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Sozial denken und unternehmerisch handeln

11.05.2010
In der Schweiz mangelt es an Innovationen bei sozialen Dienstleistungen und Produkten, und es gibt kaum Start-ups in diesem Bereich. Das soll sich mit der Social Entrepreneurship Initiative (SEI) ändern, die von der Förderagentur für Innovation KTI des Bundes und der GEBERT RÜF STIFTUNG unterstützt wird. In diesem Frühsommer wird der erste Social-Business-Gründerwettbewerb in der Schweiz gestartet. Auch die Hochschulen signalisieren ein zunehmendes Forschungsinteresse am Thema „Social Entrepreneurship“.

Social Entrepreneurs sind Menschen, die zur Lösung gesellschaftlicher Probleme soziale Dienstleistungen oder Produkte anbieten. Sie gehen dabei unternehmerisch vor und wollen nicht ausschliesslich von Spenden oder Zuschüssen abhängen.

Solche wissensintensive Dienstleistungsinnovationen in Gesundheit, Sozialem oder Umwelt fristen aber in der Schweiz noch ein Schattendasein. Auch Daten und Fakten zu diesem potenzialreichen neuen Wirtschaftszweig sind kaum greifbar. Was aber vor allem fehlt, das sind geeignete Förderinstrumente, damit sich auch in diesem Bereich eine eigentliche Start-up-Szene entwickeln kann.

Die Social Entrepreneur Initiative will dies nun ändern und startet diesen Frühsommer den ersten Schweizer Business-Plan-Wettbewerb für Social Entrepreneurs. Die Ausschreibung richtet sich an die Absolventen aller Universitäten und Fachhochschulen. Teilnehmende mit überzeugenden Businessideen erhalten in einem Summer Camp kostenlos Wissensvermittlung und im weiteren Jahresverlauf ein gezieltes Coaching. Im Januar 2011 soll dann der beste SE-Businessplan prämiert werden. Erste Rückmeldungen zeigen, dass vor allem im Bereich Gesundheit – Stichwort „Aging Society“ – ein beachtliches Potenzial für Dienstleistungsinnovationen vorhanden ist.

Geleitet wird die SEI von der Sozialwissenschafterin Mariana Christen Jakob. Sie arbeitet eng mit dem Departement Entrepreneurial Management der Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur und der Hochschule Luzern zusammen. Beide Fachhochschulen engagieren sich in der Forschung im Themenbereichen Social Entrepreneurship. Wirtschaftspartner ist die Suva, die speziell an innovativen Ideen zur beruflichen Reintegration interessiert ist. Ein Beirat mit Fachleuten aus verschiedenen Disziplinen und Branchen begleitet die Initiative, selektioniert die Businessideen und juriert die Businesspläne.

Mit dem Wettbewerb nimmt die SEI Bestrebungen auf, die man in anderen Ländern seit längerem kennt. So führt beispielsweise die University of Califonia in Berkeley seit 1999 den Global Social Venture Competition durch. Oder die im selben Jahr gegründete Skoll Foundation verleiht alle drei Jahre Skoll Awards for Social Entrepreneurship. In diesen Tagen werden mit der Veröffentlichung des Global Entrepreneurship Monitor 2010, der als Sonderthema Social Entrepreneurship behandelt, auch für die Schweiz erste Grundlagendaten vorgelegt.

Kontakt:

Prof. Mariana Christen Jakob
Social Entrepreneurship Initiative
Zollikerstrasse 44
CH-8008 Zürich
Telefon +41 79 766 03 06
info[at]socialentrepreneurship.ch

Christoph Meier | idw
Weitere Informationen:
http://www.socialentrepreneurship.ch

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