Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sexuellen Missbrauch an Kindern frühzeitig erkennen

04.07.2011
Uniklinik Ulm entwickelt Fortbildungssoftware für Pädagogen und Heilberufe. BMBF fördert das Projekt im Rahmen des "Runden Tischs Kindesmissbrauch"

Wie kann ich sexuellen Missbrauch erkennen? Wie kann man ihn möglicherweise verhindern? Wie gehe ich damit um, wenn ein Kind sexuell missbraucht wurde? Welche Möglichkeiten gibt es, das Geschehene zu verarbeiten?

All dies sind Fragen, die sich Menschen, die in pädagogischen Berufen und in Heilberufen in Betreuungseinrichtungen arbeiten, stellen müssen. Die Bundesregierung hat deshalb den ,Runden Tisch - Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich" ins Leben gerufen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat in diesem Zusammenhang seine Bildungs- und Gesundheitsforschung intensiviert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den Erfahrungen mit innovativen Lernansätzen im E-Learning Bereich.

"Wir setzten auf innovative Ansätze wie E-Learning und webbasierte Anwendungen, weil wir hier neue Impulse in der Fortbildung erwarten", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan. "Dies ist ein Thema, das wir im Forschungsministerium weiter verfolgen werden", so Schavan weiter. "Wir hoffen, dass wir so zu einem besseren Kinderschutz beitragen können."

Vor diesem Hintergrund entwickelte die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm ein Aus-, Weiter und Fortbildungskonzept. Mit Hilfe internetbasierter "E-Learning Lernbausteine" sollen pädagogische Berufe und Heilberufe im Umgang mit sexuellem Kindesmissbrauch geschult werden. "Die E-Learning Module können hier einen entscheidenden Beitrag leisten. Wir freuen uns, diese Aufgabe angehen zu können", betont der Ärztliche Direktor Jörg. Fegert.

Kern der E-Learning Module sind Grundlagen- und Methodenwissen sowie Fallbeispiele, die von Experten erarbeitet und zu interaktiven und multimedialen Lerntools entwickelt werden. Als Optionen werden das Selbststudium sowie eine Kombination von Selbststudium und Präsenzkursen (blended-learning) angeboten.

Schon im ersten Jahr werden nach einer onlinegestützten Bedarfsanalyse und einem Expertenpanel Grundlagentexte zum Umgang mit sexuellem Kindesmissbrauch freigeschaltet. Im zweiten und dritten Jahr werden konkrete Methodenkapitel und Fallvignetten produziert, erprobt und evaluiert. Zusätzlich werden ab dem zweiten Jahr dezentrale Schulungen sowie Schulungen für Multiplikatoren durchgeführt. Der Entwicklungsprozess wird kontinuierlich von einem wissenschaftlichen und einem Praxisbeirat begleitet.

An der Entwicklung und Verbreitung des E-Learning Module sind neben der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm unter anderem folgende Einrichtungen beteiligt: Landesärztekammer und Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg, Bundespsychotherapeutenkammer, Medizinische Fakultät der Universität Frankfurt, Zentrum für Lehrerbildung der Universität Münster, Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen Baden-Württemberg, Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz in Hamburg, Ministerium für Schule und Weiterbildung Nordrhein-Westfalen, Bundesverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen, Sektion Schulpsychologie in Berlin, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Weitere Informationen
Ansprechpartner für das Projekt ist Herr Dr. Hubert Liebhardt, Universitätsklinikum Ulm, Kinder- und Jugendpsychiatrie, 0731-500-61648, hubert.liebhardt@uniklinik-ulm.de, http://www.uniklinik-ulm.de/kjpp

Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie / Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm hat des Weiteren die Plattform der Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des Sexuellen Kindesmissbrauchs (http://www.beauftragte-missbrauch.de) als auch die Lernplattform zu Frühen Hilfen im Auftrag des Sozialministeriums Baden-Württembergs (http://www.elearning-fruehehilfen.de) erarbeitet.

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht Sensible Daten besser analysieren
16.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten

Wie Proteine zueinander finden

21.02.2017 | Biowissenschaften Chemie