Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schwörfeier: Stadt Ulm zeichnet Wissenschaftler aus

21.07.2010
Zwei Wissenschaftler der Universität Ulm sind am so genannten Schwörmontag, dem lokalen Stadtfeiertag, mit dem Wissenschaftspreis der Stadt Ulm ausgezeichnet worden: Dr. Timo Jacob, Privatdozent im Institut für Elektrochemie, und Dr. Christian Riedel vom Institut für Mikrobiologie und Biotechnologie teilten sich die mit insgesamt 15 000 Euro dotierte und im zweijährigen Turnus vergebene Auszeichnung zu gleichen Teilen mit Prof. Christian Schlegel von der Hochschule Ulm.

Die Übergabe der Preise nahm Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner im Rahmen der Schwörfeier auf dem geschichtsträchtigen Weinhof vor. Prominentester Ehrengast dabei war Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus.

Jacob, seit Mitte 2007 an der Uni Ulm, erhielt die Auszeichnung für seine herausragenden Arbeiten zur Multiskalen-Modellierung elektrochemischer Prozesse in Batterien und Brennstoffzellen. Er hat mit selbst entwickelten Verfahren einen entscheidenden Beitrag zum grundlegenden Verständnis elektrochemischer Systeme geleistet und damit Ulm zu einem wichtigen Standort für theoretische Modellierungen solcher Systeme werden lassen. Institutsleiter Professor Dieter Kolb zufolge verbindet der Leiter einer Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe in seinem Bestreben, ein tieferes Verständnis von Prozessen in elektrochemischen Systemen zu erlangen, Konzepte der Chemie, Physik, Mathematik und der Materialwissenschaften.

„Jacobs international zusammengesetzte zwölfköpfige Arbeitsgruppe ist auch sehr aktiv in der Entwicklung neuer Methoden zur Beantwortung von Fragestellungen, die normalerweise häufig als zu schwierig oder komplex für theoretische Berechnungen erachtet werden“, so Kolb weiter. Zudem habe der in Kassel geborene Wissenschaftler hier bereits viel versprechende Kooperationen mit der lokalen Industrie aufgebaut. Unter anderem beschäftige sich der Preisträger in Zusammenarbeit mit Daimler und der Robert Bosch AG mit der Zukunft der Elektromobiltät.

Dr. Christian Riedel, 37 und gebürtig in Heidenheim, ist für seine herausragenden Arbeiten im Grenzgebiet von Biologie und Immunologie ausgezeichnet worden, speziell zu den molekularen Mechanismen der Interaktion von Bifidobakterien und Epthelzellen im menschlichen Darm. Dabei hat der Wissenschaftler, der in Ulm Biologie studiert hat und hier auch promoviert worden ist, dem stellvertretenden Institutsdirektor Professor Bernhard Eikmanns zufolge erstmalig die für die Besiedelung des Darms verantwortlichen bakteriellen Oberflächenstrukturen identifiziert und entzündungshemmende Eigenschaften von Bifidobakterien bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen nachgewiesen. „Damit hat er wesentlich zur wissenschaftlichen Weiterentwicklung und zur Stärkung des Forschungsprofils der Universität Ulm beigetragen“, so Eikmanns. Sehr erfolgreich sei überdies Riedels Kooperation mit renommierten wissenschaftlichen Institutionen in China. Ferner fungiere er als Leiter einer sehr aktiven und von ihm selbst eingeworbenen Nachwuchsgruppe. Und bemerkenswert seien nicht zuletzt die Lehrleistungen des „sehr viel versprechenden, hoch motivierten und außerordentlich begabten Wissenschaftlers“ (Professor Eikmanns), der im Rahmen der Masterstudiengänge Biologie und Biochemie eine von ihm selbst konzipierte englischsprachige Lehrveranstaltung anbiete, die von den Studierenden äußerst positiv beurteilt werde.

Willi Baur | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-ulm.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise