Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schmuck aus Beton gewinnt „Red Dot Award“

19.03.2013
Der prestigeträchtige Red Dot Design Award wurde an den Wiener Schmuckmacher Thomas Hauser vergeben. Das ganz besondere Material dafür wurde an der TU Wien entwickelt.

Wer Beton noch immer für ein plumpes, grobes, langweiliges Material hält, muss seine Meinung spätestens jetzt ändern: Mit Hilfe einer speziellen Spritzbetonmischung, die an der TU Wien entwickelt wurde, stellt der Wiener Schmuckmacher Thomas Hauser kunstvollen Schmuck her. Für sein 3-Ringe Konzept „AAA“ aus Beton und Palladium wurde er mit dem international angesehenen „Red Dot Design Award“ ausgezeichnet.


Die preisgekrönte Ring-Kollektion
Thomas Hauser, Atelier Allure

Beton kann mehr

„Edelbeton“ nennt Thomas Hauser die Materialkomposition, die er für seine Schmuckkreationen verwendet. „Die Ästhetik von Beton ist wahnsinnig schön, das Material kann viel mehr als man denkt“, findet er. Zunächst werden Grundkörper aus dem Edelmetall Palladium hergestellt, dann wird die Form mit Beton in unterschiedlichen Helligkeitstönen ergänzt. „Wir wollen dem Beton nicht sein Gesicht nehmen, das Material soll klar als Beton erkennbar sein. Gleichzeitig wollen wir feine, ansprechende Formen kreieren – genau dieser Spagat ist eine spannende künstlerische Herausforderung“, erklärt Thomas Hauser.

Die richtige Betonmischung

Möglich wurde das durch die Entwicklung einer neuen Spezialbetonmischung am Institut für Hochbau und Technologie der TU Wien. Dort passt der Bauingenieur Johannes Kirnbauer Betonmischungen an verschiedene technische Anforderungen an. Je nachdem wie groß die einzelnen Partikel im Beton sind hat das Material unterschiedliche physikalische Eigenschaften und ein unterschiedliches Aussehen.

„Eine zentrale Herausforderung für uns war es, die Viskosität des Betons richtig einzustellen“, sagt Johannes Kirnbauer. „Er muss dünnflüssig genug sein, um gut zu fließen, aber zäh genug, damit sich eine ausreichend massive Schicht am Ring festsetzt.“ Nur etwas mehr als ein Millimeter dick ist der Betonkörper, der in mehreren Schichten aufgespritzt wird. Am Ende wird der Beton noch geglättet und poliert. Bis man die richtige Betonmischung gefunden hat, ist eine Reihe von Experimenten nötig. Auch Computersimulationen helfen dabei, die Eigenschaften des Betons schon im Vorhinein richtig einzustellen.

Leichter als man denkt

„Viele Leute glauben, Betonschmuck muss besonders schwer sein, doch das Gegenteil ist der Fall“, sagt Thomas Hauser. Beton wiegt etwa 2,3 Gramm pro Kubikzentimeter – das selbe Volumen in Gold hat mehr als das siebenfache Gewicht. Dadurch lassen sich aus Edelbeton sogar Schmuckideen in größeren Dimensionen herstellen.

Red Dot Design Award

Mit seinen Edelbeton-Kreationen konnte Thomas Hauser nun den international angesehenen Red Dot Design Award gewinnen. 4662 Produkte aus 54 Ländern wurden in diesem Jahr zum Wettbewerb eingereicht. In der Produktgattung „Uhren und Schmuck“ ging der Preis nach Österreich, Hauser gewann ihn bemerkenswerterweise nun bereits zum dritten Mal in Folge. „Die Jury schaute genau und ließt sich nicht von bloßem Bling blenden, sondern blickte hinter das Funkeln und Glitzern und suchte dort mit Augen und Händen nach der Qualität im Schmuck“, freut sich Thomas Hauser. Überreicht wird der Preis am 1. Juli in Essen (Nordrhein-Westfalen).

Weiterlesen:
An der TU Wien entwickelter Spritzbeton wurde auch schon im Jahr 2011 für künstlerische Zwecke eingesetzt – allerdings in ganz anderem Zusammenhang: http://www.tuwien.ac.at/aktuelles/news_detail/article/7088/

Rückfragehinweise:

Thomas Hauser
Atelier Allure
Krotenthallergasse 4, Suite 7, 1080 Wien
T: +43-699-11183797
th@atelierallure.com
www.atelierallure.com
Dipl.-Ing. Johannes Kirnbauer
Institut für Hochbau und Technologie
Technische Universität Wien
Adolf Blamauergasse 1-3. 1030 Wien
T: +43-1-58801-20616
johannes.kirnbauer@tuwien.ac.at

Dr. Florian Aigner | idw
Weitere Informationen:
http://www.tuwien.ac.at
http://www.tuwien.ac.at/fileadmin/t/tuwien/fotos/pa/download/2013/RedDot_Presseinformation.pdf

Weitere Berichte zu: Beton Betonmischung Design Thinking Hochbau Merit Award Palladium Schmuckmacher

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht BRIESE-Preis 2016: Intelligente automatisierte Bildanalyse erschließt Geheimnisse am Meeresgrund
20.01.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert
20.01.2017 | University of Twente

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise