Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Solarzellen nach dem Vorbild der Natur

16.08.2011
Chemie-Doktorand der Universität Jena wird mit zwei Stipendien gefördert

Pflanzen absorbieren Licht und wandeln es in eine nutzbare Energieform um. Warum also nicht diese Idee der Natur aufgreifen und die Fotosynthese für die technische Gewinnung elektrischer Energie nutzbar machen?

Mit dieser Idee beschäftigt sich Benjamin Schulze von der Friedrich-Schiller-Universität Jena in seiner Promotion am Lehrstuhl für Organische und Makromolekulare Chemie unter der Betreuung von Prof. Dr. Ulrich S. Schubert. Für seine ausgezeichnete Arbeit erhielt der Nachwuchschemiker jetzt gleich zwei Stipendien, um an Tagungen in den USA teilnehmen und dort seine Forschung vorstellen zu können.

Zum einen erhielt er von der Gesellschaft Deutscher Chemiker die Möglichkeit, an einer „Gordon Research Conference“ kürzlich in den USA teilzunehmen. „Das war eine kleine, exklusive Forschungskonferenz mit weltweit führenden Wissenschaftlern auf ihrem Forschungsgebiet“, erklärt der 28-Jährige. „Hier ließen sich besonders intensive Diskussionen zu aktuellsten Themen führen.“ Die Reise wurde mit 500 Euro gefördert. Eine zweite Tagung findet Ende August in Denver (USA) statt. „Diese ist ganz anders, es werden mehr als 10.000 Teilnehmer erwartet. Ich halte hier drei Vorträge und stelle ein Poster vor“, sagt Schulze. Auf seiner Reise wird er mit 800 US-Dollar von der American Chemical Society unterstützt.

Innerhalb seines Promotionsprojektes beschäftigt sich Schulze mit Supramolekularer Chemie. Ein Anwendungsbeispiel dafür ist die Farbstoffsolarzelle, nach ihrem Erfinder auch Grätzel-Zelle genannt. Im Gegensatz zur klassischen Siliziumsolarzelle absorbiert hier nicht ein Halbleiter das Licht sondern ein Farbstoff. Grundlegend für Schulzes Arbeit an der Grätzel-Zelle sind Ruthenium-Metall-Komplexe, die als Farbstoff eine Wechselwirkung mit Licht ermöglichen. Sie werden an einen Halbleiter immobilisiert. Zwischen beiden herrscht eine schwache Wechselwirkung, die erlaubt, dass unter Lichtbestrahlung ein Elektron an den Halbleiter abgegeben wird. Durch einen Elektrolyten wird es auf Umwegen zurückgegeben – ein elektrischer Strom fließt. „Das besondere an dieser Art der Solarzelle ist, dass der Vorgang des Lichtsammelns vom Halbleiter getrennt wird“, erklärt der Jenaer Chemiker. „Durch Veränderung in der Farbstoffzusammensetzung kann direkt Einfluss darauf genommen werden, welches Licht – etwa welche Wellenlänge – aufgenommen wird.“ Zwar böte diese Solarzelle vor allem in der Herstellung einige Vorteile gegenüber herkömmlichen Solarzellen, sie erreicht aber leider bislang nicht deren Effizienz. Der Jenaer Wissenschaftler hat es sich zum Ziel gemacht, dies zu ändern.

Kontakt:
Benjamin Schulze
Institut für Organische Chemie und Makromolekulare Chemie der Universität Jena
Humboldtstraße 10, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 948247
E-Mail: benjamin.schulze[at]uni-jena.de

Sebastian Hollstein | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert für weitere drei Jahre Forschungen zu Kieselalgen
22.03.2017 | Technische Universität Dresden

nachricht Effiziente Tools für bildgebende Studien
21.03.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie