Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Signale aus dem Inneren

10.04.2012
Internationales Forschungsteam um Prof. Dr. Elke Deuerlingerhält renommierte Förderung

Die Konstanzer Molekularbiologin Prof. Dr. Elke Deuerling erhält von der „Human Frontier Science Program Organization“ (HFSPO) Fördergelder in Höhe von über einer Million US-Dollar.

Zu dem internationalen Forschungsteam gehören auch Prof. Judith Frydman, Ph.D., von der Stanford University, USA, und Prof. Sheena Radford, Ph.D., von der University of Leeds, England. Beim diesjährigen Auswahlverfahren wurden von 800 weltweit eingereichten Vorschlägen insgesamt 25 Anträge für eine Förderung ausgewählt.

Deuerling wird damit zum zweiten Mal von der renommierten internationalen Förderorganisation ausgezeichnet, was äußerst selten vorkommt. Bereits 2002 erhielt sie, damals noch als Nachwuchswissenschaftlerin, gemeinsam mit Prof. Dr. Nenad Ban (ETH Zürich) den „Young Investigator Grant“ der HFSPO. Auf der Liste der in der Vergangenheit geförderten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern stehen zahlreiche Nobelpreisträger.

Die dreijährige Förderung wird von der Vergabejury, die aus hochkarätigen internationalen Wissenschaftlern besteht, ausschließlich für innovative Forschung in grundlegenden wissenschaftlichen Fragestellungen der Lebenswissenschaften gewährt. „Es gibt kaum Fördergelder, die so frei einsetzbar sind. Deshalb sind sie auch so viel wert. Wir brauchten ‚nur’ eine gute Idee“, berichtet Elke Deuerling, die über die zweimalige Förderung durch die renommierte Organisation sehr glücklich ist.

Im Zentrum des interdisziplinären Forschungsprojekts von Elke Deuerling und ihren Kolleginnen steht die Erforschung der Mechanismen, die dafür sorgen, dass Proteine in Zellen ihre Aktivität ausüben können, um so die Funktionsfähigkeit und das Überleben von Zellen zu sichern. Damit Proteine ihre volle Aktivität erreichen, müssen sie ihre korrekte dreidimensionale Struktur einnehmen. Dieser Vorgang, den man als „Proteinfaltung“ bezeichnet, wird von spezialisierten Proteinen, den „Chaperonen“, unterstützt. Zusätzlich werden durch Enzyme häufig chemische Verbindungen an das Proteinmolekül angeheftet oder bestimmte Teile entfernt, es wird modifiziert. Diese Prozesse sind von fundamentaler Bedeutung für jede lebende Zelle, vom Bakterium bis zur hoch spezialisierten Säugetierzelle.

Das internationale Team um Elke Deuerling nimmt an, dass Proteine bereits während ihrer Herstellung in den zellulären Produktionsmaschinen, den „Ribosomen“, Signale aussenden, die Chaperone und Enzyme an die Ribosomen rekrutieren. Damit sorgen sie selbst dafür, dass alle notwendigen Faktoren bereitstehen, sobald sie die Produktionsmaschine verlassen. Es ist allerdings völlig unklar, wie diese Signale aussehen und wie letztlich die jeweils auf ein bestimmtes Protein spezialisierten Chaperone und Enzyme am Ribosom binden, um das neue Protein zu modifizieren.

Die Klärung dieser Fragestellung wird durch die Zusammenarbeit der drei Forschungsgruppen ermöglicht. Die Entwicklung ausgefeilter biochemischer Systeme zur Untersuchung von Proteinfaltungsprozessen ist eine der Kernkompetenzen von Elke Deuerling. Die Expertise von Judith Frydman ist die Ausarbeitung von Verfahren, mit denen Chaperon-Netzwerke in der lebenden Zelle untersucht werden können. Sheena Radford entwickelt und nutzt innovative biophysikalische Messtechniken zur Analyse von Proteinfaltungsprozessen. Die Kombination dieser vielfältigen Kompetenzen und Verfahrensweisen wird zu einem besseren Verständnis dieses grundlegenden biologischen Phänomens beitragen.

Die Human Frontier Science Program Organization mit Sitz in Straßburg wird getragen von den G7-Staaten, der Europäischen Union sowie der Schweiz, Norwegen, Australien, Neuseeland, Indien und der Republik Korea (Südkorea). Die HFSPO fördert Grundlagenforschung in den Lebenswissenschaften, die sich durch ein besonders hohes Innovationspotenzial und starker internationaler Interdiszipli-narität auszeichnet.

Kontakt:
Prof. Dr. Elke Deuerling
Universität Konstanz
Fachbereich Biologie
Universitätsstraße 10
78464 Konstanz
Telefon: 07531 / 88-2647
E-Mail: elke.deuerling@uni-konstanz.de
Universität Konstanz
Kommunikation und Marketing
Telefon: 07531 / 88-3603
E-Mail: kum@uni-konstanz.de

Julia Wandt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-konstanz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht 31,5 Millionen Euro für Forschungsinstitute der Innovationsallianz Baden-Württemberg (InnBW)
20.04.2018 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht Der Herr der Magnetfelder: EU verleiht HZDR-Forscher begehrte Forschungsförderung in Millionenhöhe
12.04.2018 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics