Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schnelltest für Schimmelpilzgift

24.07.2014

Gießener Veterinärmedizinerin erhält den „Brigitte Gedek Wissenschaftspreis für Mykotoxinforschung“ – Wichtiger Beitrag zur Lebensmittelsicherheit

Viele Schimmelpilze bilden Gifte, die auch für den Menschen gefährlich sein können. Einen Schnelltest, mit dem man das Schimmelpilzgift Tenuazonsäure einfach nachweisen kann, hat Dr. Madeleine Groß, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Milchwissenschaften im Fachbereich Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), im Rahmen ihrer Promotion entwickelt.

Für ihre Dissertation mit dem Titel „Entwicklung und Anwendung eines Enzymimmuntests zum Nachweis des Mykotoxins Tenuazonsäure in Lebensmitteln“ wurde sie nun von der Gesellschaft für Mykotoxinforschung mit dem „Brigitte Gedek Wissenschaftspreis für Mykotoxinforschung“ ausgezeichnet.

Dieser mit 10.000 Euro dotierte Wissenschaftspreis wurde in diesem Jahr gleichrangig geteilt an die Gießener Veterinärmedizinerin und eine französische Toxikologin, Prof. Dr. Annie Pfohl-Leszkowicz von der Universität Toulouse, verliehen. Mit Dr. Madeleine Groß hat erstmals eine Veterinärmedizinerin diesen Preis erhalten. Der Preis wird seit dem Jahr 2000 in zweijährigem Abstand verliehen und gilt als wichtige Auszeichnung in der Mykotoxinforschung.

Tenuazonsäure ist ein von Schimmelpilzen der Gattung Alternaria gebildetes Gift, das als Kontaminante in praktisch allen pflanzlichen Lebensmitteln und Futtermitteln vorkommen kann. Tenuazonsäure und andere Alternaria-Toxine haben in den vergangenen Jahren in der Mykotoxinforschung große Bedeutung erlangt, da eine Reihe neuerer Studien auf eine ausgeprägte schädliche Wirkung auf das Immunsystem und andere Organsysteme hinweisen.

Im Rahmen ihrer Dissertation hat Dr. Groß das weltweit erste Schnelltestsystem für Tenuazonsäure entwickelt und charakterisiert. Dieses System beruht auf hochaffinen Antikörpern gegen Tenuazonsäure, deren Herstellung die Gießener Veterinärmedizinerin ebenfalls erstmalig beschrieben hatte.

Damit ist es nun erstmals möglich, Tenuazonsäure ohne hohen apparativen Aufwand in einer Vielzahl von Probenmaterialien schnell und einfach nachzuweisen. Dr. Groß untersucht aktuell auch einen möglichen Übergang des Mykotoxins aus Futtermitteln in Milch und andere Lebensmittel tierischen Ursprungs.

Die Bedeutung des Beitrags zur Lebensmittelsicherheit von Dr. Groß habe das Preiskomitee der Gesellschaft für Mykotoxinforschung überzeugt, sagte der Präsident der Gesellschaft, Prof. Dr. Manfred Gareis, in seiner Laudatio. Die Preisverleihung erfolgte während des 36. Mycotoxin Workshops in Göttingen im Beisein der Stifterin des Preises, Prof. Dr. em. Brigitte Gedek aus München.

Kontakt:
Prof. Dr. Ewald Usleber, Dipl. ECVPH
Professur für Milchwissenschaften
Ludwigstraße 21, 35390 Gießen
Telefon: 0641 99-38951

Lisa Dittrich | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-giessen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rudolf-Virchow-Preis 2017 – wegweisende Forschung zu einer seltenen Form des Hodgkin-Lymphoms
23.06.2017 | Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

nachricht Repairon erhält Finanzierung für die Entwicklung künstlicher Herzmuskelgewebe
23.06.2017 | Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften