Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

StemBANCC startet – Multinationales Großprojekt ausgestattet mit 55,6 Mill. Euro

18.12.2012
Noch in diesem Jahr startet StemBANCC – ein internationales Forschungsprojekt unter Beteiligung von 25 akademischen Partnern und 11 Partnern der Pharmaindustrie.

Ausgestattet mit einem Budget von insgesamt 55,6 Millionen Euro hat StemBANCC die Entwicklung neuer Therapieansätze für Alzheimer, Parkinson, und andere wichtige Volkskrankheiten zum Ziel.

Dabei setzt das auf 5 Jahre angelegte Projekt auf Erkenntnisse aus der Stammzellenforschung für eine verbesserte Wirkstoffforschung und wird eine Plattform mit 1500 pluripotenten Stammzelllinien, sogenannten iPS (induzierte pluripotente Stammzellen), aufbauen. Das NMI bringt bei StemBANCC seine Expertise im Bereich Elektrophysiologie ein.

Unter Leitung von Prof. Dr. Elke Guenther, Leiterin des Fachbereichs Zellbiologie am NMI, übernimmt das Forscherteam am NMI die Charakterisierung der Funktionsfähigkeit der Stammzellen und deren pharmakologische Validierung.

Die Entwicklung effektiver und sicherer Medikamente ist ein schwieriger und äußerst aufwändiger Prozess. Auf dem Weg zur Zulassung scheitern viele Medikamente erst spät, da die ersten Studien und Tests die Bedingungen im menschlichen Körper nur unzureichend abbilden. Zum Teil werden tierische Zellen zur Prüfung herangezogen, zum Teil werden menschliche Zellen verwendet, die für ihren Einsatz in Zellkulturen derartig verändert werden müssen, dass sie ihr natürliches Verhalten verlieren. Beide Wege sind wenig effektiv und brauchen viel Zeit. Für eine verbesserte Medikamentenentwicklung werden daher Zellen benötigt, die die Bedingungen im menschlichen Körper exakter imitieren. Hier setzt StemBANCC an.

Nobelpreistechnologie iPS-Zellen
Vorläuferzellen von Funktionszellen können nur in Zellen des gleichen Typs differenziert werden – so können beispielsweise aus Vorläuferzellen von Hautzellen nur andere Hautzellen oder aus Blutzellen nur andere Blutzellen gewonnen werden. Nur embryonale Stammzellen sind pluripotent, d.h. sie sind in der Lage, sich in jegliche Zellen des menschlichen Körpers zu entwickeln. Vor einigen Jahren haben Forscher jedoch einen Weg gefunden, gewöhnliche Vorläuferzellen in sogenannte iPS (induzierte pluripotente Stammzellen) zu reprogrammieren. iPS können wie embryonale Stammzellen in alle Zelltypen differenzieren. Das medizinische Potenzial solcher Zellen ist enorm und soll im Rahmen von StemBANCC für eine verbesserte Wirkstoffforschung genutzt werden.
Für die Entwicklung der ersten iPS erhielten John Gurdon und Shinya Yamanaka 2012 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

Aufbau einer einzigartigen iPS-Plattform
Herzstück von StemBANCC ist der Aufbau einer Plattform mit 1500 iPS von 500 Patienten. Verbunden mit einer umfassenden Charakterisierung und Qualitätsprüfung der Zellen wird die Plattform die Grundlage für die Entwicklung neuer Therapieansätze bilden.

Für das Projekt werden Haut- und Blutzellen verwendet, die von Patienten mit bekannten Krankheiten oder bekannter Medikamentenunverträglichkeit aber auch von gesunden Menschen gespendet werden. Bei der Auswahl werden strenge ethische Standards eingehalten.

Im Fokus der Forschungen bei StemBANCC stehen Störungen im peripheren und im zentralen Nervensystem sowie Neurodysfunctional-Krankheiten (wie z.B. Parkinson, Migräne, Schizophrenie, Depression) und Diabetes. Gleichzeitig wird StemBANCC die iPS für toxikologische Prüfungen nutzen. Vorgesehen ist hierfür die Entwicklung von Leber-, Herz-, Nerven- und Nieren-Zellen aus den iPS.

StemBANCC soll damit einen einzigartigen Pool speziell auf Patienten angepasster, gut charakterisierter iPS-Zellen generieren. Das schafft die Voraussetzung für die Entwicklung neuer Therapieansätze für bisher unheilbare Krankheiten und die verbesserte Prüfung neuer Medikamente auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit.

Die Innovative Medicines Initiative

Die Innovative Medicines Initiative (imi) ist Europas größte öffentlich-private Initiative für die Förderung pharmazeutischer Innovationen unter Beteiligung der Europäischen Union und EFPIA. Bei IMI arbeiten Unternehmen aus Industrie und Forschung zusammen, um die schnellere Entdeckung und Entwicklung besserer und sicherer Medikamente für Patienten voranzutreiben sowie die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von europäischen Produkten zu unterstützen. Schwerpunkte der Initiative liegen auf der Sicherheit der Produkte, der Förderung junger Forscher und dem Ausbau des internationalen Wissensnetzwerks.

Dr. Nadja Gugeler | idw
Weitere Informationen:
http://www.imi.europa.eu
http://www.nmi.de/
http://www.biochipnet.com/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie
19.09.2017 | Paul-Martini-Stiftung (PMS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften