Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Saarbrücker Max-Planck Direktor Thomas Lengauer erhält Hector Wissenschaftspreis

06.02.2015

Thomas Lengauer, Direktor am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken ist mit dem Hector Wissenschaftspreis ausgezeichnet worden. Die Hector Stiftung II würdigt damit seine Leistungen auf dem Gebiet der Bioinformatik und sein Engagement in der Hochschullehre. Der Preis wird jährlich an herausragende Forscher deutscher Universitäten vergeben und ist mit je 150.000 Euro dotiert.

Professor Thomas Lengauer hat den Preis am vergangenen Freitag erhalten. Auch Eva Grebel, Professorin für Astronomie an der Universität Heidelberg, wurde ausgezeichnet. Der Stifter Hans-Werner Hector würdigt damit bereits zum siebten Mal herausragende deutsche Forscher.


Prof. Thomas Lengauer (i.B. links) und Dr. h.c. Hans-Werner Hector

Fotografie: Marco Schilling

Zu dem Preis gehört auch die Ernennung zum Fellow der Hector Fellow Academy, die interdisziplinäre Projekte und akademische Netzwerke fördert. Ein wichtiger Aspekt der Stiftung ist die Förderung besonders begabter Doktoranden, die unter der Mentorenschaft der Hector Fellows die ersten Schritte ihrer wissenschaftlichen Karriere tun können.

„Ich freue mich sehr auf die fachübergreifenden Diskussionen in der Hector Fellow Akademie“ sagt Professor Lengauer, „An den Schnittstellen zwischen den Disziplinen liegt der Schlüssel für viele zukünftige Durchbrüche in der Wissenschaft.“

Lengauer ist Direktor am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken sowie Honorarprofessor an der Universität des Saarlandes und der Universität Bonn. Seit den 1990er Jahren trug er maßgeblich zum Aufbau der Bioinformatik als wissenschaftlicher Disziplin bei. Heute umfassen seine Forschungsthemen die rechnergestützte Analyse der Struktur und Wechselwirkungen von Proteinen, den rechnergestützten Wirkstoffentwurf sowie die Entwicklung von Bioinformatikmethoden zum Verständnis und zur Diagnose und Therapie von Krankheiten.

Auf sein Wirken bezieht sich auch die Laudatio: „Die Hector Stiftung verleiht ihm in Würdigung seiner herausragenden wissenschaftlichen Forschungsleistungen im Computer-Aided Design sowie in der Bioinformatik, insbesondere der Entwicklung von Methoden zur verbesserten Diagnose, Therapie und Prognose von Krankheiten und zur computergestützten Wirkstoffsuche, wie auch seiner interdisziplinären Arbeitsweise als Hochschullehrer und seiner Vorbildfunktion für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie Studierende den Hector Wissenschaftspreis und beruft ihn in den Kreis der Hector Fellows.“

Dies ist nicht die erste Forscherorganisation, in die Thomas Lengauer aufgenommen wird. Er ist Mitglied der Akademie Deutscher Naturforscher Leopoldina, der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften – acatech und der Academia Europaea. Des weiteren wurde er bereits mit dem Karl-Heinz-Beckurts-Preis, dem Heinz-Ansmann-Preis für AIDS-Forschung und der Konrad Zuse Medaille der Gesellschaft für Informatik ausgezeichnet.

Hintergrund: Informatik-Forschung in Saarbrücken
Das Max-Planck-Institut für Informatik ist nicht die einzige Einrichtung auf dem Campus der Universität des Saarlandes, die neue Aspekte der Informatik erforscht. Nur wenige Meter entfernt haben ebenfalls ihren Sitz: der Fachbereich Informatik der Universität des Saarlandes, das Max-Planck-Institut für Software Systeme, das Zentrum für Bioinformatik, das Center for IT-Security, Privacy and Accountability, der erneut bewilligte Exzellenzcluster "Multimodal Computing and Interaction", das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und das Intel Visual Computing Institute.

Hintergrund: Hector Stiftung II
Die Hector Stiftung II wurde im März 2008 von Dr. h.c. Hans-Werner Hector und seiner Frau Josephine Hector gegründet, sie fördert:
• Geistig und/oder körperlich behinderte Menschen durch finanzielle Zuwendungen an existierende Einrichtungen, die diese fördern oder durch Errichtung und Unterhaltung derartiger Einrichtungen
• Medizinische Forschung durch Unterstützung von Forschungsprojekten
• Mathematisch, technisch und naturwissenschaftlich hochbegabte Schülerinnen und Schüler, Studenten und Graduierte im Rahmen von strukturierten Programmen
• Soziale Einrichtungen zur Förderung der Jugendhilfe, des öffentlichen Gesundheitswesens und des Wohlfahrtswesens durch fallweise Kapitalzuwendungen
• Die Einrichtung von Personalfonds für Elite-Universitäten zur Zahlung leistungsbezogener Zuwendungen an lehrende und forschende Bedienstete mathematischer, technischer oder naturwissenschaftlicher Fachrichtungen

Weitere Informationen:

http://www.mpi-inf.mpg.de/~lengauer -- Webseite Thomas Lengauer
http://www.hector-stiftung.de -- Webseite Organisation
http://www.hector-fellow-academy.de/ -- Webseite Preis

Bertram Somieski | Max-Planck-Institut für Informatik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise