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Sieger im Wettbewerb ''Deutsch schafft Wissen''

11.11.2011
1. Preis für Babyfotos großer deutscher Erfinder und ihre ersten Worte

Zwei Absolventen der Weimarer Bauhaus-Universität haben den ersten Preis im internationalen Kreativwettbewerb ''Deutsch schafft Wissen'' erhalten. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und das Goethe-Institut hatten im Sommer dazu aufgerufen, sich für die Wissenschaftssprache Deutsch mit witzigen Werbesprüchen, ansprechenden Grafiken oder Fotos zu engagieren. Fast 2.000 Einsendungen von Grafikern, Mediendesignern, Textern, Wissenschaftlern, Studierenden und Freunden der deutschen Sprache aus mehr als 50 Ländern der Erde gingen ein: Skizzen, Slogans, Audiodateien, Aufsätze, Plakate und vieles mehr.

Die 27-jährige Texterin Jennifer Bohn und der 30-jährige Designer Johannes Hein machten schließlich mit ihrer humorvollen Arbeit das Rennen. Ihre Plakatserie arbeitet mit (vermeintlichen) Babyfotos großer deutscher Erfinder und ihren (vermuteten) ersten Worten. So könnte Wilhelm Conrad Röntgen „Guck!“ gesagt haben, mutmaßte das Gewinner-Duo, das sich an der Weimarer Bauhaus-Universität kennengelernt hatte. Die Muttersprache präge auch das Denken eines Wissenschaftlers. Auf ein kindliches „Guck!“ Röntgens könnte genau 50 Jahre später die Entdeckung des durchdringenden Blicks seiner X-Strahlen gefolgt sein, die heute als Röntgenstrahlen bekannt sind. Die Jury fand die Arbeit von Bohn und Hein für besonders geeignet, die Bedeutung des Deutschen als Wissenschaftssprache und als Zugang zum Wissenschaftsstandort Deutschland für ein breites Publikum anschaulich zu machen.

Auf den zweiten Platz kam der 30-jährige Nico Liebe aus Berlin. Er stellte den Begriff „Wissenschaft“ in sechs Sprachen dar und zog das Resümee, dass Deutsch einen entscheidenden Unterschied mache. Mit seinem Beitrag zu „Deutsch schafft Wissen“ tritt Liebe für mehr Prägnanz in der Wissenschaft ein.

Den dritten Preis erhält die 38-jährige Ungarin Réka Bártfay aus Budapest. Sie hat den Entwurf für eine Facebook-Seite „Deutsch als Wissenschaftssprache“ eingereicht, in dem sie auf amüsante Weise die „Familie“ und „Freunde“ der Sprache, ihr kompliziertes Liebesverhältnis, ihre „Arbeitgeber“ und ihre „Interessen“ beschreibt. Réka Bártfay ist Deutschlehrerin an einem Gymnasium und Übersetzerin. Weil sich die Ungarin 30 Jahre lang mit ihrer Leidenschaft Deutsch beschäftigt hat, kam bei ihr Englisch nach eigenen Worten etwas zu kurz, weshalb sie sich bei manchen wissenschaftlichen Texten benachteiligt fühlt, die nur auf Englisch zur Verfügung stehen.

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft förderte den Wettbewerb mit 5.000 Euro Preisgeld. Der 1. Preis ist mit 3.000 Euro und einer Reise zur Preisverleihung nach Essen dotiert. Für den 2. und 3. Sieger gab es jeweils 1.000 Euro. Die Gewinner werden als Ideen-Urheber im Internet und im Rahmen einer geplanten Plakatserie genannt, mit der für Deutsch als Wissenschaftssprache an Hochschulen geworben werden soll.

Die Initiatoren des Wettbewerbs – DAAD und Goethe-Institut – setzen sich bereits seit langer Zeit für Mehrsprachigkeit in der Wissenschaft ein. Mit dem Kreativwettbewerb „Deutsch schafft Wissen“ regten sie rund um den Erdball zum Nachdenken über die Beziehung zwischen der deutschen Sprache und der Wissenschaft an – von Brasilien über Malaysia, China, Ägypten und Burkina Faso bis England und Russland.

In der Geschichte der Wissenschaft spielte Deutsch lange eine zentrale Rolle. Das lag nicht zuletzt am Erfindungsreichtum deutscher Forscher. Noch immer gilt Deutsch in bestimmten Disziplinen als bedeutende Sprache, in der herausragende wissenschaftliche Erkenntnisse publiziert werden. Die Kenntnis des Deutschen eröffnet den Zugang zu einem attraktiven Hochschulstandort, der exzellente Lehre und Forschung bietet. Doch in der Wissenschaftskommunikation wird immer häufiger Englisch geschrieben und gesprochen. Deshalb will die Konferenz „Deutsch in den Wissenschaften“ vom 10. bis 12. November Impulse für Mehrsprachigkeit setzen.

Alexandra Schäfer | idw
Weitere Informationen:
http://www.goethe.de/lhr/prj/diw/deindex.htm
http://www.daad.de/portrait/presse/pressemitteilungen/2011/18934.de.html

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