Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schavan und Schwarz verleihen Humboldt-Professuren

08.05.2009
Acht Spitzenforscher wurden am Donnerstag in Berlin mit dem höchstdotierten internationalen Forschungspreis ausgezeichnet.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan und der Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung Helmut Schwarz haben am Donnerstagabend in Berlin die ersten acht Alexander von Humboldt-Professuren an die Preisträger überreicht.

Die Auszeichnung ist mit fünf Millionen Euro der höchstdotierte internationale Preis für Forschung in Deutschland. Er wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert und von der Alexander von Humboldt-Stiftung verliehen.

Mit der Alexander von Humboldt-Professur werden führende und im Ausland tätige Wissenschaftler aller Disziplinen ausgezeichnet. Der Preis soll den herausragenden Wissenschaftlern ermöglichen, als Humboldt-Professoren langfristig an deutschen Hochschulen zu forschen. Das Preisgeld ist für die Finanzierung der ersten fünf Jahre in Deutschland bestimmt.

"Acht Alexander von Humboldt-Professoren folgen dem Ruf einer Universität in Deutschland. Das zeigt, dass einige unserer Universitäten für Spitzenforscher attraktiv sind und sich mit richtigen Angeboten auch gegen eine harte internationale Konkurrenz durchsetzen können. Die Humboldt-Professur schafft die hierfür erforderlichen Freiräume", sagte Helmut Schwarz. "Ich freue mich sehr, dass die ersten Humboldt-Professoren bald ihre Arbeit in Deutschland beginnen werden. Sie werden ihren neuen Universitäten helfen, auf ihrem Fachgebiet in der Weltspitze mitzuspielen.", so Schwarz.

"Die besondere Stärke der Alexander von Humboldt-Professur ist der Fokus auf ein strategisches Gesamtkonzept, mit dem die Universitäten eine langfristige Perspektive für die Forscher sicherstellen müssen: Das hat sich bewährt", sagte Bundesforschungsministerin Schavan am Donnerstag. "Die Professur wird die Attraktivität des Wissenschaftsstandortes Deutschland deutlich steigern. Durch die Auszeichnung kommt eine Spitzenforscherin oder ein Spitzenforscher an eine Universität, es entsteht ein Ort des Forschens, der auch große Ausstrahlung auf die Lehre hat. Wir wollen erreichen, dass man international auf Deutschland blickt und sieht: Deutschland ist eine Talentschmiede, hier gibt es ein gutes Klima für Forschung und man ist daran interessiert, sich mit den Besten weltweit zu messen."

Jährlich sollen bis zu zehn der Preise verliehen werden. Die Preissumme von fünf Millionen Euro für experimentell und von 3,5 Millionen Euro für theoretisch arbeitende Forscher fließt vor allem in den Aufbau von Forschungsteams und die Ausstattung von Laboren; außerdem wird den Forschern ein international konkurrenzfähiges Gehalt geboten. Die Hochschulen verpflichten sich, die Forscher und ihre Teams in ein Gesamtkonzept einzubinden, das den Preisträgern eine dauerhafte Perspektive in Deutschland bietet.

Die Preisträger und ihre Universitäten in Deutschland sind:

Oliver Brock, Informatiker, forscht nun an der Technischen Universität Berlin. Brock ist ein Vorreiter der Erforschung von künstlicher Intelligenz für autonome Roboter der nächsten Generation, die komplizierte Reaktionen und Bewegungsabläufe beherrschen und so z.B. zum Einsatz in Medizin, Raumfahrt oder bei radioaktiven Unfällen geeignet sind.

Piet Wibertus Brouwer, Theoretischer Festkörperphysiker, forscht nun an der Freien Universität Berlin am Institut für Theoretische Physik. Brouwer gilt in seiner Disziplin als einer der produktivsten und wichtigsten Köpfe. Er erforscht aktuelle Themen der Festköpertheorie und des Quantentransports an der Schnittstelle der Quantenwelt und der klassischen Welt. Unter seiner Federführung soll ein Zentrum für theoretische Physik an der FU Berlin entstehen, das Dahlem Center for Complex Quantum Systems.

Georgi Dvali, Astrophysiker, forscht nun an der Ludwig Maximilians Universität München. Dvali gilt als einer der internationalen Topexperten der Teilchenforschung, der mit seinen Theorien zur Gravitationswechselwirkung in seinem Fach große Beachtung findet. Die Universität München will mit seiner Hilfe zu einem weltweit führenden Standort für kosmologische Teilchenforschung werden, der den Vergleich mit Princeton, Harvard oder Stanford nicht zu scheuen braucht.

Ulrike Gaul, Molekularbiologin, forscht nun an der Ludwig Maximilians Universität München. Ulrike Gaul ist eine der weltweit führenden und innovativsten Expertinnen für Systembiologie, einem in Deutschland bislang wenig etablierten Forschungsgebiet, das einzelne Gene oder Proteine nicht isoliert, sondern im Gesamtzusammenhang ihrer Wirkung im Körper erforscht. Gaul soll am Genzentrum München die Forschung zur Systembiologie auf internationales Topniveau bringen und durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Arbeitsgruppen vernetzen.

Tamas L. Horvath, Neurobiologe, forscht nun am Institut für Genetik der Universität zu Köln. Tamas Horvath ist ein weltweit angesehener Experte auf dem Gebiet der Neuroendokrinologie und der Metabolismusforschung. Mit seinen Arbeiten soll er dazu beitragen, den Standort Köln zum international führenden Zentrum zur Erforschung der Biologie des Alterns und altersbedingter Krankheiten auszubauen. Hierzu ist die Zusammenarbeit mit dem neu in Köln angesiedelten Max-Planck-Institut für die Biologie des Alterns sowie mit dem für das im Aufbau befindlichen Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen der Helmholtz-Gemeinschaft vorgesehen.

Norbert Langer, Astrophysiker, forscht nun an der Universität Bonn. Norbert Langer gehört seit mehr als zwei Jahrzehnten zu den international führenden Experten auf dem Gebiet der theoretischen Astrophysik. Er erforscht die Entwicklung massereicher Sterne bis hin zu ihrer Explosion als Supernovae. Mit seiner Expertise schließt er eine Lücke innerhalb der Bonner Astronomie und ergänzt so das vorhandene wissenschaftliche Portfolio.

Martin Bodo Plenio, Quantenoptiker, forscht nun an der Universität Ulm. Plenio ist international führend auf dem Gebiet der Quanteninformationstheorie und hat bahnbrechende Arbeiten zur Verschränkung zwischen Quantensystemen geleistet. In Ulm soll er maßgeblich zur Entstehung des geplanten Center for Quantum Engineering beitragen, an dem Mathematiker, Physiker und Elektroingenieure auf Augenhöhe mit der Spitze der internationalen Konkurrenz zusammenarbeiten sollen.

Burkhard Rost, Bioinformatiker, forscht nun an der Technischen Universität München. Burkhard Rost hat die Entstehung der Bioinformatik als heute unverzichtbare Disziplin maßgeblich mitgestaltet. Er soll seinem Fach in Deutschland neue Impulse und Schubkraft verleihen sowie eine Brücke schlagen zwischen den Biowissenschaften und der Medizin. Hierfür wird er in München eine Exzellenzforschergruppe aufbauen.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung
Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 1.900 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit rund 23.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in 130 Ländern - unter ihnen 41 Nobelpreisträger

Barbara Wieners-Horst | idw
Weitere Informationen:
http://www.humboldt-foundation.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Über 1,6 Millionen Euro für Forschung im Bereich Innovative Materialien und Werkstofftechnologie
17.05.2017 | Hochschule Osnabrück

nachricht MHH-Forscher beleben Narbengewebe in der Leber wieder
16.05.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie