Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stoßwellenbehandlung bei Brandwunden

15.11.2012
Forschungsprojekt: Plastischer Chirurg des Bergmannsheils erhält Cicatrix-Studienpreis

Wie sich die Wundheilung bei Verbrennungsverletzungen mittels gezielter Stoßwellenbehandlung verbessern lässt, untersucht Dr. Ole Goertz vom Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil. Für seine Forschungsarbeit wurde der Oberarzt der Klinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Handchirurgiezentrum, Referenzzentrum für Gliedmaßentumore (Direktor: Prof. Dr. Marcus Lehnhardt) jetzt mit dem „Cicatrix Studienpreis 2012“ ausgezeichnet.

Der Preis zählt zu den höchstdotierten Auszeichnungen in der Plastischen Chirurgie. Das Preisgeld von 10.000 Euro soll weitere Forschungsansätze unterstützen, um die Wirksamkeit der Stoßwellenbehandlung bei Verbrennungen zu erforschen.

Hochenergetische Stoßwellen als Therapieansatz

Großflächige Wunden bei Patienten mit Verbrennungen sind kritisch, weil sie zu Wundinfektionen und schlimmstenfalls zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen können. Forscher suchen daher neue Wege, den Heilungsprozess solcher Wunden zu beschleunigen und damit die Gefahr von Folgeerkrankungen und Bewegungseinschränkungen durch Vernarbungen für den Patienten zu verringern.
Eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Dr. Ole Goertz verfolgt jetzt einen neuen Ansatz: Die Wissenschaftler prüfen, ob eine gezielte Behandlung mit sogenannten Stoßwellen die Wundheilung positiv beeinflusst. Hierbei werden über ein Gerät außerhalb des Körpers (also: extrakorporal) Schallwellen erzeugt. Sie werden dann fokussiert als hochenergetische Stoßwellen auf das betroffene Körperareal gerichtet. Durch die wiederkehrende Behandlung können beispielsweise Nierensteine „zerrüttet“ werden. Daneben wird dieses Verfahren auch bei verschiedenen orthopädischen Krankheitsbildern eingesetzt, beispielsweise bei schlecht heilenden Knochenbrüchen (Pseudarthrosen).

Positive Effekte auf die Wundheilung

Nach ersten experimentellen Studien, die Dr. Goertz und sein Team durchgeführt haben, scheint die „Extrakorporale Stoßwellentherapie“ tatsächlich heilungsfördernde Effekte bei Brandwunden zu haben. Parameter wie die Angiogenese, also die Ausbildung neuer Blutgefäße und die Mikrozirkulation des Blutes werden demnach positiv stimuliert. Daneben beobachteten die Forscher verbesserte Stoffwechselprozesse bei der Interaktion weißer Blutkörperchen (Leukozyten) mit dem Endothel, der innersten Zellschicht der Blutgefäße. Dieser Vorgang ist entscheidend dafür, dass die Leukozyten als körpereigene Abwehrwaffen in entzündetes Gewebe eindringen und Krankheitserreger unschädlich machen können.

„Unsere ersten experimentellen Ergebnisse sind sehr ermutigend“, sagt Dr. Goertz. „Mittelfristig wäre zu prüfen, ob unsere Annahmen auch im Rahmen klinischer Patientenstudien Stand halten.“ Der Studienpreis, der ihm jetzt für seine Arbeit vom Verein Cicatrix e.V. – Gemeinschaft für Menschen mit Verbrennungen und Narben – zuteil wurde, ist dotiert mit einem Preisgeld von 10.000 Euro und soll dazu beitragen, seine Forschungsarbeit zu intensivieren. Der Preis wird überreicht im Rahmen der Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV) im Januar 2013.

Kurzvita Ole Goertz

Ole Goertz absolvierte seine Facharztausbildung im Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil (Universitätsklinikum der RUB), Klinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Handchirurgiezentrum, Operatives Referenzzentrum für Gliedmaßentumore unter Leitung von Prof. Dr. Hans-Ulrich Steinau. 2011 wechselte er an die BG-Unfallklinik Ludwigshafen, wo er zum Oberarzt ernannt wurde. Mit der Berufung von Prof. Dr. Marcus Lehnhardt auf den Lehrstuhl für Plastische Chirurgie an der Ruhr-Universität Bochum und als Direktor der Klinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte im Bergmannsheil wechselte er zurück ans Bergmannsheil. Schwerpunkte seiner klinischen Arbeit sind die Verbrennungschirurgie, mikrochirurgische Rekonstruktionen, die Migräne- sowie die Hand- und Tumorchirurgie. Im Zentrum seiner experimentellen Forschungstätigkeit stehen die Angiogenese und Mikrozirkulation unterschiedlicher Krankheitsbilder sowie klinische Studien zur Hand-, Migräne-, Tumor- und Verbrennungschirurgie.

Weitere Informationen zum Cicatrix-Studienpreis im Internet: www.cicatrix.de
Über das Bergmannsheil

Das Berufsgenossenschaftliche Universitätsklinikum Bergmannsheil repräsentiert den Strukturwandel im Ruhrgebiet wie kein anderes Krankenhaus: 1890 als erste Unfallklinik der Welt zur Versorgung von verunglückten Bergleuten gegründet, zählt es heute zu den modernsten und leistungsfähigsten Akutkliniken der Maximalversorgung und gehört zum Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum (UK RUB). In 22 Kliniken und Fachabteilungen mit insgesamt 622 Betten werden jährlich rund 20.000 Patienten stationär und 63.000 Patienten ambulant behandelt. Mehr als die Hälfte der Patienten kommen aus dem überregionalen Einzugsbereich. Weitere Informationen im Internet unter: www.bergmannsheil.de.

Weitere Informationen:

Dr. Ole Goertz
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH
Universitätsklinik für Plastische Chirurgie
und Schwerbrandverletzte, Handchirurgiezentrum
Operatives Referenzzentrum für Gliedmaßentumore
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Tel.: 0234/302-6841
E-Mail: ole.goertz@bergmannsheil.de

Pressekontakt:

Robin Jopp
Pressestelle / Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit und Marketing
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil GmbH
c/o Wi-Med Bergmannsheil GmbH
Bürkle-de-la-Camp-Platz 2
44789 Bochum
Tel.: 0234/302-6125
E-Mail: robin.jopp@bergmannsheil.de

Robin Jopp | Bergmannsheil
Weitere Informationen:
http://www.bergmannsheil.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rudolf-Virchow-Preis 2017 – wegweisende Forschung zu einer seltenen Form des Hodgkin-Lymphoms
23.06.2017 | Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

nachricht Repairon erhält Finanzierung für die Entwicklung künstlicher Herzmuskelgewebe
23.06.2017 | Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften