Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Spermium überträgt mehr als nur Erbgut

06.10.2009
Dr. Agnieszka Paradowska für ihre Untersuchungen zum Einfluss von Spermien auf die Entwicklung des Embryos ausgezeichnet

Dr. Agnieszka Paradowska aus der Klinik und Poliklinik für Urologie, Kinderurologie und Andrologie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist während des 61. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie in Dresden mit dem 1. Posterpreis ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert.

In Zusammenarbeit mit den Instituten für Genetik der Universitäten Gießen und Leeds (England) untersuchte Dr. Paradowska epigenetische Faktoren, die bei der Befruchtung gezielt vom Spermium auf die Eizelle übertragen werden. Epigenetische Faktoren beeinflussen die Expression von Genen, ohne dabei das Erbgut zu verändern. Einige der identifizierten Gene, die durch epigenetische Faktoren reguliert werden, konnten der so genannten HOXA-Genfamilie zugeordnet werden von der bekannt ist, dass sie bei der Zellteilung und Zelldifferenzierung während der frühen Embryonalentwicklung eine wichtige Rolle spielt.

Die Ergebnisse lassen vermuten, dass das Spermium bei der Befruchtung nicht nur - wie bislang postuliert - sein Erbgut auf die Eizelle überträgt, sondern darüber hinaus über epigenetische Faktoren auch Einfluss auf die frühe Entwicklung des Embryos nimmt. Die Forscher erhoffen sich durch diese Erkenntnis langfristig eine Verbesserung der Diagnose von männlicher Unfruchtbarkeit und der Prognose von assistierten Reproduktionstechniken.

Die von Dr. Paradowska vorgestellte Arbeit ("Chromatin packaging in relation to histone H4K12ac binding and the promoter methylome in sperm of healthy donors") ist ein Teilprojekt der seit September 2008 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft geförderten Klinischen Forschergruppe KFO181 (Male factor infertility due to impaired spermatogenesis; Sprecher: Prof. Dr. Wolfgang Weidner; Leiter: Prof. Dr. Klaus Steger).

Kontakt:
Dr. Agnieszka Paradowska
Klinik und Poliklinik für Urologie, Kinderurologie und Andrologie
Rudolf-Buchheim-Straße 56, 35394 Gießen
Telefon: 0641 99-44538
E-Mail: Agnieszka.Paradowska@chiru.med.uni-giessen.de

Caroline Link | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-giessen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin
12.12.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Jenaer Wissenschaftler für Prostatakrebs-Forschung ausgezeichnet
11.12.2017 | Universitätsklinikum Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften