Fahrbahn eine Acht in engen, abgesteckten Kurven zu fahren ist: Hier stand man mit Platz 3 sogar auf dem Siegertreppchen.

Für diesen Erfolg warteten die Studierenden der Hochschule Karlsruhe beim F-107 mit einigen technischen Highlights auf. Die selbsttragende Monocoque-Karosserie aus Karbon, also aus kohlefaserverstärktem Kunststoff, konnte so weiterentwickelt werden, dass ihr Gewicht durch Optimierung des Lagenaufbaus nahezu halbiert werden konnte. Der Einsatz der Monocoque-Karosserie sorgt dennoch für eine höhere Fahrwerkssteifigkeit und einen tieferen Schwerpunkt beim Fahrzeug. Premiere feierte auch ein umfangreiches Aerodynamik-Paket, das aus Front- und Heckflügel besteht und ebenfalls aus kohlefaserverstärktem Kunststoff gefertigt wurde. Eine Besonderheit im Heckflügel stellt das auch in der Formel 1 eingesetzte DRS-System dar: Mit ihm lässt sich ein Teil des Heckflügels während der Fahrt geometrisch so verändern, dass der Luftwiderstand entweder möglichst gering oder der Abtrieb möglichst groß ist, wodurch das Handling des Fahrzeugs verbessert werden konnte. Wie in den Jahren zuvor wurde der Rennwagen wieder mit einem 600 ccm-Verbrennungsmotor aus einem Motorrad ausgestattet, der mit über 90 PS für den nötigen Vortrieb und optimale Längsdynamik sorgt.

„Die ganze Vorbereitungszeit war für uns sehr stressig und erforderte kurz vor dem Start noch einige Nachtschichten“, fasst Wirtschaftsteamleiterin Sara Giese, Studentin im 2. Semester des Studiengangs Elektrotechnik – Automatisierungstechnik, die Stimmung im Team auf dem Hockenheimring zusammen, „aber als der Wettbewerb losging, waren wir nur noch begeistert und das tolle Resultat macht uns natürlich auch sehr stolz auf unsere gemeinsame Arbeit.“

„Die Kombination aus hoher Qualität und ausgeprägtem Praxisbezug ist exemplarisch für unser Ausbildungskonzept an der Hochschule Karlsruhe“, so Rektor Prof. Dr. Karl-Heinz Meisel, „und wie erfolgreich dieses umgesetzt wird, belegen einmal mehr unsere Studierenden mit ihrem selbst entworfenen und gebauten Rennwagen in diesem Wettbewerb für Nachwuchsingenieure.“

Holger Gust | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-karlsruhe.de/hochschule/aktuelles/presse/konstruktionswettbewerb-formula-student-germany-2013.html

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