Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sho Nagao erhält für seine Forschung am Mainzer Mikrotron den Exzellenzpreis der Universität Tohoku

20.04.2016

Wissenschaftliche Leistung Sho Nagaos ist auch ein Ergebnis der engen Kooperation zwischen den Universitäten in Mainz und Sendai

Für seine Forschung am Mainzer Mikrotron (MAMI) im Rahmen seiner Promotion hat Dr. Sho Nagao den Exzellenzpreis der Universität Tohoku erhalten. Seine Arbeit wurde als beste Physik-Doktorarbeit des akademischen Jahrs 2015 ausgewählt.

Nagao beschreibt in seiner Arbeit eine neue experimentelle Methode zur Untersuchung von Hyperkernen, die Rückschlüsse auf die Kraft zulässt, welche zwischen den individuellen Teilchen innerhalb von Atomkernen wirkt: die Pion-Spektroskopie von Hyperkernen in der Elektroproduktion.

Mit Hilfe des MAMI-Elektronenstrahls gelang es, innerhalb einer Beryllium-Folie ein Proton eines Atomkerns in ein Hyperon umzuwandeln, das sich daraufhin in dem Atomkern einbettete und somit einen sogenannten Hyperkern bildete. Im Gegensatz zu Protonen und Neutronen, den Bausteinen normaler Atomkerne, beinhaltet ein Hyperon auch ein sogenanntes seltsames Quark.

Ein Teil der auf diese Weise künstlich geschaffenen Hyperkerne wurde in der Berylliumfolie gestoppt und zerfiel in jeweils einen leichteren Atomkern sowie ein Pion. Aus der extrem genauen Messung der Impulse solcher Pionen war es möglich, die Bindungsenergie eines Hyperkerns zu bestimmen, dessen Kern aus einem Proton, zwei Neutronen und einem Hyperon besteht. Das Ergebnis dieses Experiments wurde in Physical Review Letters veröffentlicht.

Die Experimente Sho Nagaos wurden 2011 und 2012 am Mainzer Mikrotron der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) im Rahmen einer internationalen Kollaboration durchgeführt. Seine wissenschaftliche Arbeit war nicht zuletzt dank der engen Kooperation der Universitäten in Mainz und Sendai (Japan) auch in den schwierigen Zeiten des Tohoku-Erdbebens im März 2011, gefolgt von Tsunami und Nuklearkatastrophe in Fukushima, möglich geworden.

Als infolge der Katastrophe alle Beschleuniger im Osten Japans am 11. März 2011 gestoppt wurden, konnte Nagao seine Forschung in Mainz fortsetzen. Dies war der Auftakt zu einer Zusammenarbeit der beiden Universitäten auf studentischer Ebene: Nagaos Doktorvater Prof. Satoshi Nue Nakamura sendet seitdem regelmäßig Studierende aus seiner Arbeitsgruppe in Sendai nach Mainz.

Nach der durch das Seebeben und den langen Wiederaufbau bedingten Pause der japanischen Beschleuniger gibt es auch die Idee, zukünftig Mainzer Studierenden die Möglichkeit zu geben, nach Japan zu gehen. Der Mainzer Dozent PD Dr. Patrick Achenbach hat bereits ein Semester dort gelehrt, im Sommersemester 2011 nach der Katastrophe.

Veröffentlichung:
A. Esser, S. Nagao, F. Schulz et al.
Observation of 4Λ H Hyperhydrogen by Decay-Pion Spectroscopy in Electron Scattering
Physical Review Letters, 9. Juni 2015
DOI: http://dx.doi.org/10.1103/PhysRevLett.114.232501

Foto:
http://www.uni-mainz.de/bilder_presse/08_kernphysik_nagao.jpg
Dr. Sho Nagao nach der Preisverleihung
Foto/©: Prof. Satoshi Nue Nakamura

Weitere Informationen:
PD Dr. Patrick Achenbach
Institut für Kernphysik
Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU)
55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-25777
E-Mail: patrick@kph.uni-mainz.de
http://www.kph.uni-mainz.de/

Weitere Links:
http://www.sci.tohoku.ac.jp/mediaoffice/20160309-3921.html (Pressemitteilung der Tohoku Universität vom 9. März 2016)

Petra Giegerich | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops