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Nach Schlaganfall: Rehabilitation mit mehr Spaß und Motivation

06.08.2013
Das Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik der Universität Bremen koordiniert das dreijährige EU-Projekt „Rehab@Home“ mit einem Förderbudget von über 2,3 Millionen Euro.

Bislang ist es meist so, dass Schlaganfall-Patienten in der Reha-Klinik unter Anleitung täglich ihre Übungen und dadurch große gesundheitliche Fortschritte machen. Werden sie aber nach Hause entlassen, stagniert die Entwicklung oft, weil im Alltag die Motivation für das tägliche Üben schwindet.

Die Idee des EU-Projekts „Rehab@Home“ ist es, die Patienten mit Serious Games, also Computerspielen mit ernsthaftem Hintergrund, für ein intensives Training zu aktivieren. Denn wer Spaß hat, Punkte sammeln kann, anhand seiner Vitaldaten Verbesserungen sofort bemerkt und ein Feedback erhält, bringt mehr Motivation auf für sein Reha-Programm.

Das Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) der Universität Bremen koordiniert das dreijährige EU-Projekt mit einem Förderbudget von über 2,3 Millionen Euro und acht internationalen Partnern aus Österreich, Italien und Israel. „Wenn das Projekt erfolgreich ist, profitieren davon die Schlaganfall-Patienten mit mehr Lebensqualität und auch das Gesundheitssystem mit geringeren Kosten für die Nachsorge in diesem Bereich“, erklärt Projektleiter Professor Michael Lawo vom TZI.

Ziel: vermarktungsfähige Prototypen

Angestrebt wird eine kostengünstige, nutzerfreundliche und mit intelligenten Sensoren ausgestattete Infrastruktur, um alle relevanten physischen und medizinischen Parameter für Schlaganfall-Patienten über ihren jeweils aktuellen Zustand und damit zur Vorbeugung von Rückfällen sammeln zu können. Zudem werden auf die Trainingszwecke optimal abgestimmte PC-Spiele entwickelt, mit deren Hilfe die betroffenen Menschen ihre Bewegungsübungen vor einem Bildschirm machen können.

Damit am Ende tatsächlich vermarktungsfähige Prototypen stehen, werden Schlaganfall-Patienten von Beginn an einbezogen, um die konkreten Anforderungen an Infrastruktur und Spiele zu ermitteln. So sind zwei Reha-Einrichtungen aus Österreich mit im Boot sowie medizinische und technische Partner, die ihr Know-how zu langfristigen körperlichen und kognitiven Rehabilitations-Prozessen einbringen. „Wir wollen mit dem Projekt dazu beitragen, dass die betroffenen Menschen so viele Fähigkeiten wie möglich für ein sinnvolles, erfüllendes und produktives Leben wiedererlangen können“, sagt Lawo.

Projektpartner:

- InfoConsult GmbH, Bremen
- Università degli Studi di Genova, Genua, Italien
- Fondazione Don Carlo Gnocchi-ONLUS, Mailand, Italien
- Netural GmbH, Linz, Österreich
- Zentrum für Forschung und Telecommunication, Povo, Italien
- Imaginary Srl, Mailand, Italien
- Edna Pasher & Associates, Tel-Aviv, Israel
- Neurologische Therapiezentrum Gmundnerberg GmbH, Altmünster, Österreich
Weitere Informationen
Universität Bremen
Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI)
Prof. Dr. Michael Lawo
Tel.: 0421 218 64002
E-Mail: mlawo@tzi.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.rehabathome-project.eu

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