Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schüler entwerfen die Elektronik-Chips der Zukunft

09.11.2010
Ministerin und VDE-Präsident verleihen Schüler-Preis „Invent a Chip“

Nur die wenigsten Menschen wissen, wie es in ihren elektronischen Geräten aussieht. Die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Nachwuchswettbewerbs „Invent a Chip“ wollen dagegen schon herausfinden, wie sich ihre Ideen mit elektronischen Chips in neue Anwendungen umsetzen lassen.

Bereits zum neunten Mal in Folge richteten das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) den praxisnahen Wettbewerb für Jugendliche aus. Unter 2.138 Mädchen und Jungen der Jahrgangstufen 9-13 und mehr als 300 Projektideen – das ist neuer Teilnehmerrekord – sind zwölf ausgewählte Schülerteams in das Rennen gegangen und haben in den vergangenen Monaten einen Mikrochip entwickelt.

„Wir wollen begabte Schülerinnen und Schüler für die Natur- und Technikwissenschaften begeistern – und sie zu sehr guten Leistungen auf diesen Gebieten anspornen“, sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan am Montagabend in Leipzig, wo sie die Preise gemeinsam mit VDE-Präsident Dr.-Ing. Joachim Schneider beim VDE-Kongress „E-Mobility: Technologien – Infrastruktur – Märkte“ verlieh. „Die Praxisnähe der Chipentwürfe zeigt, wie umfassend und kreativ die Ideen der jungen Talente sind. Unser Ziel ist es, diese Innovationsfreude zu fördern“.

Platz Eins und ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro geht in diesem Jahr an Florian Venn (17) vom Elsa-Brandström-Gymnasium in Oberhausen. Er entwickelte einen „Advanced Motor Controller“, der nach gewünschten Vorgaben die Motorsteuerung übernimmt. Begonnen hatte für ihn alles mit einer selbstgebauten Holz-Fräse, doch der junge Tüftler wollte mehr: „Verwendet man einen Motor mit Getriebe und einer relativen hohen Übersetzung, bietet mein Chip jetzt neben der Geschwindigkeitsregelung auch die Positionierungsregelung.“ Damit lassen sich beispielsweise präzise Drehzahl- oder Drehmomentsteuerungen für Modellautos oder auch für größere motorgetriebene Anwendungen wie computergestützte Fräsen umsetzen. Die Zweitplatzierten Simon Grätzer (18) und Robin von Wnuck Lipinski (18) vom Berufskolleg Georg-Simon-Ohm beschäftigten sich mit der Frage, wie immer mehr Menschen von bewirtschafteten Ackerflächen ernährt werden können. „Die Idee war, einen Chip zu entwickeln, der mit entsprechenden Sensoren ausgestattet den Ackerboden überwacht, um dann automatisch das Land zu düngen oder zu bewässern. So kann immer die richtige Versorgung für die Pflanzen sichergestellt werden“, erklären die Schüler des mit 2.000 Euro dotierten Preises. Mit praktischem Nutzen punktet auch der Mikrochip des Drittplazierten Joscha Kraft (18) vom Leibniz Gymnasium in Dormagen, der 1.000 Euro erhalten hat. „Der Eiskratzerchip ermittelt mithilfe eines Reflektions- und eines Temperatursensors, ob die Scheiben eines geparkten Autos vereist sind und wie lange es dauert, sie davon zu befreien. Dieses Ergebnis könnte per Funk an den Auto-Schlüssel übertragen werden.“

Den mit 2.000 Euro dotierten BMBF-Sonderpreis für das Projekt mit der größten Industrierelevanz erhielt Dominik Schneider (19) vom Carl-Fuhlrott-Gymnasium in Wuppertal für seinen Komfortassistenten für Stadtbusse. „Die grundsätzliche Idee des Komfortassistenten für Stadtbusse ist es, die Busfahrt für die Fahrgäste komfortabler zu gestalten und gleichzeitig die Busfahrt sicherer und umweltschonender zu machen“, so Schneider. Starke Beschleunigungs- und Bremsmanöver sollen mit seinem Chip der Vergangenheit angehören. Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer, VDE-Vorstandsvorsitzender: „Wir haben vier Preisträger, die sich am Ende der Entwurfsphase mit guten Ideen bei der Jury durchgesetzt haben. Insgesamt hatten zwölf Teams die Chance, in einem dreitägigen Workshop an der Leibniz Universität Hannover mit Profis die Grundlagen des Chipdesigns zu erlernen.“

Chancen und Möglichkeiten der Mikroelektronik können die Jugendlichen in der Praxisphase von „Invent a Chip“ konkret erleben. Darin liegt der Reiz des Wettbewerbs. Sie lernen die Grundlagen der Hardwarebeschreibungssprache und tauschen sich mit Profis und anderen Teilnehmern im Internetforum aus. Am Ende des Wettbewerbs steht dann der eigene Mikrochip. Neben den Geldpreisen wurden die Sieger von „Invent a Chip“ mit einer Aufnahme in das Auswahlverfahren für ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes sowie Kontakten zu Industrie und Hochschulen belohnt. Außerdem gibt es Einladungen zu Projektpräsentationen auf Messen und die Robert Bosch GmbH lädt die Prämierten zu einem mehrtägigen Praktikum nach Reutlingen ein.

Mehr Informationen bekommen Sie außer in der BMBF-Pressestelle auch beim VDE (Melanie Mora, Tel. 069/6308461, melanie.mora@vde.com). Informieren können Sie sich auch im Internet unter www.invent-a-chip.de.

Silvia von Einsiedel | idw
Weitere Informationen:
http://www.invent-a-chip.de

Weitere Berichte zu: Bildung und Forschung Elektronik-Chips Invent a Chip Mikrochip VDE

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Kieler Projekt „FucoSan – Gesundheit aus dem Meer“ erhält 2,2 Millionen Euro
27.07.2017 | Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

nachricht Mikrophotonik – Optische Technologien auf dem Weg in die Hochintegration
21.07.2017 | VDI Technologiezentrum GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Basis für neue medikamentöse Therapie bei Demenz

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Aus Potenzial Erfolge machen: 30 Rittaler schließen Nachqualifizierung erfolgreich ab

27.07.2017 | Unternehmensmeldung

Biochemiker entschlüsseln Zusammenspiel von Enzym-Domänen während der Katalyse

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie