Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Solarkocher im Kartongehäuse gewinnt Zukunftspreis

14.04.2009
Alternative und leistbare Lösungen für Entwicklungsländer als Ziel

Ein kenianischer Solarkocher namens Kyoto-Box, der umgerechnet fünf Euro kostet, hat den "Forum for the Future Preis" in der Höhe von 75.000 Dollar gewonnen. Bei dem Wettbewerb werden günstige und umweltfreundliche Lösungen für arme Länder prämiert.

Solarkocher verringern einerseits gesundheitsschädliche Abgase in Wohnräumen, andererseits wird damit die Umwelt geschützt, da der steigende Bedarf an Brennholz zur Zerstörung der Vegetation führt. Zudem sind viele Dorfbewohner - zumeist Frauen - täglich stundenlang mit der Suche nach Brennholz beschäftigt.

Der kenianische Hersteller der Kyoto-Box, die aus Karton gefertigt ist, hofft, damit das Kochen mit Sonnenenergie etwas populärer zu machen. "Die Kyoto Box hat das Potenzial Millionen von Menschenleben zu ändern, in dem grüne und nachhaltige Methoden gefunden werden", so Peter Madden, CEO des Forum for the Future.

Die Solarbox ist sehr einfach konzipiert - sie besteht aus zwei Kartonschachteln, die mit Reflektorfolien ausgekleidet und mit schwarzer Farbe ausgemalt sind, um für die maximale Absorption der Solarenergie zu sorgen. Wenn der Topf mit einer transparenten Folie abgedeckt wird, erhitzt sich das Wasser auf mindestens 80 Grad. Insgesamt zwei Mrd. Menschen weltweit verwenden Holz zum Kochen, da andere Brennstoffe zu teuer für sie sind.

"Das ist die einfachste Lösung, die ich gefunden habe", erklärt der Erfinder der Kyoto-Box und der Gründer des Unternehmens Kyoto Energy, Jon Böhmer. Das sei auch die Philosophie dahinter. Der Norweger Böhmer arbeitet bereits seit fünf Jahren an einer optimierten Version. "Was eine große Rolle spielt, ist auch die Tauglichkeit zur Massenproduktion", meint Böhmer. Bereits bestehende Kartonhersteller könnten jeden Monat zehntausende der Schachteln produzieren. Kyoto Energy stellt aber auch andere Billigprodukte für ein besseres und ökologisch gesünderes Leben her.

Die Idee mit Hilfe der Sonnenenergie zu kochen, ist Jahrhunderte alt. Seit einigen Jahren bieten auch andere Hersteller solche Kocher an. Eines davon ist das Deutsche Unternehmen Sun and Ice. Die Modelle mit einem Spiegeldurchmesser von 1,40 Meter sind hervorragend zum Grillen, Backen, Braten und Frittieren geeignet", so Geschäftsführer Stephan Zech gegenüber pressetext. Der Solarkocher, der aus einem Parabolspiegel besteht, habe sich inzwischen über 30.000-fach bewährt. "In zahlreichen Ländern wurden bereits Werkstätten für die Reparatur und Installation von Solarkochern eingerichtet."

Längerfristig arbeite man daran, die Kocher vor Ort herzustellen. Untersuchungen haben ergeben, dass die Emissionen von offenem Feuer für Babys und Kinder besonders in Räumlichkeiten extrem hoch ist. "Wenn zwei Mal am Tag gekocht wird, entstehen Schadstoffe, die der Menge von 150 filterlosen Zigaretten entsprechen", so Zech. Die Low-Tech-Solarkocher sind eine wirklich optimale Möglichkeit darauf zu reagieren.", meint der Experte.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://kyoto-energy.com
http://www.forumforthefuture.org
http://www.sun-and-ice.de

Weitere Berichte zu: Brennholz Kartongehäuse Kocher Kyoto Kyoto-Box Solarkocher Sonnenenergie Zukunftspreis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationen in der Bionik gesucht!
18.01.2018 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

nachricht Fraunhofer HHI erhält AIS Technology Innovation Award 2018 für 3D Human Body Reconstruction
17.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

18.01.2018 | Informationstechnologie

Optimierter Einsatz magnetischer Bauteile - Seminar „Magnettechnik Magnetwerkstoffe“

18.01.2018 | Seminare Workshops

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten