Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studenten für selbst entwickelte Prototypen ausgezeichnet

19.11.2013
Eine Lichtsignal-Anlage für den Reha-Sport und ein intelligentes Saugnapf-Greifsystem sind die preisgekrönten „Mechatronischen Projekte 2013“.

Die Professoren zeichneten in diesem Jahr gleich zwei Studenten-Teams für ihre pfiffigen Entwicklungen aus. Beim Mechatronischen Projekt entwickeln Studenten schon früh in kleinen Teams technische Prototypen und arbeiten an spannenden Erfindungen.´


Sascha Schmitt (kniend), Evîn Zerey und Tom Gorges (r.) testen die Lichtsignal-Anlage, die Reha-Sportlern die Trainingsgeschwindigkeit anzeigt. Benedikt Gerber (l.) betreute die Studenten im Projekt.

Foto: Uni


Auch für den Preis nominiert war ein elektronischer Spürhund, der Gase erschnuppert. Hieran arbeiteten Vitalij Bojtschuk (l.) und Murat Güner (r.), hier mit Nikolai Helwig, der das Team betreute.

Foto: Oliver Dietze

Dabei lernen sie knifflige Fragen zu lösen, Hindernisse zu überwinden und sie entwickeln ihre Kreationen von der ersten Idee bis zum fertigen Prototyp. Die besten Projekte werden jedes Jahr prämiert. Die „Gesellschaft zur Förderung der Innovativen Produktion im Saarland“ vergab ein Preisgeld von 1200 Euro.

Eine „Lauf-Licht-Anlage“ für die Sportmedizin, die zuverlässig und ferngesteuert über Lichtsignale die ideale Trainingsgeschwindigkeit für Reha-Patienten und Sportler vorgibt und ein Saugnapf-Greifsystem, das mittels Formgedächtnis Vakuum erzeugt: Mit diesen Entwicklungen konnten die diesjährigen Gewinner-Teams im „Mechatronischen Projekt“ punkten.

Bereits nach dem vierten Semester übernehmen Studenten bei diesem Angebot im Bachelorstudiengang Mechatronik echte kleine Forschungsprojekte und entwickeln Prototypen voll technischer Raffinessen. Dabei werden sie jeweils von den Mitarbeitern eines Lehrstuhls der Mechatronik betreut. Die Professoren setzen früh auf forschendes Lernen und bieten immer neue Herausforderungen aus ihren Forschungsschwerpunkten an. Die Studenten-Teams präsentieren alljährlich ihre findigen Kreationen in einem Wettbewerb.

Insgesamt sechs Gruppen wurden mit ihren herausragenden Arbeiten für den diesjährigen Preis nominiert und machten es den Professoren in der Jury nicht leicht: Mit dabei war ein elektronischer Spürhund-Roboter, der mittels Sensoren Gase erschnuppern und so gefährliche Fracht an Flughäfen oder Lecks in Gasleitungen finden kann.

Ebenso eine Apparatur, die Magnete greift und exakt positioniert – hier arbeiteten die Studenten quasi wie in der Auftragsforschung, da das Projekt gemeinsam mit der Festo AG angeboten wurde.

Dank eines „Reichweitenverlängerers“ kann ein Elektro-Leichtfahrzeug statt bisher 60 nun satte 200 Kilometer weit fahren und trotzdem leicht bleiben. Und auch ein „Grüner Schwenker“ war mit von der Partie, der aus der Abwärme des Grills elektrische Energie gewinnt.

„Neben fachlichen Kenntnissen in den einzelnen Disziplinen wie Automatisierungs-, Konstruktions- oder Antriebstechnik erwerben die Studenten beim Mechatronischen Projekt auch übergreifendes Wissen. Sie lernen, effizient in Teams zu arbeiten“, erklärt Professor Michael Möller vom Lehrstuhl für Elektronik und Schaltungstechnik, der das Lauflichtanlagen-Team betreute. „Die Studenten entwickeln ihre Ideen in vorgegebener Zeit bis hin zur fertigen Lösung und bekommen so einen ersten realitätsnahen Eindruck ingenieurwissenschaftlicher Arbeit. Die Erfolge, die sie erzielen, sind motivierend und sie sind mit viel Spaß bei der Sache. Außerdem können sie die eigenen Fähigkeiten und Neigungen besser einschätzen und so gezielt Schwerpunkte im Studium setzen“, sagt Professor Möller.

Sein Team, Tom Gorges, Sascha Schmitt, Evîn Zerey und Samantha Weis, konnte mit der Lauflichtanlage zur Mobilitätsanalyse die Jury überzeugen. „Die Anlage soll in Rehakliniken zum Einsatz kommen und dabei helfen, die Fortschritte der Therapie zu beurteilen“, erklärt Student Sascha Schmitt. Das System, das die Studenten konstruiert haben, ist leicht zu transportieren und einfach zu bedienen. Reha-Sportler laufen an einem Parcours mobiler Lampen vorbei und orientieren sich dabei an deren Lichtsignalen, die in der individuell besten Trainingsgeschwindigkeit aufleuchten. Ein Trainer kann über Funk die Geschwindigkeit anpassen und dabei die Lampen unabhängig voneinander ansteuern. „So kann sichergestellt werden, dass die Patienten nicht zu schnell oder zu langsam trainieren“, erläutert Schmitt.

Weitere Preisträger sind Julian Kunze und Daniel Jagielski, die am Lehrstuhl von Professor Stefan Seelecke ein formgedächtnisangetriebenes Saugnapfsystem zur Vakuumerzeugung entwickelt haben. „Auf dem heutigen Markt gibt es zwar viele konventionelle Vakuum-Greifsysteme. Diese haben aber viele Nachteile, sind zum Beispiel zu schwer“, erläutert Professor Seelecke, der auf diesem Gebiet forscht. Ziel des Projekts war es, ein Saugnapfsystem zu entwickeln, das klein, günstig und lautlos ist. Die zwei Prototypen, die Kunze und Jagielski einreichten, punkteten bei der Jury auf Anhieb.

Erstmals vergab die „Gesellschaft zur Förderung der Innovativen Produktion im Saarland“ ein Preisgeld von 1200 Euro, das sich die zwei Studentinnen und vier Studenten in den Sieger-Teams teilen.

Hintergrund:
Die „Gesellschaft zur Förderung der Innovativen Produktion im Saarland (GF-ZIP)“ vergab zum ersten Mal ein Preisgeld von 1200 Euro an die Preisträger. Die GF-ZIP fördert als Verein die Forschung und Lehre in den innovativen Produktions- und Fertigungstechniken im Saarland und die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Wirtschaft und unterstützt so die Aus- und Weiterbildung in den Ingenieurwissenschaften.
Das Mechatronik-Studium an der Saar-Universität ist praxisorientiert ausgerichtet. Da technische Entwicklungen vom Auto, Flugzeug, Industrie-Roboter bis hin zum Smartphone heute mechanische wie elektronische Komponenten enthalten und durch Computerprogramme gesteuert werden, überwindet die Saarbrücker Mechatronik die Grenzen der üblichen Ingenieur-Fächer. „Unsere Studenten lernen Maschinenbau, Elektro-, Informations- und Systemtechnik, Aktorik, Fluidik – und sammeln so Wissen, mit dem sie ihre Ideen umsetzen können“, erklärt Studiendekan Professor Michael Vielhaber.

http://www.mechatronik.uni-saarland.de

Kontakt:
Myriam Weidmann
Tel: 0681-302 4199, E-Mail: myriam.weidmann@aut.uni-saarland.de
Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-Codec (IP-Verbindung mit Direktanwahl oder über ARD-Sternpunkt 106813020001). Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-2601, - 64091)

Claudia Ehrlich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de
http://www.mechatronik.uni-saarland.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie
19.09.2017 | Paul-Martini-Stiftung (PMS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik