Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rückenwind bei der Erforschung der diabetischen Netzhauterkrankung

13.05.2010
Forschungsvorhaben der Medizinischen Fakultät Mannheim erhält Hans-Christian-Hagedorn-Projektförderung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft

Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft unterstützt die Forschung einer Arbeitsgruppe der V. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) zur diabetischen Retinopathie, einer Erkrankung der Netzhaut als Folge des Diabetes, mit der Hans-Christian-Hagedorn-Projektförderung 2010.

Der mit 25.000 Euro dotierte Förderpreis wird dem Leiter der Arbeitsgruppe, Professor Dr. Hans-Peter Hammes, Inhaber einer C3-Professur für Innere Medizin und Endokrinologie der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, am 13. Mai 2010 im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft in Stuttgart verliehen.

Die diabetische Retinopathie ist eine Folge von Durchblutungsstörungen der Netzhaut, die zu einer Beeinträchtigung der Sehfähigkeit und bis hin zur Erblindung führen kann. In den ersten 10 bis 15 Jahren ihrer Erkrankung sind etwa zwei Drittel aller Diabetiker von dieser Folgeerkrankung betroffen. In Europa ist die diabetische Netzhauterkrankung die häufigste Ursache für Erblindungen im Erwachsenenalter. Eine Heilung dieser Erkrankung ist bisher nicht möglich.

Schuld an der diabetischen Retinopathie ist die chronische Überzuckerung beim Diabetes. Über die Veränderung biochemischer Vorgänge im Körper kann die Überzuckerung zu Schäden an den kleinsten Gefäßen der Netzhaut, den Retinakapillaren, führen. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch eine fortschreitende Rückbildung von Blutgefäßen infolge des Verlusts von Perizyten – Zellen an der Außenwand der Kapillaren, die deren Struktur stabilisieren. Dadurch geht ein Teil der Gefäße, die die Netzhaut versorgen, zugrunde. Andere Gefäße werden durch eine Störung der Blut-Retina-Schranke für Blut und Blutbestandteile durchlässig, was zu Blutungen und schließlich zu Gefäßwucherungen führt.

Die Arbeitsgruppe von Professor Hammes befasst sich mit der Rolle der so genannten Mikroglia bei der Entstehung der diabetischen Retinopathie. Gliazellen sind – neben den Neuronen - Zellen des Nervensystems, die Mikrogliazellen eine der drei Gruppen von Gliazellen. Mikrogliazellen sind die pathologischen Sensoren des Gehirns. Sie sorgen für eine aktive Immunabwehr im Zentralen Nervensystem. Die Aktivierung der Mikroglia im Gehirn ist mit einer Reihe von entzündlichen Erkrankungen assoziiert. In der Netzhaut finden sich Mikrogliazellen in der Nähe von Gefäßen. Sie könnten wichtige Aspekte der krankhaften Veränderungen im Rahmen einer Retinopathie erklären, wie experimentelle Studien zeigen.

Die Rolle der Mikroglia bei der Entstehung der diabetischen Retinopathie ist bislang nur unzureichend charakterisiert. Im Rahmen des geförderten Projektes untersuchen die Wissenschaftler die Aktivierung von Mikrogliazellen im Modell der frühen diabetischen Retinopathie sowie deren Interaktion mit Gefäßwandzellen - vor allem Perizyten. Und sie versuchen die Mechanismen zu identifizieren, die zur Rückbildung des Blutgefäßsystems beitragen.

Mit der Hans-Christian-Hagedorn-Projektförderung unterstützt die Deutsche Diabetes-Gesellschaft aussichtsreiche Projekte von Arbeitsgruppen mit einer international ausgewiesenen Expertise in der klinischen oder experimentellen Diabetologie.

Dr. Eva Maria Wellnitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.umm.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht „Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges
26.06.2017 | Kompetenzzentrum - Das virtuelle Fahrzeug Forschungsgesellschaft mbH

nachricht Hochschule Karlsruhe: mit speichenlosem Fahrrad Kreativwettbewerb gewonnen
26.06.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie