Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Security Innovation Award für Löschanlage Sinorix H2O Gas

07.10.2008
Stickstoff kombiniert mit Wasser erzielt hohen Wirkungsgrad

Mit Sinorix H2O Gas hat Siemens eine hochwirksame Löschanlage für Raumanwendungen entwickelt, bei welchen der kombinierte Einsatz von Stickstoff und Wasser entscheidende Vorteile bringt. Während Stickstoff den Sauerstoffanteil verdrängt, bewirkt der Wassernebel ein Absenken der Umgebungstemperatur - der Brand wird zuverlässig gelöscht und eine Rückzündung effektiv verhindert.





Die Wassermenge ist dabei präzise auf das spezifische Brandrisiko abgestimmt. Die Siemens Division Building Technologies bietet eine ganzheitliche Lösung aus einer Hand. Anlässlich der Security Essen 2008 zeichnete die Fachjury der Messe Essen GmbH die Lösung Sinorix H2O Gas mit dem Security Innovation Award in der Kategorie Brandschutz aus.

Ein Feuer setzt die drei Elemente Sauerstoff, Wärme und Brennstoff voraus. Wird eines dieser Elemente entfernt, kann sich das Feuer nicht weiterentwickeln und erlöscht. Auf dieser Grundlage basiert auch das Funktionsprinzip von automatischen Löschanlagen. Je nach Schutzziel und Anwendung werden dabei unterschiedliche Mittel für die Löschung eines Feuers eingesetzt, beispielsweise Wasser (z.B. Sprinkleranlagen) oder gasförmige Löschmittel (chemische oder natürliche Gase) oder eine Kombination von Wasser und Gas (z.B. Wassernebel).

Wasser kühlt vor allem Brandgut und -umgebung und verhindert so eine schnelle Ausbreitung. Die natürlichen gasförmigen Löschmittel wirken primär durch lokales Verdrängen von Sauerstoff (Inertisierung) im Schutzbereich, während die chemischen gasförmigen Löschmittel dem Feuer die Wärme entziehen.

Mit der neu entwickelten Löschanlage Sinorix H2O Gas werden die natürlichen Löschmittel Stickstoff und Wasser so kombiniert, dass ein Doppeleffekt entsteht, der den Brand schnell und zuverlässig löscht. Während der Stickstoff die Sauerstoffkonzentration im Raum reduziert und den Brand sofort löscht, bewirkt der Wassernebel ein Absinken der Umgebungstemperatur unter den Flammpunkt des Brandgutes. Bei einer Auslösung gelangen beide Löschmittel über dasselbe Rohrleitungsnetz und dieselben Düsen in den Löschbereich. Der Stickstoff dient dabei als Treibmittel für das Wasser und sorgt für ein moderates, gleichmäßiges Ausströmungsverhalten. Bereits beim Einsatz von geringen Wassermengen kühlt die Wassernebel-Mischung aufgeheizte Geräte oder die Oberflächen von Gegenständen und erzeugt einen zusätzlichen Schutzeffekt. Der Wassernebel verringert zudem die Gefahr von Rückzündungen. Durch die Feinsprühtechnologie entsteht auf Oberflächen nur ein dünner Wasserfilm, der selbst für elektronische Geräte in der Regel unbedenklich ist, da er innerhalb von Minuten verdunstet. Zudem werden durch den Wassernebel toxische Brandgase gebunden und der Raum kann über ein Ventilationssystem oder Fenster schnell entlüftet werden. Die natürlichen Löschmittel Stickstoff und Wasser sind ökologisch und gesundheitlich unbedenklich.

Sinorix H2O Gas eignet sich zum Löschen von Schwel- sowie tief sitzenden Bränden, die in geschlossenen Einrichtungen auftreten können, beispielsweise in Archiven, Bibliotheken, Museen, Lager oder technischen Räumlichkeiten. Nach umfangreichen Tests wurde diese Siemens Lösung erfolgreich für die königliche Bibliothek in Kopenhagen, Dänemark, eingesetzt. Die Sammlungen der Bibliothek, die um das Jahr 1648 von König Frederik II gegründet wurde, sind von unschätzbarem Wert und erfordern ein zuverlässiges Schutzsystem. “Brände in Zusammenhang mit Büchern verhalten sich nicht wie normale Brände, die gewöhnlich bei anderen technischen Lösungen auftreten. Zusammen mit Siemens haben wir diese neue Anlage speziell für Bücher, unsere Kernwerte, getestet“, erklärte Claus Friis, Sicherheitsverantwortlicher der königlichen Bibliothek. Die Tests bestätigten, dass Sinorix H2O Gas die ideale Lösung ist.

Um eine möglichst hohe Löschwirkung zu erreichen, muss die Stickstoff-Wasser-Mischung exakt auf die spezifischen Anforderungen und die zu erwartenden Brandrisiken abgestimmt sein. Dazu hat Siemens ein Berechnungsprogramm entwickelt, das die Dimensionierung der Rohrleitungen, Düsen, Reichweite, Flut- und Haltezeiten für die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete exakt berechnet. Sowohl die Sinorix H2O Gas Löschanlage als auch das dafür entwickelte Berechnungsprogramm sind vom VdS (Verband der Sachversicherer) geprüft und zugelassen. Siemens bietet derzeit als einziger Anbieter ein VdS-zugelassenes Gas/Wasser-kombiniertes Löschsystem für den Raumschutz an. Die Lösung umfasst ein Paket von Dienstleistungen: von der Risikoanalyse, Systemplanung, Installation, Inbetriebnahme bis zur Wartung  alles aus einer Hand.

Neben modernsten Brandmeldesystemen und einem umfassenden Serviceangebot bietet die Siemens-Division Building Technologies (BT) ein umfangreiches Portfolio von hochentwickelten Löschanlagen – mit natürlichen und chemischen Löschmitteln sowie wasserkombinierten Lösungen für den Raum- und Objektschutz. Das breite Angebot und Anwendungswissen ermöglicht, dass eine Lösung flexibel auf die spezifische Anwendung, die Brandrisiken sowie auf die lokalen Bedürfnisse und Vorschriften zugeschnitten werden kann.

1) Die Erdatmosphäre besteht aus rund 78 % Stickstoff und rund 21 % Sauerstoff. Sinkt der Anteil Sauerstoff auf unter 13 Volumenprozent, erlischt ein Brand, ohne für anwesende Personen gefährlich zu sein.

Der Siemens-Sektor Industry (Erlangen) ist der weltweit führende Anbieter von Produktions-, Transport- und Gebäudetechnik. Mit durchgängigen Hardware- und Software-Technologien und umfassenden Branchenlösungen steigert Siemens die Produktivität und Effizienz seiner Kunden aus Industrie und Infrastruktur. Der Sektor besteht aus den sechs Divisionen Building Technologies, Industry Automation, Industry Solutions, Mobility, Drive Technologies und OSRAM. Mit weltweit rund 209 000 Mitarbeitern erzielte Siemens Industry im Geschäftjahr 2007 einen Umsatz von etwa 40 Milliarden Euro (pro forma, unkonsolidiert).

Die Siemens-Division Building Technologies (Zug, Schweiz) verbindet Angebote für energieeffiziente Gebäudeautomation, Brandschutz, elektronische Sicherheit und elektrische Installationstechnik sowohl als Dienstleister und Systemintegrator wie auch als Hersteller entsprechender Produkte. Durch die einmalige Kombination dieser Aktivitäten nimmt Building Technologies weltweit eine Spitzenposition auf dem Markt für Gebäudeautomation ein. Die Division ist organisatorischer Teil der Siemens Schweiz AG und umfasst überdies die Siemens Building Technologies GmbH & Co. oHG, Erlangen, die Building Technologies Inc., Buffalo Grove, USA, deren Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sowie alle wesentlichen Siemens-Aktivitäten auf dem Gebiet der Gebäudetechnik.

Marco Vörös | Prospero GmbH
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/industry
http://www.siemens.de/buildingtechnologies

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie