Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studenten aus Jena und Göttingen entwickeln Vibrationshandschuh für taubblinde Menschen

22.05.2012
Malte Brammerloh, Gregor Sauer und Philipp Jagusch gewinnen im Jugend forscht Finale den VDE-Sonderpreis

Die Sieger des VDE-Sonderpreises beim 47. Bundeswettbewerb von Jugend forscht helfen Taubblinden ab sofort mit einer ungewöhnlichen Kommunikationsmethode. Ihr Vibrationshandschuh erlaubt Menschen, die nicht sehen und hören können, jeden ihrer Mitmenschen mittels Tastsinn zu verstehen.



Eine einfache Verbindung mit dem Computer oder einem Smartphone eröffnet so völlig neue Kommunikationswege. Diese außergewöhnliche Idee bescherte Malte Brammerloh (20) von der Universität Göttingen, Gregor Sauer (19) und Philipp Jagusch (21) von der Universität Jena bei Jugend forscht den VDE-Sonderpreis für mikroelektronische Anwendungen. Die drei Jungforscher entwickelten ein Gerät, das taubblinden Menschen erleichtert, zu kommunizieren.

Dabei erfasst der Nutzer Wörter, indem die einzelnen Buchstaben mittels Vibration auf speziellen Punkten der Handfläche und Finger übertragen werden. "Jeder Buchstabe des Alphabets ist eine Geste auf der Hand", erklärt Malte Brammerloh. Das nutzte das Team für die Entwicklung seines Vibrationshandschuhs, um die Verbindung zu taubblinden Menschen herzustellen.

"Man kann einen Text am Computer oder in ein Smartphone eingeben und dieser wird dann per Bluetooth an den Handschuh übertragen", sagt Malte Brammerloh. Eine Funktion, die es auch ermöglicht, dass Bücher und Texte vorgelesen werden und die sich im Test mit einer Selbsthilfegruppe taubblinder Menschen bereits bewährte. "Sie waren begeistert von dem Handschuh", sagt der Jungforscher.

Die Idee zu ihrem erfolgreichen Projekt entstand bereits vor zwei Jahren in Ecuador. Dort hatte Gregor Sauer Kontakt mit einem Taubblinden in seiner Gastfamilie. "So entstand nach und nach der Gedanke, die Kommunikation technisch zu unterstützen", erklärt Malte Brammerloh, der ebenfalls ein Freiwilliges Soziales Jahr in Ecuador verbrachte. Ihr Ziel, die Kommunikation für Taubblinde zu erleichtern, ist erreicht und damit haben sie auch die Jury und die Experten des VDE überzeugt.

Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer, VDE-Vorstandsvorsitzender: "Dieses Projekt zeigt besonders anschaulich, wie Technik und Forscherdrang das Leben und den Alltag von Menschen mit Behinderungen konkret erleichtern können." Dass sich das Trio mit seiner Idee durchsetzen kann, zeigen bereits die weiteren Kontakte. Malte Brammerloh: "Unser Ziel ist es, das ganze praktisch umzusetzen. Wir kooperieren dazu bereits mit einer Gruppe aus Berlin, die etwas Ähnliches macht."

Das Engagement der Physikstudenten ist ein gutes Beispiel für talentierte Nachwuchskräfte. Deren Förderung hat für den VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik mit seinen 36.000 Mitgliedern, davon 1.300 Unternehmen und 8.000 Studierende, einer der großen technisch-wissenschaftlichen Verbände Europas, einen hohen Stellenwert. Neben dem mit 1.000 Euro dotierten Sonderpreis werden deshalb auch auf Landesebene bei Jugend forscht jährlich zahlreiche Sonderpreise für spannende Projekte vergeben.

187 Jugendliche mit insgesamt 103 Projekten hatten sich für das Finale von Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb qualifiziert. Anlässlich des Finalauftakts sagte Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung und zugleich Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung Jugend forscht e. V., in Berlin: "Der Wohlstand unseres Landes hängt in entscheidendem Maße von Forschung und Innovation, von der Kreativität und dem Ideenreichtum seiner Bürgerinnen und Bürger ab. Jugend forscht leistet einen wichtigen Beitrag, um diesen Schatz zu heben. Der Wettbewerb vermittelt Kindern und Jugendlichen Freude an Wissenschaft und Forschung." Ziele, die der VDE sehr aktiv unterstützt. Auch die diesjährigen Preisträger Malte Brammerloh, Gregor Sauer und Philipp Jagusch werden daher zu Präsentationen auf Messen und Kongressen eingeladen, etwa zum VDE-Kongress "Smart Grid" vom 5. bis 6. November nach Stuttgart.

Weitere Informationen zum VDE unter www.vde.com

Über eine Veröffentlichung freuen wir uns sehr.

Bitte beachten Sie auch das beigefügte Foto (Jugend forscht), das die drei Preisträger zeigt, v.l.n.r.: Gregor Sauer, Malte Brammerloh und Philipp Jagusch.

Mit besten Grüßen
Melanie Mora
VDE VERBAND DER ELEKTROTECHNIK
ELEKTRONIK INFORMATIONSTECHNIK e.V.
Pressesprecherin
Stresemannallee 15
60596 Frankfurt am Main
Tel.: 069 6308-461
Mobil: 0175 1874333
Fax: 069 63089461
E-Mail: melanie.mora@vde.com
E-Mail: presse@vde.com

Melanie Mora | VDE
Weitere Informationen:
http://www.vde.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Millionen für die Virenforschung
13.01.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht International ausgezeichnet! Rittal gewinnt „Cooling Oscar“
20.10.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie

Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa

16.01.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz