Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie sich Stammzellen ins Herz locken lassen: Rostocker Forschung für kardiale Stammzelltherapie ausgezeichnet

15.02.2010
Zwei Rostocker Ärzte sind am Sonntag (14.02.2010) von der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) mit Preisen für ihre wissenschaftliche Arbeit zum Thema Stammzell-Zielwanderung ausgezeichnet worden: Dr. Christian Klopsch (26) erhielt den Wissenschaftspreis der Ulrich-Karsten-Stiftung für seine Doktorarbeit, in der er untersucht, inwiefern die Gabe von Erythropoetin (auch als Dopingmittel EPO bekannt) Stammzellen aus dem Knochenmark dazu anregt, sich in das infarktgeschädigte Herz zu begeben. Dr. Peter Donndorf (28) bekam den Nachwuchspreis der DGTHG für seine Doktorarbeit, die sich grundlegend mit der Frage befasst, welche Enzyme und Signalmoleküle die Zielwanderung von Knochenmark-Stammzellen hin zu einem entzündlich veränderten Gewebe beeinflussen.

Der Wissenschaftspreis der Ulrich-Karsten-Stiftung wird alle zwei Jahre an junge Wissenschaftler vergeben, die bereits hervorragende wissenschaftliche Arbeiten im Bereich Herz- und Kreislauferkrankungen vorgelegt haben und in ihren Fachgebieten weiterforschen wollen. Mit dem Nachwuchspreis zeichnet die DGHTG jährlich experimentelle und klinisch relevante Promotionsarbeiten der Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie aus. Die Preise wurden anlässlich der Jahrestagung der DGHTG in Stuttgart verliehen.

Dass körpereigene Stammzellen ein durch Infarkt geschädigtes Herz heilen helfen, ist bekannt. Die bisherigen klinischen Studien zu dieser Therapie nutzen dafür Stammzellen des Patienten, die ihm aus dem Knochenmark, in der Regel am Beckenkamm, entnommen werden. Diese Stammzellen werden dann direkt per Injektion oder über einen Herzkatheter zum geschädigten Herzmuskelgewebe geleitet. Die Möglichkeit, die Stammzellen dazu anzuregen, selbst vermehrt in Richtung Herz zu wandern, wenn sie dort zur Regeneration geschädigten Gewebes gebraucht werden, wäre für die Patienten auf jeden Fall angenehmer. Dr. Christian Klopsch konnte in seinen Studien an Ratten nachweisen, dass sich nach einer Injektion von EPO ins infarktgeschädigte Herz vermehrt bestimmte Stammzellen dort nachweisen lassen. Dies führt zu einer deutlichen Verbesserung der Herzfunktion, außerdem lässt sich die Bildung von neuem Gewebe beobachten. Die Analyse verschiedener Organe der Versuchstiere gaben keinerlei sichtbare Hinweis auf schädliche Nebenwirkungen der Behandlung, wie beispielsweise Thrombosen.

Dr. Peter Donndorf hingegen beobachtete im Rahmen seiner Promotion das Verhalten von injizierten Knochenmark-Stammzellen im Gefäßsystem der Maus mit Hilfe eines Intravitalmikroskops unter verschiedenen Bedingungen. Im Fokus seiner Aufmerksamkeit stand dabei das Enzym eNOS (endotheliale Stickoxidsynthase). Dabei konnte er nachweisen, dass dieses Enzym eine besondere Bedeutung bei der Interaktion von Stammzellen mit den Zellen der Gefäßwand hat und damit auch einen entscheidenden Einfluss auf die erfolgreiche Zielwanderung von Stammzellen in entzündlich verändertes Gewebe.

Beide Ärzte arbeiten an der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie der Universität Rostock. Christian Klopsch hat dort im Januar seine Promotion erfolgreich abgeschlossen und ist derzeit in der Facharztausbildung, Peter Donndorf hat bereits 2009 promoviert und ist als Prüfarzt auch in der klinischen Forschung aktiv. Prof. Dr. Gustav Steinhoff, Direktor der Herzchirurgie, ist stolz auf seinen wissenschaftlichen Nachwuchs. "Bereits im letzten Jahr ist eine unserer Ärztinnen mit dem Nachwuchspreis der DGHTG ausgezeichnet worden. Das zeigt, dass Rostock gerade auf dem Gebiet der kardialen Stammzellforschung in Deutschland ganz oben dabei ist."

Kontakt
Universität Rostock
Medizinische Fakultät
Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie
Prof. Dr. Gustav Steinhoff
Telefon: 0381-4946100
E-Mail: gustav.steinhoff@med.uni-rostock.de
Dr. Peter Donndorf
Telefon: 0174-3 82 81 91
Dr. Christian Klopsch
Telefon: 0176-21 06 93 83
www.cardiac-stemcell-therapy.com
Stem cell homing: Rostock research
in cardiac stem cell therapy awarded
The German Society for Thoracic, Cardiac and Vascular Surgery (DGTHG) honoured two young physicians from Rostock with prizes for their scientific work on stem cell homing: Dr. Christian Klopsch received the Science Award of the Ulrich-Karsten-Foundation for his work in which he examined, whether an injection of Erythropoetin (also known as doping substance EPO) might stimulate bone marrow stem cells to transmigrate into an infarcted heart. Dr. Peter Donndorf got the Young Investigator Award of the DGTHG for his doctoral thesis in which he dealt more basically with the question which enzymes and signal molecules might influence the migration of stem cells to an inflammatory changed tissue.

The Science Award of the Ulrich-Karsten-Foundation is award every two years to young scientists who have already presented excellent scientific works in the area of cardiovascular diseases and will put further efforts in this specific field. The DGHTG Young Investigator Award rewards annually experimental and clinically relevant dissertations in the field of thorax, heart and vascular surgery. Both prizes were conferred yesterday during the opening ceremony of the annual conference of the DGHTG in Stuttgart.

In fact, autologous stem cells can help in cardiac recovery after myocardial infarction. Present clinical studies on this therapy use autologous stem cells taken from the patient's bone marrow, in most cases from the iliac crest. These stem cells are transplanted to the injured cardiac tissue, either directly by injection or via intravascular catheter technique. It would be more comfortable for the patients, if there was a possibility stimulating the bone marrow stem cells to migrate into the heart, when they are needed for regeneration processes. Dr. Christian Klopsch has shown in rats that after an injection of EPO an increasing number of stem cells can be determined in the infarcted heart. These stem cells might have caused a clear improvement of the heart function, besides the creation of new tissue observed inhere. Long term monitoring as well as analysis of different organs from the animals showed no indication of adverse side effects, e.g. thromboses.

Dr. Peter Donndorf observed by intravital microscopy the behaviour of bone marrow stem cells after injection in the vascular system of mice. Under different conditions he focussed on the enzyme eNOS (endothelial nitric oxide synthase). He could show that this enzyme plays a special role in the interaction of stem cells with the cells of the vascular wall. It also has a determining influence on the successful migration of stem cells in inflammatory changed tissue.

Both physicians work at the Clinic for Cardiac Surgery at the University of Rostock. 26-year-old Christian Klopsch received his MD in January and is currently qualifying as a specialist. Peter Donndorf (28) already did his doctorate in 2009 and is resident at the Department of Cardiac Surgery. He also acts as an investigator in clinical studies. The director of the Department of Cardiac Surgery, Prof. Dr. Gustav Steinhoff, is proud of his young academics: "Last year one of our physicians already won the DGHTG Young Investigator Award. This demonstrates that Rostock is on top in Germany's cardiac stem cell research."

Ingrid Rieck | idw
Weitere Informationen:
http://www.cardiac-stemcell-therapy.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE