Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Spitzenforschungszentrum zu Schwarm- und Kollektivverhalten bewilligt

18.04.2016

Forschungsbautenprogramm fördert die Einrichtung des „Center for Visual Computing of Collectives“ an der Universität Konstanz

Ein neues Spitzenforschungszentrum zur Erforschung von Schwarm- und Kollektivverhalten entsteht an der Universität Konstanz: Auf Empfehlung des Wissenschaftsrates wird das „Center on Visual Computing for Collectives“ (VCC) im Rahmen des Forschungsbautenprogramms des Bundes und der Länder gefördert und errichtet.

Das Forschungszentrum an der Nordseite der Universität Konstanz wird ausgewiesene Expertinnen und Experten aus den Bereichen der Verhaltensbiologie sowie Computergrafik und Datenanalyse zusammenführen. Auf Grundlage der Analyse und Visualisierung von Bewegungsdaten großer Tierschwärme werden sie neue Ansätze für die Erforschung von Schwarmverhalten und Gruppendynamiken in Tierkollektiven schaffen.

Das Forschungszentrum wurde vom Ausschuss Forschungsbauten des Wissenschaftsrates mit dem Prädikat „herausragend“ bewertet. Die Gesamtbaukosten des VCC mit einer Nutzfläche von rund 3.000 Quadratmetern belaufen sich auf 27 Millionen Euro.

Die Forschungsinfrastruktur des VCC wird es unter anderem ermöglichen, Tiergruppen wie Fisch- oder Insektenschwärme in reaktive holographische 3D-Umgebungen einzubetten und dabei die Bewegungen jedes einzelnen Tieres räumlich und zeitlich zu erfassen. Dadurch sind erstmalig Experimente in einer vollständig kontrollierten Umgebung möglich.

Durch moderne Sensor- und Sendertechnologie können zudem die globalen Wanderbewegungen von Tieren in freier Natur beobachtet werden. Über die Analyse und Visualisierung der sehr großen Datenmengen an Bewegungsinformationen, die durch die Erfassung der Tierschwärme generiert werden, schafft das VCC eine neue Ebene für die Erforschung von tierischem Kollektivverhalten.

„Es ist uns eine große Freude und Ehre, dass die Hector Stiftung II Kosten in Höhe von 6 Millionen Euro übernehmen wird und dadurch die Realisierung des Zentrums überhaupt erst möglich gemacht hat“, bedanken sich Prof. Dr. Ulrich Rüdiger, Rektor der Universität Konstanz, und Kanzler Jens Apitz. „Josephine und Hans-Werner Hector sind langjährige Förderer unserer Hochschule mit einem exzellenten Gespür für wissenschaftlich herausragende Projekte.

Mit der Förderung des VCC schaffen sie die Grundlage für ein neues Verständnis von Kollektivverhalten, das uns in weitreichenden Anwendungsfeldern Antworten geben kann: Von der Prävention landwirtschaftlicher Schädlingsplagen über Erkenntnisse zur Ausbreitung von Krankheitswellen bis hin zu Grundlagen für die Steuerung autonomer Roboter und selbstfahrender Fahrzeuge“, erklärt Rüdiger.

Die gemeinsame Erforschung von Kollektivverhalten durch Biologen und Informatiker ist ein weiteres Beispiel für den interdisziplinären Forschungsansatz der Universität Konstanz. Die Zusammenarbeit von Verhaltensbiologen und Spezialisten für Datenanalyse und -visualisierung erschließt neue Wege für die Beantwortung von hochrelevanten Forschungsfragen. Die Universität Konstanz konnte – gemeinsam mit der Max-Planck-Gesellschaft – für diesen wachsenden Forschungsbereich international führende Wissenschaftler gewinnen und in Konstanz zusammenführen, um dieses Zentrum für die Erforschung von Schwarm- und Kollektivverhalten zu schaffen.

Mit dem Forschungsbautenprogramm fördert die Bundesregierung ausgewählte wissenschaftliche Bauprojekte, deren Konzepte als exzellent und wissenschaftlich herausragend eingestuft sind. Die Projekte werden in einem hochkompetitiven Wettbewerb vom Wissenschaftsrat begutachtet und nach Kriterien der wissenschaftlichen Qualität und Relevanz ausgewählt. Die Kosten für die bewilligten Forschungsbauten werden jeweils zur Hälfte von Bund und Land bezahlt, wobei nach Regelung des Landes Baden-Württemberg die Hochschule mit einem Kostenanteil beteiligt wird.

Kontakt:
Universität Konstanz
Kommunikation und Marketing
Telefon: 07531 88-3603
E-Mail: kum@uni-konstanz.de

Julia Wandt | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-konstanz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten